Contact Energy, ein führendes Energieunternehmen Neuseelands, plant eine Kapitalerhöhung von 525 Millionen Neuseeland-Dollar (rund 316 Millionen US-Dollar). Diese Maßnahme soll die ehrgeizige Strategie Contact31+ beschleunigen. Ziel ist es, Neuseelands Pipeline für erneuerbare Energien und Speichersysteme massiv voranzutreiben. Die Mittel fließen in den Ausbau großer Projekte im Bereich Solar, Batteriespeicher und Geothermie.
Wichtige Punkte
- Contact Energy strebt eine Kapitalerhöhung von 525 Millionen NZD an.
- Die Gelder finanzieren Großprojekte in Solar, Batteriespeichern und Geothermie.
- Ein 150-MW-Solarpark und ein 200-MW-Batteriesystem sind geplant.
- Die Investitionen unterstützen Neuseelands Dekarbonisierungsziele.
- Die Stromnachfrage soll in den nächsten fünf Jahren um 3-5 TWh steigen.
Massive Investitionen in Neuseelands Energiezukunft
Die geplante Kapitalerhöhung ist ein klares Signal für Neuseelands Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien. Contact Energy will mit den zusätzlichen Mitteln eine Reihe von Schlüsselprojekten vorantreiben. Dazu gehören ein 150-Megawatt (MW) Solarkraftwerk, ein 200-MW-Batteriespeichersystem (BESS) und Vorbereitungen für eine Geothermie-Erweiterung.
Die Kapitalbeschaffung umfasst eine vollständig gezeichnete Platzierung von 450 Millionen NZD und ein nicht gezeichnetes Kleinanlegerangebot von bis zu 75 Millionen NZD. Dies zeigt das Vertrauen des Marktes in die Strategie von Contact Energy und in die grüne Energiewende Neuseelands.
Faktencheck
- Gesamtkapitalerhöhung: 525 Millionen NZD
- Solarpark Glorit: 150 MWac, Kosten 305 Millionen NZD, Inbetriebnahme Q3 2028
- Batteriespeicher Glenbrook 2.0: 200 MW/400 MWh, Kosten 235 Millionen NZD, Inbetriebnahme Q1 2028
- Geothermie Tauhara 2: Erweiterung von 50 MW auf 60-70 MW, Bohrprogramm 30 Millionen NZD
Schlüsselprojekte im Detail: Solar, Speicher und Geothermie
Glorit Solarpark: Ein Leuchtturmprojekt
Eines der Hauptprojekte ist der Glorit Solarpark, ein 150-MWac-Photovoltaik-Kraftwerk. Es entsteht an der Kaipara Coast in der Nähe von Auckland. Das Projekt wird in einem 50/50-Joint-Venture mit Lightsource bp entwickelt. Die geschätzten Kosten liegen bei 305 Millionen NZD. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2028 geplant. Mehr als 70 Prozent der Finanzierung sollen über Projektfinanzierungen erfolgen, deren Abschluss kurz bevorsteht.
Glenbrook Batterie 2.0: Verdopplung der Speicherkapazität
Ein weiteres zentrales Vorhaben ist das Glenbrook Batterie 2.0 System. Dieses Batteriespeichersystem (BESS) mit einer Leistung von 200 MW und einer Kapazität von 400 MWh wird ebenfalls in der Nähe von Auckland errichtet. Es soll rund 235 Millionen NZD kosten. Mit diesem Projekt verdoppelt sich die Batteriekapazität am Standort Glenbrook auf insgesamt 300 MW. Tesla wurde als Lieferant für die Megapack 2 XL Technologie ausgewählt. Der Baubeginn ist unmittelbar vorgesehen, die Fertigstellung wird für das erste Quartal 2028 erwartet. Solche Speichersysteme sind entscheidend für die Netzstabilität und die Integration schwankender erneuerbarer Energien.
Hintergrund der Energiewende
Neuseeland hat sich ehrgeizige Ziele zur Dekarbonisierung gesetzt. Die Stromnachfrage im Land wird voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren um 3 bis 5 Terawattstunden (TWh) steigen. Diese Entwicklung erfordert massive Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Quellen sowie in Speichersysteme, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Tauhara 2 Geothermie: Erweiterung der Grundlastversorgung
Auch im Bereich Geothermie investiert Contact Energy. Für das Tauhara 2 Geothermieprojekt sind bereits Vorbereitungen für die endgültige Investitionsentscheidung (FID) im Gange. Das Bohrprogramm, für das 30 Millionen NZD vorgesehen sind, soll die Kapazität von 50 MW auf 60 bis 70 MW erweitern. Ziel ist es, die Modellierung des Reservoirs zu verfeinern und das Potenzial für die Dampffeldentwicklung zu bestätigen. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird für das Geschäftsjahr 2027 angestrebt. Geothermie ist besonders wertvoll, da sie eine zuverlässige Grundlastversorgung unabhängig von Wetterbedingungen bietet.
Fortschritte bei bestehenden Projekten
Contact Energy verzeichnet bereits erhebliche Fortschritte bei seinen laufenden Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Kōwhai Park Solarpark, ebenfalls ein 150-MWac-Projekt in Zusammenarbeit mit Lightsource bp, liegt im Zeitplan. Mehr als 50 Prozent der Solarmodule sind dort bereits installiert. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2026 geplant.
Das 100-MW-Batteriespeichersystem Glenbrook-Ohurua BESS steht kurz vor der Fertigstellung. Die Inbetriebnahme läuft bereits, der volle Betrieb wird für das erste Quartal 2026 erwartet. Diese Anlage wird die Flexibilität des Netzes erheblich verbessern.
Auch das Geothermiekraftwerk Te Mihi Stufe 2, eine 101-MW-Entwicklung, schreitet planmäßig voran. Es soll im dritten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Dieses Kraftwerk wird eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung erneuerbarer Grundlastenergie spielen und die Leistung des alternden Geothermiekraftwerks Wairakei ersetzen.
„Contact ist bereit, Neuseelands Zukunft der erneuerbaren Energien anzuführen, das erwartete Marktwachstum zu befeuern und neue Flexibilität zur Unterstützung des Systems im Übergang zu schaffen“, sagte Rob McDonald, der Vorsitzende von Contact Energy.
Diese Aussage unterstreicht das strategische Ziel des Unternehmens, eine führende Rolle im Übergang Neuseelands zu einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung einzunehmen. Die geplanten Investitionen und die bereits erzielten Fortschritte zeigen ein starkes Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft.
Die Kombination aus Solar-, Batterie- und Geothermieprojekten spiegelt einen diversifizierten Ansatz wider, um die Energieversorgung des Landes zu sichern und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen. Mit der steigenden Nachfrage nach Strom wird die Kapazitätserweiterung durch erneuerbare Energien entscheidend sein, um Neuseelands Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu versorgen.





