IPP Zelestra und Centrica Energy haben einen langfristigen Vertrag für ein Batteriespeichersystem (BESS) in Deutschland unterzeichnet. Das System mit einer Kapazität von 99 MW/297 MWh wird in Hilgermissen, Niedersachsen, entstehen. Diese Vereinbarung ermöglicht Zelestra den Baubeginn des Projekts und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Energiespeicherlösungen im deutschen Markt.
Wichtige Punkte
- Zelestra und Centrica Energy unterzeichnen langfristigen Speichervertrag für 99 MW/297 MWh BESS.
- Das Projekt befindet sich in Hilgermissen, Niedersachsen, und startet 2027 mit der Bauphase.
- Centrica Energy wird die Kapazität handeln und optimieren, Zelestra übernimmt Bau und Betrieb.
- Deutschland ist ein wichtiger Markt für Energiespeicher aufgrund wachsender erneuerbarer Energien.
- Regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere Netzgebühren, bleiben ein Diskussionspunkt.
Ein Meilenstein für die Energiespeicherung in Deutschland
Die Vereinbarung zwischen IPP Zelestra und Centrica Energy markiert einen bedeutenden Schritt für die Energiespeicherlandschaft in Deutschland. Das geplante Batteriespeichersystem in Hilgermissen ist ein eigenständiges Projekt, das eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes spielen wird. Es soll die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen.
Zelestra wird das System bauen, besitzen und betreiben. Centrica Energy, der Handelsarm des britischen Energiekonzerns Centrica, wird im Gegenzug die vertraglich vereinbarte Kapazität handeln und optimieren. Dafür zahlt Centrica Energy eine feste Gebühr an Zelestra. Dies entspricht im Wesentlichen einer Miete der Speicherkapazität durch Centrica Energy.
Fakten zum Projekt
- Kapazität: 99 Megawatt (MW) / 297 Megawattstunden (MWh)
- Standort: Hilgermissen, Niedersachsen, Nordwestdeutschland
- Baubeginn: 2027
- Vollständiger Betrieb: Zweite Hälfte 2028
Deutschland als zentraler Markt für Energiespeicher
Deutschland entwickelt sich zu einem der wichtigsten Märkte für Batteriespeichersysteme in Europa. Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere Wind- und Solarkraft, schafft einen hohen Bedarf an flexiblen Speicherlösungen. Diese sind notwendig, um die Netzstabilität zu gewährleisten und Angebot und Nachfrage im Stromnetz auszugleichen.
Der deutsche Großhandelsenergiemarkt gilt als der tiefste in Europa und bietet daher erhebliche Möglichkeiten für Speicherprojekte. Neben dem Handel mit Energie sind auch Systemdienstleistungen, wie die Bereitstellung von Regelenergie, eine wichtige Einnahmequelle für Betreiber von Batteriespeichern.
„Die Integration von Batteriespeichersystemen ist entscheidend für die Energiewende. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, was die Zuverlässigkeit der Versorgung erhöht.“
Zelestra ist nicht nur im Bereich der Batteriespeicher aktiv, sondern engagiert sich auch im Ausbau von Solar- und Windenergieprojekten in Deutschland. Dies zeigt ein umfassendes Engagement für die Energiewende im Land.
Regulatorische Rahmenbedingungen und zukünftige Entwicklungen
Die Aktivität im Bereich großer Batteriespeichersysteme in Deutschland hat in letzter Zeit stark zugenommen. Ein wichtiger Faktor hierfür ist die Bestätigung einer Frist durch die Regulierungsbehörden. Projekte, die bis zum 4. August 2029 in Betrieb gehen, sind von den Lade- und Entlade-Netzgebühren befreit. Dies bietet einen erheblichen Anreiz für Investitionen in neue Speicherkapazitäten.
Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es noch offene Fragen bezüglich der langfristigen politischen Rahmenbedingungen. Insbesondere die zukünftige Handhabung der Netzgebühren ist ein Diskussionspunkt. Diese Themen werden voraussichtlich auf dem Energy Storage Summit Germany 2026, der vom 15. bis 16. September 2026 in Berlin stattfindet, erörtert werden.
Hintergrund: Netzgebühren
Netzgebühren sind Entgelte, die für die Nutzung des Stromnetzes erhoben werden. Sie decken die Kosten für den Bau, Betrieb und die Instandhaltung der Netzinfrastruktur ab. Für Batteriespeichersysteme können diese Gebühren eine erhebliche Belastung darstellen, da sie sowohl beim Laden als auch beim Entladen anfallen können. Die aktuelle Befreiung für frühzeitige Projekte ist daher ein wichtiger Förderimpuls.
Zelestras und Centrica Energys europäische Expansion
Die Vereinbarung in Deutschland ist Teil einer Reihe von jüngsten Offtake-Deals für Batteriespeichersysteme beider Unternehmen in ganz Europa. Zelestra hat Ende Juli bereits Verträge für zwei BESS-Projekte in Italien mit den Abnehmern Axpo und EnBW abgeschlossen. Im April sicherte sich das Unternehmen einen Stromabnahmevertrag (PPA) für ein Solar- und Speicherprojekt in Spanien mit der portugiesischen Energiegruppe EDP. Im Mai nahm Zelestra zudem ein Solar- und Speicherprojekt in Chile in Betrieb, das ebenfalls einen langfristigen PPA besitzt.
Centrica Energy hat ihrerseits Optimierungsverträge für BESS-Projekte mit den Projektentwicklern Aukera und Renner Energies in Belgien sowie mit Wood & Co und für die eigene Muttergesellschaft Centrica in Schweden abgeschlossen. Diese Aktivitäten zeigen, dass beide Unternehmen eine führende Rolle beim Ausbau der Energiespeicherung in Europa und darüber hinaus einnehmen.
Regionale Strategien im Überblick
- Deutschland: Langfristiger Toll-Vertrag mit Centrica Energy.
- Italien: Zwei BESS-Projekte mit Axpo und EnBW.
- Spanien: Solar- und Speicherprojekt mit PPA mit EDP.
- Chile: Solar- und Speicherprojekt mit langfristigem PPA.
- Belgien: Optimierungsdeals für Centrica Energy mit Aukera und Renner Energies.
- Schweden: Optimierungsdeals für Centrica Energy mit Wood & Co und Centrica.
Die europäische Strategie beider Unternehmen zielt darauf ab, die Energiewende durch den Einsatz flexibler Speicherlösungen zu unterstützen und von den unterschiedlichen Marktbedingungen in den einzelnen Ländern zu profitieren. Die Fähigkeit, solche komplexen Projekte zu entwickeln und zu betreiben, ist entscheidend für den Erfolg in diesem dynamischen Sektor.
Die Zusammenarbeit zwischen Zelestra und Centrica Energy in Deutschland ist ein klares Zeichen für das Vertrauen in den deutschen Markt und dessen Potenzial für innovative Energielösungen. Mit dem Baubeginn im Jahr 2027 und der vollständigen Inbetriebnahme im Jahr 2028 wird das Hilgermissen-Projekt einen wichtigen Beitrag zur deutschen Energiesicherheit und zur Integration erneuerbarer Energien leisten.





