Der chinesische Batteriehersteller CATL hat sein Ziel der Klimaneutralität in seinen Kernbetrieben bis Ende 2025 erreicht. Dies gab das Unternehmen am 17. August in Ningde, Provinz Fujian, China, bekannt. CATL ist damit der weltweit einzige Batteriehersteller, der diesen Meilenstein bei einem Produktionsvolumen im Terawattstundenbereich erreicht hat.
Gleichzeitig stellte CATL eine umfassende Roadmap vor, die das Unternehmen bis 2035 zu einer vollständigen Wertschöpfungsketten-Klimaneutralität führen soll. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung nachhaltiger Praktiken in der globalen Energiebranche.
Wichtigste Punkte
- CATL erreicht Klimaneutralität in Kernbetrieben bis Ende 2025.
- Alle 20 Batteriefabriken sind ISO 14068-1 zertifiziert und nutzen 100% Ökostrom.
- Umfassende Wertschöpfungsketten-Klimaneutralität bis 2035 angestrebt.
- Gründung von CATL Zero-carbon Technology (Xiamen) Co., Ltd. als globale Drehscheibe.
- Energieverbrauch pro Produkteinheit um 28% gesenkt, Kohlenstoffintensität um 77% reduziert.
Ein Meilenstein für die Batterieproduktion
Die Ankündigung von CATL markiert einen wichtigen Erfolg in der Branche. Die Klimaneutralität der Kernbetriebe bedeutet, dass die Emissionen aus der direkten Produktion und dem Energieverbrauch des Unternehmens ausgeglichen werden. Dies ist besonders relevant, da die globale Energienutzung sich rapide in Richtung Elektrifizierung bewegt.
China strebt im Rahmen seines 15. Fünfjahresplans an, die Elektrifizierungsrate von derzeit 30% auf 35% bis 2030 zu erhöhen. Die Europäische Union plant eine Verdoppelung ihrer Rate bis 2040. Die Türkei, als kommender COP31-Vorsitzender, fordert eine globale Elektrifizierungsrate von 35% bis 2035.
„Die weitreichende Elektrifizierung des Energieverbrauchs hängt von kostengünstiger sauberer Energie ab“, sagte Robin Zeng, Chairman und CEO von CATL, bei der Veranstaltung. „Als Unternehmen für Nullemissionstechnologien bringt CATL emissionsfreien Strom in verschiedene Branchen.“
Faktencheck
- 2025: Alle 20 Batteriefabriken von CATL erreichten die ISO 14068-1 Zertifizierung als emissionsfreie Anlagen.
- 18 Milliarden kWh: Kumulativer Verbrauch an emissionsfreiem Strom seit 2023.
- 748 GWh: Produktionsvolumen von Batterien im Jahr 2025.
- 2,3-facher Anstieg: Lithium-Ionen-Batterieverkäufe seit 2022.
Der Weg zur vollständigen Wertschöpfungsketten-Neutralität
CATL hatte seine Null-Emissions-Strategie erstmals 2023 vorgestellt. Das Ziel war die Kernbetriebsneutralität bis 2025 und die vollständige Wertschöpfungskettenneutralität bis 2035. Die erste Phase, die Dekarbonisierung der eigenen Betriebe, ist nun abgeschlossen.
Alle 20 Batteriefabriken werden vollständig mit emissionsfreiem Strom betrieben. Dies wurde durch die ISO 14068-1 Zertifizierung bestätigt. Seit 2023 hat das Unternehmen über 18 Milliarden kWh emissionsfreien Strom verbraucht.
Reduzierung des Energieverbrauchs
Die Effizienzmaßnahmen von CATL zeigen deutliche Erfolge. Bis 2025 sank der Energieverbrauch pro Produkteinheit in den Batteriefertigungsstätten um 28% im Vergleich zu 2022. Die Kohlenstoffemissionsintensität verringerte sich um etwa 77%.
Die zweite Phase der Strategie konzentriert sich auf die Lieferkette. Diese macht über 80% der Emissionen im Lebenszyklus einer Batterie aus. Das Unternehmen hat die 2035 Full Value-Chain Carbon Neutrality Initiative ins Leben gerufen.
Hintergrund zur Elektrifizierung
Die Elektrifizierung des Energieverbrauchs ist ein globaler Trend. Sie zielt darauf ab, fossile Brennstoffe durch Strom aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen. Dies betrifft Transport, Industrie und Haushalte. Batteriehersteller spielen hier eine Schlüsselrolle, da sie die Speicherkapazität für erneuerbare Energien bereitstellen.
Förderung einer grünen Lieferkette
Um die vollständige Wertschöpfungsketten-Neutralität zu erreichen, setzt CATL auf seine Lieferanten. Bryan Huang, Leiter des Beschaffungszentrums von CATL, kündigte ein Zero-Carbon Supply Chain Empowerment Program an. In der ersten Phase werden 30 Kernlieferanten für eine „tiefe, kollaborative Kohlenstoffreduzierung“ ausgewählt.
Diese Lieferanten erhalten eine Priorität bei Bestellungen und langfristige Verträge. Dies soll sicherstellen, dass ihre umweltfreundliche Umstellung auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Das Programm fördert somit eine nachhaltige Transformation entlang der gesamten Lieferkette.
„Nicht-emissionsfreie Batterien werden irgendwann vom Markt verdrängt werden“, betonte Robin Zeng. Er hob hervor, dass CATL sich der Förderung des globalen grünen Übergangs durch skalierbare emissionsfreie Lösungen verschrieben hat.
Globale Drehscheibe für Nullemissionstechnologien
Im Juni gründete CATL die CATL Zero-carbon Technology (Xiamen) Co., Ltd. mit einem eingetragenen Kapital von 10 Milliarden RMB (etwa 1,48 Milliarden US-Dollar). Diese Einheit dient als globale Drehscheibe für die Koordinierung von Nullemissionstechnologien und deren kommerziellen Einsatz.
Dies zeigt das Engagement von CATL, nicht nur die eigenen Betriebe, sondern die gesamte Branche in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Von der Mineralgewinnung über die Materialproduktion bis zur Endmontage der Batterie wird jeder Schritt auf Dekarbonisierung überprüft.
Wirtschaftliche Chancen durch Nachhaltigkeit
Robin Zeng sieht in der Dekarbonisierung nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch eine große Wachstumschance. Er ist überzeugt, dass sich das Paradigma geändert hat: Während in der Ära fossiler Brennstoffe Kohlenstoffreduzierung mit höheren Kosten verbunden war, treiben technologische Fortschritte die Kosten für grüne Energie nach unten.
„Nullemission ist wirtschaftlich rentabel geworden und stellt ein leistungsstarkes neues Wachstumsmodell dar“, erklärte Zeng. Dies deutet auf eine Zukunft hin, in der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen.
CATL hat sich als weltweit führender Batterielieferant etabliert. Die Verkäufe von Lithium-Ionen-Batterien stiegen seit 2022 um das 2,3-fache. Benchmark Mineral Intelligence stufte CATL letztes Jahr als Top-Lieferanten von Zellen für Batteriespeichersysteme (BESS) und als viertgrößten Integrator von Batteriespeichersystemen ein.
Der Markt für stationäre Energiespeicher machte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 knapp 20% des Gesamtumsatzes aus. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung dieses Sektors für das Unternehmen.





