NextEra Energy hat im zweiten Quartal 2026 ein deutliches Gewinnwachstum verzeichnet. Das Unternehmen meldete einen Anstieg des Nettoergebnisses um 9,5 Prozent. Gleichzeitig macht NextEra Energy Fortschritte bei der geplanten Fusion mit Dominion Energy, die das weltweit größte regulierte Energieversorgungsunternehmen schaffen soll.
Wichtigste Erkenntnisse
- NextEra Energy verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Gewinnanstieg von 9,5 Prozent.
- Die geplante Fusion mit Dominion Energy schreitet voran.
- Florida Power & Light (FPL) erhöhte den Nettogewinn durch Kapitalinvestitionen.
- NextEra Energy Resources baute den Rückstand bei erneuerbaren Energien um 3,6 GW aus.
- Das Unternehmen sichert Lieferketten für Solar- und Batteriespeicher bis 2029.
Starkes Finanzergebnis im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2026 erzielte NextEra Energy ein Ergebnis von 2,407 Milliarden US-Dollar. Dies stellt eine Steigerung gegenüber den 2,164 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum dar. Der Nettogewinn stieg sogar noch stärker auf 3,144 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 2,08 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2025.
Die Gewinne pro Aktie lagen bei 1,15 US-Dollar, ein Anstieg von 1,05 US-Dollar im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres. Sowohl Einkommen als auch Gewinn übertrafen die Zahlen des ersten Quartals 2026, in dem das Unternehmen 2,128 Milliarden US-Dollar bzw. 2,275 Milliarden US-Dollar verzeichnete.
Zahlen im Überblick
- Q2 2026 Gewinn: 2,407 Mrd. US-Dollar
- Q2 2025 Gewinn: 2,164 Mrd. US-Dollar
- Q2 2026 Nettogewinn: 3,144 Mrd. US-Dollar
- Q2 2025 Nettogewinn: 2,08 Mrd. US-Dollar
- EPS Q2 2026: 1,15 US-Dollar
Wachstum bei Florida Power & Light
Die Tochtergesellschaft Florida Power & Light (FPL), die regionale Energieversorgung im Südosten der USA, trug maßgeblich zum Erfolg bei. FPL meldete im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 1,412 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal 2025 waren es noch 1,257 Milliarden US-Dollar.
Dieses Wachstum ist laut Unternehmen primär auf disziplinierte Kapitalinvestitionen zurückzuführen. Die Investitionen von FPL beliefen sich im zweiten Quartal auf etwa 2,8 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr werden Kapitalinvestitionen zwischen 12 Milliarden und 13 Milliarden US-Dollar erwartet. Das regulatorisch eingesetzte Kapital stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 9,3 Prozent.
„Der Energiemarkt in Florida bleibt einer der am schnellsten wachsenden des Landes“, erklärte NextEra CEO John Ketchum. „FPL beabsichtigt, den steigenden Bedarf zu decken und gleichzeitig konstant niedrige Rechnungen anzubieten.“
FPL konnte im zweiten Quartal über 90.000 neue Kunden gewinnen. Das Unternehmen verzeichnet ein Interesse an Großlasten von etwa 21 GW, wovon 12 GW sich in fortgeschrittenen Gesprächen befinden. NextEra erwartet, bis Jahresende mindestens eine Großlasttransaktion unter seinem Tarif bekannt zu geben.
Hintergrund: Florida Power & Light
FPL ist der größte Energieversorger in Florida und einer der größten in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen versorgt Millionen von Kunden und investiert kontinuierlich in die Modernisierung und Erweiterung seiner Infrastruktur, um dem wachsenden Energiebedarf gerecht zu werden.
Erneuerbare Energien als Wachstumstreiber
NextEra Energy Resources, die Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, meldete einen Nettogewinn von 1,634 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal. Dies ist ein erheblicher Anstieg gegenüber 983 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025. Die Erträge des Unternehmens lagen bei 1,291 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,091 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
NextEra Energy Resources erweiterte seinen Auftragsbestand um 3,6 GW neue Kapazität im Bereich sauberer Energie. Davon entfielen 2 GW auf Batteriespeicher. Der Rückstand bei erneuerbaren Energien beträgt nun rund 35,1 GW, nach der Inbetriebnahme von 1,1 GW neuer Projekte seit April.
Das Unternehmen hat auch eine 137 Meilen lange, 345 kV-Übertragungsleitung in New Mexico in Betrieb genommen. Dieses Projekt wurde vorzeitig und im Rahmen des Budgets abgeschlossen. Eine unabhängige Studie des Southwest Power Pool prognostiziert, dass diese Leitung die typischen Stromrechnungen für Haushalte im Jahr 2031 um etwa 13 US-Dollar pro Monat senken wird.
Strategische Projekte und Lieferkettensicherung
NextEra bleibt auf Kurs, das Kernkraftwerk Duane Arnold in Iowa spätestens im ersten Quartal 2029 wieder in Betrieb zu nehmen. Die Iowa Utilities Commission hat bereits ein Erzeugungszertifikat für die Anlage genehmigt. NextEra Energy Resources hat zudem die restlichen 30 Prozent Minderheitsbeteiligung am Kraftwerk erworben und ist nun Alleineigentümer.
Im zweiten Quartal wurde NextEra Energy Transmission vom MISO als Teil eines Konsortiums ausgewählt. Dieses Konsortium soll zwei groß angelegte 765 kV-Übertragungsprojekte in Illinois entwickeln. NextEra erwartet, dass im Zeitraum 2026-2032 insgesamt 76,6 GW bis 107,6 GW neue Erzeugungs- und Speicherkapazitäten hinzukommen. Davon entfallen 32 GW bis 43 GW auf Batteriespeicherkapazitäten.
