Die 55 netzgekoppelten Batteriespeichersysteme (BESS) Australiens haben im Juni 2026 geschätzte Bruttoeinnahmen von 17,98 Millionen Australischen Dollar (ca. 12,43 Millionen US-Dollar) erzielt. Diese Einnahmen stammen aus Energie- und Frequenzregelungs-Zusatzleistungen (FCAS) auf dem National Electricity Market (NEM).
Diese Zahlen, die von NEMPulse erfasst wurden, zeigen die wachsende Bedeutung und Rentabilität von Batteriespeichern im australischen Stromnetz. Die Systeme spielen eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Netzes und der Integration erneuerbarer Energien.
Wichtige Erkenntnisse
- Australische Batteriespeicher erwirtschafteten im Juni 2026 rund 17,98 Millionen AUD.
- Die Einnahmen pro MW variieren stark je nach Speicherdauer des Systems.
- Längerfristige Anlagen sind oft im Energiehandel profitabler, kurzfristige bei FCAS.
- Die tatsächliche Erfassung optimaler Erlöse liegt bei nur 32%.
- Der Ausbau der Speicherkapazitäten übertrifft bereits die Ziele für 2050.
Batteriespeicher: Ein Milliarden-Geschäft in Australien
Die von NEMPulse erfasste Flotte von 55 Batteriespeichern verfügt über eine aktive Kapazität von 7.960 MW und 18.961 MWh. Im Juni 2026 erzielten diese Systeme durchschnittlich 2.000 AUD pro MW und 948 AUD pro MWh. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies etwa 27.000 AUD pro MW.
Diese beeindruckenden Zahlen unterstreichen das immense Potenzial der Batteriespeichertechnologie, nicht nur zur Netzstabilität beizutragen, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile zu generieren. Die Investitionen in diesen Sektor zahlen sich zunehmend aus.
Faktencheck
- Gesamteinnahmen Juni 2026: 17,98 Millionen AUD
- Einnahmen pro MW: 2.000 AUD
- Einnahmen pro MWh: 948 AUD
- Jährlich hochgerechnet: 27.000 AUD pro MW
Unterschiede bei Speicherdauer und Einnahmen
Die Einnahmen pro Megawatt variieren erheblich je nach Dauer der Batteriespeichersysteme. Systeme mit einer Stunde Speicherdauer erwirtschafteten im Schnitt 3.000 AUD/MW. Zweistündige Systeme erreichten 2.000 AUD/MW, während dreistündige Systeme bei 1.000 AUD/MW lagen.
Interessanterweise erzielten Anlagen mit vier Stunden oder mehr Speicherdauer ebenfalls 3.000 AUD/MW. Dies zeigt, dass längerfristige Anlagen oft höhere Einnahmen pro MW durch Energiearbitrage erzielen. Kürzerfristige Systeme hingegen führen häufig auf MWh-Basis.
Herausforderungen bei der Maximierung der Erlöse
Trotz der hohen Einnahmen nutzen die Batteriespeichersysteme ihr volles Potenzial noch nicht aus. Die Flotte erfasste nur 32% der Einnahmen, die eine perfekte Voraussichtsstrategie erzielt hätte. Dies bedeutet, dass schätzungsweise 34,90 Millionen AUD ungenutzt blieben.
Diese Lücke von 68% verdeutlicht die Schwierigkeit, den genauen Zeitpunkt und die Menge der Entladung in Echtzeit vorherzusagen. Unsicherheiten bei Preisspitzen, die Verwaltung des Ladezustands und konkurrierende FCAS-Verpflichtungen machen die Optimierung komplex.
„Einige Entscheidungen erscheinen nach dem Ereignis offensichtlich. In Echtzeit sind sie das selten“, sagte Sahand Karimi, CEO von OptiGrid, in einem Interview. Er betonte, dass die Diskrepanz zwischen theoretisch Machbarem und praktisch Erreichtem auf Prognose-, Gebotsstruktur- und Ladezustandsentscheidungen zurückzuführen ist, die lange vor einer Preisspitze getroffen werden.
Hintergrund: Energiearbitrage und FCAS
Energiearbitrage bezeichnet den Kauf von Strom zu niedrigen Preisen und den Verkauf zu hohen Preisen, um Gewinne zu erzielen. Batteriespeicher sind ideal dafür geeignet, da sie Energie speichern und bei Bedarf wieder abgeben können.
