Fluence, ein führender Anbieter von Batteriespeichersystemen, hat im zweiten Quartal 2026 bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Das Unternehmen meldete eine Verdoppelung des Auftragseingangs und eine deutliche Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Diese positiven Entwicklungen führten zu einem erheblichen Kursanstieg der Fluence-Aktien an der NASDAQ.
Wichtige Erkenntnisse
- Fluence-Aktie steigt um 78% nach positiven Quartalsergebnissen.
- Auftragseingang verdoppelt sich im ersten Halbjahr 2026 auf 2 Milliarden US-Dollar.
- Umsatz steigt im Q2 2026 um 7,7% auf 464,9 Millionen US-Dollar.
- Erster Hyperscaler-Datencenter-Auftrag wird im dritten Quartal erwartet.
- Stärkung der US-Lieferkette für Batteriezellen.
Beeindruckendes Wachstum und Finanzkennzahlen
Die Finanzzahlen von Fluence für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 31. März endete, zeigen ein robustes Wachstum. Der Gesamtumsatz erreichte 464,9 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 7,7% gegenüber 431,6 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Besonders hervorzuheben ist der Auftragseingang. Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres konnte Fluence Aufträge im Wert von 2 Milliarden US-Dollar verbuchen. Dies ist eine Verdoppelung im Vergleich zum zweiten Quartal 2025.
Julian Nebreda, CEO von Fluence, sprach von einem Quartal "bedeutender Fortschritte" für das Unternehmen.
Faktencheck: Fluence im Aufwind
- Umsatz Q2 2026: 464,9 Mio. US-Dollar
- Auftragseingang H1 2026: 2,0 Mrd. US-Dollar
- Bereinigte Bruttomarge: 11,1%
- Auftragsbestand: 5,6 Mrd. US-Dollar
Die bereinigte Bruttomarge lag bei 11,1% und bewegte sich damit im erwarteten Bereich von 11% bis 13%. Dies stellt eine deutliche Erholung von den 5,6% im ersten Quartal dar, als zusätzliche Kosten für zwei Nicht-US-Projekte die Rentabilität beeinträchtigten. Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt stabil bei 5,6 Milliarden US-Dollar.
Strategischer Fokus auf Datencenter-Markt
Ein zentrales Thema bei der jüngsten Ergebnispräsentation war der Eintritt von Fluence in den Markt für Hyperscaler-Datencenter. Obwohl dieser Bereich bisher noch keine direkten Umsätze oder Gewinne generiert hat, zeigt das Unternehmen großes Potenzial.
Fluence hat im zweiten Quartal 2026 Master-Lieferverträge (MSAs) mit zwei Hyperscaler-Datencenter-Entwicklern unterzeichnet. Diese Verträge positionieren Fluence als qualifizierten Technologieanbieter für zukünftige Projekte, hauptsächlich in den USA.
Nebreda betonte: "In einem Fall begann der Auswahlprozess des Kunden mit 26 verschiedenen BESS-Anbietern, und Fluence war das erste Unternehmen, das alle Qualifikationen für die Unterzeichnung eines globalen MSA erfüllte."
Hintergrund: Hyperscaler-Datencenter
Hyperscaler-Datencenter sind riesige Rechenzentren, die von großen Technologieunternehmen betrieben werden, um Cloud-Dienste, KI-Anwendungen und andere datenintensive Aufgaben zu unterstützen. Sie benötigen zuverlässige und flexible Energiespeicherlösungen, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu gewährleisten.
Der CEO erwartet, dass ein erster Datencenter-Projekt-Auftrag von einem Hyperscaler innerhalb des dritten Quartals unterzeichnet wird. Dies signalisiert den Beginn einer neuen Wachstumsphase für Fluence in einem stark expandierenden Marktsegment, insbesondere durch den globalen Wettlauf um den Aufbau von Rechenkapazitäten für KI-Trainingslasten.
Fluence sieht ein Potenzial von 12 GW an Datencenter-Möglichkeiten bis zum Ende des zweiten Quartals. Die Nachfrage nach schneller Stromversorgung in diesem Sektor könnte zu einer schnelleren Auftragsabwicklung führen als bei traditionellen Energieversorgern.
Stärkung der heimischen Lieferkette in den USA
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die kontinuierliche Stärkung der US-amerikanischen Lieferkette von Fluence. In den letzten vier Jahren hat das Unternehmen seine Produktion in den USA ausgebaut, unter anderem mit einer Modulfabrik in Utah und der Fertigung von Gehäusen und Batteriemanagementsystemen (BMS) in Arizona.
Nebreda hob hervor, dass Fluence als erstes Unternehmen eine "komplette US-amerikanische Lieferkette" anbietet. Dies ermöglicht eine "One-Stop-Lösung von der frühen Projektentwicklung über die Lieferung und Installation bis hin zur gesamten Betriebslebensdauer" mit eigenen EPC-Kapazitäten und einer engagierten Serviceorganisation.
Für Batteriezellen ist Fluence jedoch weiterhin auf Drittanbieter angewiesen. Die Hauptversorgung mit Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Zellen in den USA erfolgt über das Werk in Smyrna, Tennessee, das 2012 von AESC eröffnet wurde. Um den Regeln des "One-Stop-Solution" gerecht zu werden, wurde das Werk am 31. März 2026 an das US-Startup Fixx Energy verkauft.
Fluence hat schnell einen neuen mehrjährigen Liefervertrag mit Fixx Energy unterzeichnet. Die Zellen aus dem Werk in Tennessee qualifizieren sich weiterhin für Steuergutschriften. Zudem hat Fluence eine zweite heimische Bezugsquelle ab dem Geschäftsjahr 2027 gesichert, deren Name noch nicht bekannt gegeben wurde. Das Unternehmen prüft weitere US-Lieferoptionen für das Wachstum über 2027 hinaus, einschließlich der Umstellung weiterer EV-Produktionslinien auf BESS-Produktion.
Ausblick und Marktpotenzial
Trotz eines Rückgangs der Bereitstellungen im Vergleich zum Vorjahr, der laut Charlotte Gisbourne, Energiespeicheranalystin, auf die Unsicherheit im US-Markt zurückzuführen sein könnte, bleiben die Aussichten für Fluence positiv. Die 82%ige Reduzierung der Bereitstellungen im Q2 2026 (von 1,7 GWh auf 0,3 GWh) wird als temporär betrachtet.
Fluence bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 3,2 Milliarden und 3,4 Milliarden US-Dollar, ein bereinigtes EBITDA zwischen 40 Millionen und 60 Millionen US-Dollar und wiederkehrende jährliche Umsätze (ARR) von etwa 180 Millionen US-Dollar bis Ende des Geschäftsjahres 2026.
Das Unternehmen beendete das Quartal mit einer Gesamtliquidität von rund 900 Millionen US-Dollar, was eine solide finanzielle Basis für zukünftiges Wachstum und Investitionen darstellt. Die strategische Ausrichtung auf den Datencenter-Markt und die Stärkung der heimischen Lieferketten positionieren Fluence gut, um die steigende Nachfrage nach Energiespeicherlösungen zu bedienen.





