ESR, ein führender Eigentümer und Verwalter von Logistikimmobilien und Rechenzentren mit Hauptsitz in Singapur, hat eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von Aquila Clean Energy APAC unterzeichnet. Diese Akquisition stärkt ESRs Position im Bereich der erneuerbaren Energien in der gesamten Asien-Pazifik-Region und markiert einen strategischen Schritt zur Integration von Logistik, Rechenzentren und sauberer Energieinfrastruktur.
Wichtige Erkenntnisse
- ESR erwirbt 100% von Aquila Clean Energy APAC.
- Die Akquisition umfasst ein 1,6 GW starkes Portfolio an Solar-, Wind- und Batteriespeicherprojekten.
- Die Transaktion stärkt ESRs Präsenz in Australien, Neuseeland, Südkorea, Japan und Taiwan.
- ESR sieht eine wachsende Verknüpfung zwischen Logistik, Rechenzentren und Energiebedarf.
- Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2027 erwartet.
Strategische Expansion in Asien-Pazifik
Die Übernahme von Aquila Clean Energy APAC ist ein bedeutender Schritt für ESR. Aquila Clean Energy APAC ist eine Plattform, die Solar-, Batteriespeicher- und Windenergieanlagen in der gesamten Region entwickelt, besitzt und betreibt. Der Verkäufer ist die Aquila Group, ein Hamburger Investment- und Industrieentwicklungsunternehmen.
Das Portfolio von Aquila Clean Energy APAC umfasst derzeit 1,6 Gigawatt (GW) an Projekten. Diese Projekte befinden sich in verschiedenen Stadien: einige sind bereits in Betrieb, andere im Bau und weitere in fortgeschrittener Entwicklung. Geografisch erstrecken sich diese Aktivitäten über wichtige Märkte wie Australien, Neuseeland, Südkorea, Japan und Taiwan.
Faktencheck
- 1,6 GW: Gesamtleistung des Portfolios von Aquila Clean Energy APAC.
- 5 Länder: Australien, Neuseeland, Südkorea, Japan, Taiwan sind die Kernmärkte.
- Q1 2027: Erwarteter Abschluss der Übernahme.
Verknüpfung von Infrastruktursektoren
ESR betont, dass diese Akquisition die Fähigkeiten des Unternehmens in angrenzenden Infrastrukturbereichen stärkt. Dies betrifft sowohl Kapitalpartner als auch Kunden. ESR positioniert sich damit in den Bereichen Logistikimmobilien, Rechenzentren und erneuerbare Energien. Die Nachfrage nach allen drei Bereichen ist zunehmend miteinander verbunden.
Phil Pearce, Präsident von ESR, äußerte sich zu dieser Entwicklung:
„Da die Nachfrage nach Logistikinfrastruktur, Rechenzentren und Energie zunehmend miteinander verknüpft ist, sehen wir erhebliche Chancen an der Schnittstelle dieser Sektoren, wobei die Energieinfrastruktur ein immer attraktiverer Bereich für den langfristigen Kapitaleinsatz wird.“
Diese Aussage unterstreicht die strategische Vision von ESR, Synergien zwischen seinen bestehenden Geschäftsbereichen und dem neuen Segment der erneuerbaren Energien zu schaffen.
Neuseeland als Beispiel für Wachstum
Ein Beispiel für die Expansion von Aquila Clean Energy APAC ist Neuseeland. Erst vor Kurzem, im Juli 2026, wurde dort das 38 MW starke Solarkraftwerk Omeheu in der Bay of Plenty in Betrieb genommen. Dies ist bereits das zweite operative Solarkraftwerk des Unternehmens in Neuseeland.
Darüber hinaus verfügt Aquila Clean Energy APAC über eine weitere Pipeline von 580 MW in Neuseeland. Diese umfasst Projekte für Onshore-Windenergie und Batteriespeicher, die sich noch in der Entwicklung befinden. Dies zeigt das Engagement des Unternehmens in verschiedenen Technologien der erneuerbaren Energien.
Hintergrund: Aquila Group
Die Aquila Group ist ein in Hamburg ansässiges Investment- und Industrieentwicklungsunternehmen. Sie hat die Plattform Aquila Clean Energy APAC aufgebaut und erfolgreich entwickelt. Der Verkauf an ESR unterstreicht die Fähigkeit der Aquila Group, hochwertige Infrastrukturprojekte zu initiieren und zu skalieren.
Diszipliniertes Wachstum und Renditeorientierung
Apurv Choudhary, Group Head of Infrastructure bei ESR, betonte die Absicht, die Plattform zu skalieren. Gleichzeitig soll die Disziplin bei den Renditen beibehalten werden. Er hob die Stärken von Aquila Clean Energy APAC hervor.
„Aquila Clean Energy APAC bringt ein erfahrenes Team und ein hochwertiges und diversifiziertes Portfolio an erneuerbaren Energien in wichtigen Märkten des asiatisch-pazifischen Raums mit, das strategisch an ESRs Präsenz angrenzt“, sagte Choudhary. „Wir beabsichtigen, die Aquila Clean Energy Plattform erheblich zu skalieren, während wir uns weiterhin stark auf Renditen und Ausführungsdisziplin konzentrieren.“
Roman Rosslenbroich, CEO und Mitbegründer der Aquila Group, sah in dem Verkauf eine Bestätigung für die Arbeit seines Unternehmens. Er hob die Anerkennung hervor, die ESR als einer der führenden Eigentümer von Sachwerten in der Region durch diese Akquisition zum Ausdruck bringt.
Herausforderungen im Batteriespeichermarkt
Die Akquisition findet in einer Zeit statt, in der Entwickler von Batteriespeichern im asiatisch-pazifischen Raum mit einem sich schnell entwickelnden Markt konfrontiert sind. Der Markt ist rasant gewachsen, stellt aber nun die Erwartungen der Investoren an kurzfristige Renditen auf die Probe.
Thomas Schmitz, General Manager of Energy Markets bei Aquila Clean Energy APAC, sprach auf dem Battery Asset Management Summit Australia 2026 über diese Herausforderungen. Er wies darauf hin, dass die Einnahmen aus Batteriespeichern im australischen National Electricity Market (NEM) gesunken sind, da die Arbitragespannen sich verringert haben. Entwickler, die ihre Finanzmodelle auf erwartete Kohlekraftwerksabschaltungen stützten, müssen nun die Folgen von Verzögerungen dieser Abschaltungen tragen.
Schmitz argumentierte, dass das zugrunde liegende Problem in den Projektfinanzierungsstrukturen liegt. Diese gehen davon aus, dass Batteriespeicher sich wie stabile Infrastrukturanlagen verhalten, obwohl ihr Einnahmeprofil eher dem eines Spitzenlastkraftwerks ähnelt.
Breiterer Markttrend
Vor diesem Hintergrund passt der ESR-Aquila-Deal in ein breiteres Muster. Größere, diversifizierte Sachwertverwalter übernehmen spezialisierte Plattformen für erneuerbare Energien. Sie bringen dabei Bilanzgröße und die Nachfrage nach angrenzender Infrastruktur, insbesondere von Rechenzentren, zu Entwicklern. Für diese Entwickler ist es zunehmend schwieriger geworden, Projekte allein auf Basis von Merchant-Einnahmen zu finanzieren.
Die Akquisition unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen und behördlichen Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Dies zeigt die langfristige Ausrichtung beider Unternehmen und das Vertrauen in den wachsenden Markt für erneuerbare Energien in der Region.