FCAS (Frequency Control Ancillary Services) sind Dienstleistungen zur Aufrechterhaltung der Netzfrequenz und -stabilität. Batteriespeicher können schnell reagieren, um Schwankungen auszugleichen und sind daher wichtige Akteure in diesem Markt.
Die Top-Verdiener im Juni
Drei Batteriespeichersysteme stachen im Juni besonders hervor:
- Origin Energy’s Eraring Stage One BESS: Mit 460 MW/1.770 MWh erzielte es 1,41 Millionen AUD.
- Quinbrook Infrastructure Partners’ Supernode Stage One BESS: Mit 260 MW/619 MWh erreichte es 1,22 Millionen AUD.
- Epic Energy’s Mannum BESS: Mit 100 MW/200 MWh generierte es 1,16 Millionen AUD.
Die Leistung des Mannum BESS war besonders bemerkenswert. Während eines Preisdeckelungsereignisses am 21. Juni in Südaustralien war es mit geschätzten 151.740 AUD das Spitzenprodukt. Es entlud sich über zwei Stunden und 35 Minuten von 21,4% auf 3,2% Ladezustand bei durchschnittlich 15 MW.
Virtuelle Kraftwerke (VPPs) und ihre Rolle
Neben den großen netzgekoppelten Systemen trugen auch 16 virtuelle Kraftwerke (VPPs) und Demand-Response-Aggregatoren zu den Einnahmen bei. Diese Einheiten, die aus gebündelten privaten und gewerblichen Anlagen bestehen, erwirtschafteten im Juni geschätzte 13.000 AUD im FCAS-Markt.
Dies entspricht 214 AUD pro MW registrierter FCAS-Kapazität. VPPs sind ausschließlich im FCAS-Markt tätig und beteiligen sich nicht am Großhandels-Energiearbitragegeschäft, was ihre spezialisierte Rolle im Netz unterstreicht.
Massiver Ausbau der Speicherkapazitäten
Die Flotte der Batteriespeicher wächst rasant. Der Integrierte Systemplan (ISP) von AEMO, veröffentlicht am 25. Juni 2026, bestätigte, dass zu Beginn des Jahres 2026 bereits 45 GW an netzgekoppelten Batteriespeicherprojekten im NEM-Anschlussprozess waren. Dies übertrifft das eigene Speicherziel des ISP von 35 GW für das Jahr 2050.
Die im Juni von NEMPulse erfassten 7.960 MW aktiver Kapazität stellen nur einen Teil dieser umfassenden Pipeline dar. Der weitere Ausbau wurde im Juni durch den Capacity Investment Scheme (CIS) Tender 8 verstärkt, der Verträge für 15 Batteriespeicherprojekte mit insgesamt 4,2 GW und 16,1 GWh vergab.
Diese Projekte, verteilt über New South Wales, Queensland, Südaustralien und Victoria, müssen bis zum 31. Dezember 2029 kommerziell in Betrieb gehen. Erfolgreiche Entwickler waren unter anderem Ampyr Energy, Akaysha Energy, Eku Energy, Edify Energy und Potentia Energy.
Zukunftsaussichten
- Projekte in Entwicklung: 45 GW
- ISP-Ziel für 2050: 35 GW
- CIS Tender 8: 15 neue Projekte mit 4,2 GW / 16,1 GWh
- Inbetriebnahme bis: 31. Dezember 2029
Wichtige Anmerkungen zu den Einnahmezahlen
Die Bruttoeinnahmen von 17,98 Millionen AUD, die NEMPulse schätzt, unterliegen wichtigen Vorbehalten. Die Methodik von NEMPulse basiert auf öffentlichen AEMO-Daten und schließt explizit Verträge, Absicherungen und Netzunterstützungssysteme wie das System Integrity Protection Scheme aus.
Die tatsächlichen kommerziellen Einnahmen für einzelne Anlagen können von diesen Bruttomarktzahlen abweichen. Dies hängt von der vertraglichen Position jedes Projekts, den Betriebskosten und etwaigen staatlichen Einnahmehilfen wie Long-Term Energy Service Agreements (LTESA) oder Capacity Investment Scheme (CIS)-Verträgen ab.
Die pro-MW-Zahlen dienen daher in erster Linie als Vergleichsgröße für die gesamte Flotte und nicht als direkter Indikator für die finanzielle Leistung auf Projektebene.