„Allein in diesem Quartal hat Energy Resources 3,6 Gigawatt an Erneuerbaren- und Speicherprojekten zu seinem Auftragsbestand hinzugefügt – das zweitgrößte Quartal an Zuwächsen, direkt nach dem Rekord von 4 Gigawatt im letzten Quartal“, betonte John Ketchum.
Ketchum hob hervor, dass Batteriespeicher 2 Gigawatt der diesjährigen Zuwächse ausmachen. Er sieht Batteriespeicher weiterhin als wichtigen Wachstumstreiber. NextEra sei hervorragend positioniert, um diese Kapazitätslösung für Kunden bereitzustellen. Das Unternehmen kann Speicher als eigenständige Projekte bauen, an bestehenden Erneuerbaren-Standorten mit ansiedeln oder als Netzlösungen entwickeln. Auch die Erweiterung von 4-Stunden-Batterien auf 8-Stunden an bestehenden Speicherstandorten ist möglich.
Sichere Lieferketten und Großkundenverträge
NextEra hat die Lieferketten für Wind-, Solar- und Energiespeicher gesichert, um FPL und die eigenen Entwicklungspläne zu unterstützen. Solarmodule sind bis 2029 gesichert. Auch für Batteriespeicher ist das Unternehmen gut aufgestellt, mit wettbewerbsfähigen inländischen Lieferungen, die ebenfalls bis 2029 gesichert sind. Ausreichende Windstandorte mit erwarteten Genehmigungen sind vorhanden, um die Entwicklungserwartungen bis 2029 zu erfüllen.
Anfang des Jahres genehmigte die North Dakota Public Service Commission (NDPSC) ein Standortzertifikat für NextEra. Dies erlaubt den Bau einer 100 MW/400 MWh BESS-Anlage in Burke County, North Dakota. Ende 2025 unterzeichnete das Unternehmen zudem 11 Stromabnahmeverträge (PPAs) und zwei Energiespeicherverträge (ESAs) mit Meta. Diese Verträge umfassen insgesamt 2,5 GW an Projekten für saubere Energie.
Die geplante Fusion mit Dominion Energy
NextEra Energy plant, sich mit Dominion Energy zusammenzuschließen, einem weiteren US-Energieversorger mit Hauptmärkten in den Carolinas, Virginia und Florida. Das fusionierte Unternehmen soll das größte regulierte Versorgungsunternehmen der Welt werden. Die Unternehmen haben bereits Anträge bei staatlichen und föderalen Regierungen eingereicht, um die Genehmigung für ihre Pläne zu erhalten.
Am 15. Juli reichten die Unternehmen Anträge auf Fusionsgenehmigung bei der Virginia State Corporation Commission, der North Carolina Utilities Commission und der Public Service Commission of South Carolina ein. Dies leitete den sechsmonatigen Überprüfungsprozess in Virginia ein. Weitere Anträge gingen an die Federal Energy Regulatory Commission und die Nuclear Regulatory Commission.
Die Registrierungserklärung auf Formular S-4 wurde am 9. Juli bei der Securities and Exchange Commission eingereicht und Ende Juli wirksam. NextEra Energy plant, in Kürze Proxy-Materialien an die Aktionäre zu verteilen. Beide Sonderhauptversammlungen werden Anfang September erwartet. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Hälfte des Jahres 2027 prognostiziert.
NextEra erwartet, dass das daraus resultierende Unternehmen ein jährliches Wachstum von etwa 11 Prozent beim eingesetzten regulierten Kapital bis 2032 unterstützen wird. Zudem wird ein um 9 Prozent angepasstes Wachstum des Gewinns pro Aktie im gleichen Zeitraum erwartet.
„Diese Kombination zielt darauf ab, die lokalen Betriebsgesellschaften von Dominion Energy mit größerer Größe, finanzieller Stärke und operativer Expertise zu unterstützen“, so Ketchum. „So können sie den wachsenden Strombedarf decken und gleichzeitig die Rechnungen erschwinglich und den Service zuverlässig halten.“
Kritik und Vorteile der Fusion
Die Fusion wird zwar als Chance für Effizienz und Skaleneffekte gesehen, ruft aber auch Kritiker auf den Plan. Gruppen wie Secure Solar Futures, Public Citizen und Clean Virginia äußerten Bedenken hinsichtlich der potenziellen Größe und des Einflusses des fusionierten Unternehmens. Sie warnten, dass die Fusion dem Versorgungsunternehmen übermäßige politische und wirtschaftliche Macht verleihen könnte.
Die Gruppen forderten die Gesetzgeber auf, starke Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese sollen sicherstellen, dass die Rechnungen in Florida, Virginia und den Carolinas erschwinglich und transparent bleiben. Angesichts des prognostizierten Wachstums durch Rechenzentren, das neue Energieerzeugungskapazitäten erfordert, sollten Regulierungsbehörden die Gelegenheit nutzen. Sie sollen prüfen, wie ein transformiertes Versorgungsmodell die Netzoptimierung durch dezentrale Energie, Energiespeicher und erneuerbare Energien beschleunigen kann. Auch digitale Maßnahmen zur Senkung der Energierechnungen sollten dabei berücksichtigt werden.
NextEra und Dominion Energy haben als Zugeständnis 2,25 Milliarden US-Dollar an Rechnungsgutschriften für Kunden in Virginia, North Carolina und South Carolina angeboten. Diese Gutschriften sollen für zwei Jahre nach Abschluss des Deals gelten.





