In Westaustralien beginnt ein bedeutendes Projekt zur Dekarbonisierung industrieller Wärme. MGA Thermal und Knode haben eine Front-End Engineering and Design (FEED)-Studie für ein 195 MWh elektro-thermisches Energiespeicherprojekt in der Tronox-Anlage in Kwinana gestartet. Dieses Vorhaben soll die Industrie von fossilen Brennstoffen wegbringen und die CO2-Emissionen erheblich reduzieren.
Wichtige Erkenntnisse
- 195 MWh elektro-thermisches Energiespeicherprojekt in Kwinana, Westaustralien.
- Ziel ist die Dekarbonisierung industrieller Wärme und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
- Die FEED-Studie wird mit 2,95 Millionen AU$ von ARENA kofinanziert.
- Das System soll jährlich 38.000 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.
- Kommerzielle Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.
Ein Schritt zur industriellen Dekarbonisierung
Das Projekt in Kwinana ist ein wichtiger Schritt in der Umstellung der Schwerindustrie auf erneuerbare Energien. Die australische Regierung unterstützt solche Initiativen aktiv. Die Australian Renewable Energy Agency (ARENA) beteiligt sich mit 2,95 Millionen AU$ an den Gesamtkosten der FEED-Studie von 4,6 Millionen AU$.
Diese Finanzierung unterstreicht das Engagement Australiens für die Reduzierung von Emissionen im Industriesektor. Wenn das System wie geplant in Betrieb geht, wird es der globalen Chemie- und Bergbaufirma Tronox pro Stunde etwa 20 Tonnen erneuerbaren Dampf liefern. Dies geschieht im Rahmen eines "Heat-as-a-Service"-Vertrags.
Faktencheck
- Projektgröße: 195 MWh elektro-thermische Energiespeicherung.
- Finanzierung: ARENA kofinanziert die FEED-Studie mit 2,95 Mio. AU$.
- CO2-Einsparung: Erwartet werden 38.000 Tonnen CO2-Reduktion pro Jahr.
- Zeitplan: Baubeginn 2027, kommerzieller Betrieb 2028.
MGA Thermal Technologie im Fokus
Im Zentrum des Energiespeichersystems steht die patentierte MGA Block-Technologie von MGA Thermal. Diese Technologie speichert Energie als latente Wärme. Dies ermöglicht eine Langzeit-Wärmespeicherung. Erneuerbare Energie wird in Wärme umgewandelt und in den MGA-Blöcken gespeichert. Bei Bedarf wird sie als hochwertige Prozesswärme für industrielle Anwendungen abgegeben.
Mark Croudace, CEO von MGA Thermal, betonte die Bedeutung der aktuellen Phase:
„Der Beginn der FEED-Studie ist ein signifikanter Schritt. Hier werden technische Herausforderungen gelöst und der Weg zur finalen Investitionsentscheidung und zum Bau wird real.“
Er fügte hinzu, dass dieses Projekt das erste von mehreren ist, die MGA Thermal aktiv entwickelt. Es zeige, dass die Technologie bereit ist, in Industrie- und Fertigungssektoren zu skalieren.
Erfolgreiche Demonstration der Technologie
Bereits zuvor hat MGA Thermal den weltweit ersten Demonstrator für industrielle Dampfwärmespeicherung in Australien fertiggestellt. Dieser Demonstrator zeigte die Fähigkeit der Technologie, erneuerbare Energie zu speichern und als Dampf in Industriequalität abzugeben. Das Projekt bestätigte die technische Machbarkeit des MGA Block-Systems für industrielle Anwendungen.
Hintergrundinformationen
Die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme ist eine der größten Herausforderungen bei der Energiewende. Viele industrielle Prozesse erfordern sehr hohe Temperaturen, die bisher oft durch fossile Brennstoffe erzeugt werden. Technologien wie die MGA-Blöcke bieten eine Lösung, indem sie überschüssige erneuerbare Energie in Wärme umwandeln und speichern, um sie dann bei Bedarf abzugeben.
ARENA-Förderung und zukünftige Projekte
Die FEED-Studie in Kwinana ist eine von fünf Studien, die MGA Thermal derzeit durchführt. ARENA hat im Februar 2026 im Rahmen ihres Programms "Powering the Regions: Industrial Transformation Stream" insgesamt 3,25 Millionen AU$ dafür bereitgestellt. Diese Studien sollen fünf kommerzielle Möglichkeiten mit strategischen Kunden vorantreiben.
Sie umfassen detaillierte technische Designs, Kostenschätzungen, Lieferpläne, Risikobewertungen und kommerzielle Strategien. Das Ziel ist es, die Investitionsbereitschaft für Projekte zu beschleunigen und die Einführung von thermischer Energiespeicherung in Australiens Industriesektor zu fördern. Das Förderprogramm wurde entwickelt, um die Kosten von FEED-Studien zu subventionieren. Es soll finanzielle Hürden für industrielle und produzierende Kunden reduzieren, die Möglichkeiten zum Übergang von fossilen Brennstoffen erkunden.
- Fünf FEED-Studien: MGA Thermal führt derzeit fünf Studien durch.
- ARENA-Förderung: 3,25 Millionen AU$ von ARENA im Februar 2026.
- Ziel: Beschleunigung der Projektinvestitionen und breitere Akzeptanz thermischer Energiespeicherung.
Globale Partnerschaften und Herausforderungen
Das globale Ingenieurbüro GHD unterstützt das Konsortium während der FEED-Phase. GHD war bereits an der Vorstudie beteiligt. Knode arbeitet seit vier Jahren mit MGA Thermal zusammen. Sie verfolgen einen Konsortiums-Ansatz mit Tronox und GHD, von der ursprünglichen Vorstudie bis zur aktuellen FEED-Phase.
Der Einsatz von Wärme in industriellen Prozessen ist bekanntermaßen schwer zu dekarbonisieren. Diesem Problem widmen sich auch andere Anbieter von thermischen Energiespeichersystemen. MGA Thermal hat Investoren wie Shell Ventures und Finindus, einen belgischen Risikokapitalgeber, der teilweise vom Stahlhersteller Arcelor Mittal finanziert wird.
Lernprozesse und Innovation
Die Entwicklung der Technologie war nicht ohne Herausforderungen. Im Jahr 2023 kam es zu einem Überhitzungsvorfall in der 5 MWh Demonstrationsanlage in Tomago. Rettungsdienste mussten wegen einer "gefährlichen Hitzestauung" gerufen werden. Ein Sprecher von MGA Thermal kommentierte damals:
„Es ist eine Erinnerung daran, dass wir an Spitzentechnologie arbeiten und neue große Energiespeicher innovieren. Die Bedeutung interner Tests ist dabei entscheidend.“
Neben MGA Thermal arbeiten auch andere Unternehmen an Lösungen zur Dekarbonisierung industrieller Wärme. Dazu gehören auf Salzschmelze basierende Technologien und Sandbatterien. Letztere werden hauptsächlich in Fernwärmenetzen eingesetzt, finden aber auch Anwendung in bestimmten Industriesegmenten. Die Dampferzeugung in der Industrie ist eine häufige Anwendung dieser Technologien. Je höher die benötigte Temperatur, desto schwieriger ist die Emissionsminderung.
Dieses Projekt in Kwinana zeigt das Potenzial für eine nachhaltigere Zukunft in der Schwerindustrie. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollständig fossilfreien Produktion, wenn die Technologie im großen Maßstab eingesetzt wird.





