Die Waratah Super Batterie in Australien hat nach einer komplexen Reparaturphase ihre volle Nennleistung von 850 Megawatt (MW) erreicht. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein für die Energiesicherheit der Region New South Wales dar und zeigt die Widerstandsfähigkeit moderner Batteriespeichersysteme.
Am 7. September registrierte die Anlage zum ersten Mal seit einem schweren Transformatorausfall diese Spitzenleistung. Zwei Tage später, am 9. September, entlud sie 701 MW, was einer vollständigen Systemprüfung entsprach.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Waratah Super Batterie erreichte am 7. September eine Spitzenleistung von 850 MW.
- Ein Transformatorausfall im Oktober 2025 hatte die Leistung monatelang auf 350 MW begrenzt.
- Die Reparatur umfasste die lokale Fertigung eines Ersatztransformators, um Lieferzeiten zu verkürzen.
- Die Anlage fungiert als kritischer 'Stoßdämpfer' für das Stromnetz von New South Wales.
- Sie ermöglicht den Betrieb bestehender Übertragungsinfrastruktur mit höherer Kapazität.
Ein wichtiger Schritt für die Netzstabilität
Die Waratah Super Batterie ist strategisch am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks Munmorah in der Nähe von Budgewoi, New South Wales, platziert. Sie gehört Akaysha Energy, einem Batteriespeicherentwickler, der von der globalen Investmentfirma BlackRock unterstützt wird.
Die Hauptaufgabe der Anlage besteht darin, als sogenanntes SIPS-Asset (System Integrity Protection Scheme) für den Übertragungsnetzbetreiber Transgrid zu dienen. Akaysha Energy beschreibt sie als einen „riesigen Stoßdämpfer“ für das Stromnetz.
Faktencheck
Die Waratah Super Batterie hat eine Nennleistung von 850 MW und eine Speicherkapazität von 1.680 MWh.
Durch das SIPS-System kann Transgrid die Batterie anweisen, Energie einzuspeisen, während gleichzeitig gekoppelte Generatoren ihre Leistung anpassen. Das SIPS-Kontrollsystem überwacht 36 Übertragungsleitungen in Echtzeit und reagiert sofort auf Systemereignisse.
Herausforderungen und Wiederherstellung nach dem Ausfall
Die volle Betriebsfähigkeit der Waratah Super Batterie war durch einen schwerwiegenden Zwischenfall im Oktober 2025 beeinträchtigt. Damals erlitt der Hochspannungstransformator 3 (HVT3) einen „katastrophalen Ausfall“, wie Akaysha Energy es beschrieb.
Dieser Defekt führte zu erheblichen Wicklungsschäden und einem Überdruckereignis, das die Tankwand des Transformators zum Reißen brachte. Ein zweiter Transformator, HVT2, wurde vorsorglich vom Netz genommen.
„Die geschätzten Gesamtverluste aus dem Ausfall könnten zwischen 50 und 80 Millionen australischen Dollar (ca. 32-51 Millionen US-Dollar) liegen, abhängig davon, wie schnell Ersatztransformatoren beschafft werden konnten.“
Monatelang lief die Anlage nur mit 350 MW und erfüllte lediglich eine vorläufige SIPS-Verpflichtung auf diesem reduzierten Niveau.
Lokale Fertigung beschleunigt Reparatur
Um die Wiederherstellung zu beschleunigen, setzte Akaysha Energy auf einen inländischen Hersteller. Im Februar 2026 bestätigte das Unternehmen, dass die Lieferung des HVT3-Ersatzes für das dritte Quartal 2026 geplant sei. Dieser wurde von der Wilson Transformer Company in Australien gefertigt.
Die Entscheidung für einen australischen Hersteller ermöglichte es, Diagnose-, Reparatur- und Wiederinbetriebnahmearbeiten lokal durchzuführen. Dies vermied die üblichen Lieferzeiten von 12 bis 18 Monaten, die bei international bezogenen Spezialtransformatoren anfallen.
Hintergrundinformationen
Die Waratah Super Batterie dient als Übergangslösung, bis das Hunter Transmission Project, das erneuerbare Energiezonen (REZs) im Landesinneren verbindet, in Betrieb genommen wird. Sie erhöht die Kapazität der bestehenden Übertragungsinfrastruktur für die Regionen Hunter, Sydney und Illawarra.
Ziel war es, die volle Leistung von 850 MW bis Ende 2026 wiederherzustellen. Zunächst kehrte HVT2 in den Dienst zurück. Im Juni 2026 bestätigte Akaysha, dass die Anlage nach der erfolgreichen Wiederinbetriebnahme von HVT2 wieder 700 MW und ihre volle Energiekapazität von 1.680 MWh erreichte. Dies entsprach 82% der gesamten Nennleistung.
Das australische Batteriespeicher-Netzwerk wächst
Die Erholung der Waratah Super Batterie findet in einem Kontext statt, in dem Australiens netzgebundene Batteriespeicherflotte zunehmend Einnahmen generiert. Daten von NEMPulse zeigen, dass die Batteriespeicherflotte im August 2026 geschätzte Bruttoeinnahmen von insgesamt 28,79 Millionen australischen Dollar aus Energie und FCAS (Frequency Control Ancillary Services) erzielte.
Die Gesamterfassungsrate kletterte dabei auf 54%. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Batteriespeichersystemen für die Stabilität und Effizienz des australischen Stromnetzes.
Veränderungen in der Lieferkette
Die Lieferkette des Projekts hat sich seit Baubeginn erheblich verändert. Der ursprüngliche BESS-Anbieter Powin Energy, der das Projekt zusammen mit dem spanischen Stromwandlungs- und Steuerungsspezialisten Eks Energy realisierte, meldete Insolvenz an. Das Unternehmen hatte Schwierigkeiten, mit integrierten Angeboten chinesischer OEMs zu konkurrieren.
- Hitachi Energy erwarb später die vollständige Eigentümerschaft an Eks Energy.
- Der US-amerikanische Systemintegrator FlexGen übernahm den Großteil der verbleibenden Vermögenswerte von Powin, einschließlich des geistigen Eigentums.
- FlexGen ist nun für die langfristigen Wartungsaufgaben des globalen Projektportfolios von Powin, einschließlich der Waratah Super Batterie, verantwortlich.
Diese Entwicklungen zeigen die Dynamik und die Herausforderungen im globalen Markt für Batteriespeichersysteme, aber auch die Anpassungsfähigkeit der Projekte, um kritische Infrastruktur weiterhin zu betreiben und zu optimieren.





