Die Minnesota Public Utilities Commission (MPUC) hat eine bedeutende Erweiterung des virtuellen Kraftwerksprogramms (VPP) Capacity*Connect von Xcel Energy genehmigt. Diese Phase 2 sieht den Einsatz von bis zu 200 MW an gemeinschaftsbasierten Batteriespeichersystemen (BESS) vor, die bis 2028 im gesamten Netz verteilt werden sollen. Das Programm zielt darauf ab, die Netzinfrastruktur zu stärken und die Energieversorgung flexibler zu gestalten.
Wichtige Punkte
- Die MPUC genehmigte eine Erweiterung um 200 MW für Xcel Energy's VPP-Programm Capacity*Connect.
- Bis 2028 sollen 1MW-3MW Batteriespeichersysteme in der Nähe von Wohn- und Arbeitsstätten installiert werden.
- Das Programm soll die Netzflexibilität und -resilienz erhöhen und die Beschäftigung vor Ort fördern.
- Kritiker äußern Bedenken hinsichtlich des geschlossenen Modells und des Mangels an Wettbewerb.
- Xcel Energy verpflichtet sich zur Berichterstattung und unabhängigen Überprüfung der Projektfortschritte.
Ausbau der dezentralen Energiespeicher
Xcel Energy wird im Rahmen der zweiten Phase des Capacity*Connect-Programms eine Reihe von Batteriespeichersystemen mit einer Leistung von jeweils 1 MW bis 3 MW installieren. Diese Systeme sollen strategisch in der Nähe von Wohn- und Arbeitsstätten platziert werden. Ziel ist es, die Stromversorgung zuverlässiger zu machen und die bestehende Infrastruktur zu optimieren.
Die MPUC betonte, dass diese dezentrale Anordnung die Widerstandsfähigkeit des Netzes verbessern und eine höhere Flexibilität ermöglichen wird. Die Genehmigung erfolgte Anfang dieses Monats, nachdem Xcel Energy das ursprüngliche 200-MW-Programm bereits im Oktober 2025 vorgeschlagen hatte. Das Unternehmen gab an, dass die dezentralen Energieressourcen (DERs) dem steigenden Strombedarf gerecht werden und gleichzeitig lokale Arbeitsplätze schaffen sollen.
Faktencheck
- 200 MW: Genehmigte Leistungserweiterung für Capacity*Connect.
- 2028: Zieljahr für die vollständige Implementierung der 200 MW.
- 1MW-3MW: Typische Größe der einzelnen Batteriespeichersysteme.
- 600 MW: Ziel für Energiespeicher bis 2030 im Upper Midwest Energy Plan.
Fokus auf Gerechtigkeit und lokale Arbeitsplätze
Ein wichtiger Bestandteil der MPUC-Anweisung an Xcel Energy ist die Berücksichtigung von Gerechtigkeitsaspekten. Das Unternehmen muss Standorte für Energieanlagen in unterversorgten Gebieten evaluieren. Dies soll sicherstellen, dass auch Gemeinden, die bisher weniger von Infrastrukturprojekten profitiert haben, einbezogen werden.
Zusätzlich dazu ist Xcel Energy angewiesen, mit dem Ausbildungsprogramm „Building Strong Communities“ zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation soll neue Wege in Bauberufe eröffnen und das lokale Arbeitsplatzwachstum fördern. Regelmäßige Statusberichte und eine unabhängige umfassende Überprüfung sollen sicherstellen, dass das Programm den vorgegebenen Zielen entspricht und den Wert für die Verbraucher maximiert.
"Das Programm priorisiert Gerechtigkeit und lokales Arbeitsplatzwachstum, indem es Energieanlagen in unterversorgten Gebieten evaluiert und mit Ausbildungsprogrammen zusammenarbeitet."
Kritik am Programmmodell
Trotz der offiziellen Genehmigung äußerten mehrere Branchengruppen Bedenken. Die Minnesota Solar Energy Industries Association (MnSEIA), die Solar Energy Industries Association (SEIA) und die Coalition for Community Solar Access (CCSA) kritisierten das VPP-Programm als "fehlerhaftes Modell". Sie bemängeln, dass es bewährte Konzepte anderer US-Versorger ignoriere und die Beteiligung Dritter stark einschränke.
Sarah Webbe, Direktorin für Politik und Regulierungsangelegenheiten bei MnSEIA, erklärte: "Obwohl wir Xcel's kreativen Schritt in die Verteilungsinfrastruktur schätzen, ist dies ein fehlerhaftes Modell. Die Kontrolle nur einem Partner zu überlassen, schließt Minnesotas erfahrene Solar- und Speicherentwickler aus." Sie forderte einen offenen Marktwettbewerb für eine faire und gerechte Energiezukunft.
Hintergrundinformationen
Virtuelle Kraftwerke (VPPs) aggregieren dezentrale Energiequellen wie Solaranlagen und Batteriespeicher, um als eine einzige, flexible Ressource auf dem Strommarkt zu agieren. Sie können dazu beitragen, die Netzstabilität zu verbessern und die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern.
Finanzielle Bedenken und mangelnde Transparenz
Die nationale Gruppe SEIA äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Transparenz des Genehmigungsprozesses. Xcel Energy würde garantierte Gewinne aus seinen Versorgungsunternehmen gehörenden Investitionen erzielen. Dies würde es zum einzigen VPP dieser Art im Land machen, das ein Kosten-Nutzen-Verhältnis unter eins aufweist.
Andrew Linhares, Midwest-Direktor für Staatsangelegenheiten bei SEIA, betonte, dass die von Xcel Energy in der letzten MPUC-Anhörung vorgelegten Finanzberechnungen nicht geprüft und den beteiligten Parteien nicht offengelegt wurden. Dies verhinderte eine umfassende Bewertung der Methodik des Versorgers. "Wettbewerbsmärkte für den Einsatz von Energiespeichern stellen sicher, dass die Verbraucher das beste und erschwinglichste Angebot erhalten", sagte Linhares und beschrieb Capacity*Connect als "genau den gegenteiligen Ansatz".
Vergleich mit anderen Programmen
Kritiker verweisen auf erfolgreiche Projekte in anderen Bundesstaaten. John Farrell, Co-Direktor des Institute for Local Self-Reliance (ILSR), hob hervor, dass Xcel's Tempo hinter dem der Konkurrenz zurückbleibe. Er zog einen Vergleich zum Sunrun-PG&E-Pilotprojekt in Kalifornien, das innerhalb von nur sechs Monaten ein 30 MW Solar-plus-Speicher-VPP erfolgreich implementierte.
Xcel's Entscheidung für ein reines Batterie-Modell, ein längerer Zeitplan und das Beibehalten des Eigentums an den Ressourcen werfen Fragen auf. Es wird hinterfragt, ob das Unternehmen wirklich daran interessiert ist, den Wert der dezentralen Energie für seine Kunden zu maximieren.
Blick nach Colorado: Lehren für Minnesota?
Die MPUC forderte Xcel Energy in ihrer jüngsten Genehmigung auch auf, zu prüfen, ob Lehren aus dem "behind-the-meter" (BTM) VPP-Pilotprojekt in Colorado auf Minnesota übertragbar sind. Im Jahr 2023 startete Xcel sein Programm "Renewable Battery Connect" in Colorado für Privat- und Geschäftskunden. Dieses Programm bot 500 US-Dollar pro kW Speicherkapazität für bis zu 50 % der Gerätekosten eines solarbetriebenen BESS.
Im vergangenen Jahr stieß Xcel in Colorado auf Widerstand. Die dortige PUC forderte das Unternehmen auf, qualitativ hochwertigere Daten über die genutzte Stromübertragungsinfrastruktur bereitzustellen. Zudem sollte ein flexibler Tarif für Entwickler eingeführt werden, die Energiespeicher und andere saubere Energieprojekte an das Netz anschließen möchten, um die Netzanbindungskosten zu senken. Dies war Teil eines umfassenderen Verfahrens, in dem die Regulierungsbehörden in Colorado die Netztransparenzdaten von Xcel als "völlig nutzlos" bezeichneten.
Zukünftige Projekte und regionale Strategie
Innerhalb Minnesotas reichte Xcel Energy im vergangenen Jahr einen Vorschlag bei der MPUC ein, um den größten BESS des Mittleren Westens zu bauen: den 600 MW Sherco Energy Hub in Zentral-Minnesota. Im März gab das Unternehmen bekannt, 30 GWh der Eisen-Luft-Batterien des US-Startups Form Energy für ein Rechenzentrum des Technologiegiganten Google in Pine Island zu installieren.
Xcel Energy behauptet, dass das Stromlieferabkommen (ESA) für dieses Projekt einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung für den Bundesstaat bedeuten wird. Der Versorger ist der Ansicht, dass die Expansion die Entwicklung neuer sauberer Energieanlagen vorantreiben und die Umweltziele des Bundesstaates unterstützen wird, während gleichzeitig bestehende Kunden von den Vorteilen profitieren.





