Der US-amerikanische Energiespeichermarkt hat im zweiten Quartal 2026 neue Rekordwerte bei der Leistung in Gigawattstunden (GWh) erzielt. Dies ist vor allem auf das starke Wachstum im Bereich der Großanlagen zurückzuführen. Zwischen März und Ende Juni wurden insgesamt 6,7 GW/20,2 GWh an neuen Batteriespeichersystemen (BESS) in Betrieb genommen.
Diese beeindruckende Entwicklung umfasst sowohl große, netzgebundene Anlagen (Front-of-the-Meter, FTM) als auch kleinere, dezentrale Systeme (Behind-the-Meter, BTM). Der Großteil dieser Kapazität, nämlich 17,9 GWh, entfiel auf Projekte im Versorgungsmaßstab.
Wichtige Erkenntnisse
- US-Energiespeichermarkt erreicht Rekordwert von 20,2 GWh in Q2 2026.
- Großanlagen dominieren mit 17,9 GWh; 104% Wachstum gegenüber dem Vorquartal.
- Starke politische Unterstützung auf Bundes- und Staatsebene treibt den Ausbau voran.
- Prognosen für 2030 auf 683 GWh erhöht.
- Privat- und Gewerbespeicher wachsen trotz Herausforderungen.
Massives Wachstum bei Großspeichern
Im zweiten Quartal 2026 wurden in den USA 6,7 GW und 20,2 GWh an neuen Batteriespeichersystemen in Betrieb genommen. Dies stellt einen Anstieg von 104% gegenüber dem Vorquartal dar. Damals wurden noch 9,7 GWh an neuer Kapazität registriert.
Der Löwenanteil dieses Wachstums entfiel auf große, netzgebundene Projekte. Insgesamt 17,9 GWh dieser neuen Kapazität stammten aus Versorgungsanlagen. Allein in Arizona, Kalifornien und Utah gingen sieben Projekte mit jeweils 1.000 MWh oder mehr ans Netz.
Fakten zum Wachstum
- Gesamtbereitstellung Q2 2026: 6,7 GW / 20,2 GWh
- Anteil Großanlagen: 17,9 GWh
- Wachstum gegenüber Q1 2026: 104%
Interessant ist auch die Art der Installation: Mehr als die Hälfte (56%) der neuen Großspeicherkapazität war eigenständig. Die restlichen 44% wurden in Kombination mit Solaranlagen (PV) installiert. Dies zeigt die zunehmende Integration von Speichern in bestehende und neue Erneuerbare-Energien-Projekte.
Entwicklung der dezentralen Speichersysteme
Auch im Bereich der dezentralen Speicher gab es im zweiten Quartal 2026 Zuwächse. Es wurden 657 MWh an neuen Kapazitäten in Privathaushalten und 1,8 GWh an kommerziellen und industriellen (C&I) Projekten in Betrieb genommen.
Für Hausbesitzer sind Energiespeicher aus mehreren Gründen attraktiv. Sie helfen, steigende Stromkosten zu kontrollieren, den sinkenden Wert der Net-Metering-Vergütungen auszugleichen und sich vor Stromausfällen zu schützen. Zudem gibt es einen Trend zur Teilnahme an virtuellen Kraftwerken (VPP).
Hintergrund: Virtuelle Kraftwerke (VPP)
Virtuelle Kraftwerke (VPPs) sind Netzwerke dezentraler Energieerzeugungsanlagen und Speicher, die intelligent miteinander verbunden sind. Sie können gemeinsam gesteuert werden, um Stromschwankungen auszugleichen und das Stromnetz zu stabilisieren. Hausbesitzer können so ihre Batteriespeicher dem Netz zur Verfügung stellen und dafür vergütet werden.
Trotz dieser Treiber gab es bei den jährlichen Installationen von Privatspeichern einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dies folgt auf die Abschaffung des Steuergutschriftprogramms 25D für saubere Energie in Privathaushalten durch die Trump-Administration.
Im Gegensatz dazu verzeichnet der C&I-Sektor eine wachsende Nachfrage. Dies liegt an der schnellen Expansion von Rechenzentren und der Notwendigkeit, die Stromversorgung vor Ort ohne erhöhte Netzanschlüsse zu sichern.
Politische Rahmenbedingungen und Ausblick
Die US-Politik im Bereich der Batteriespeichersysteme (BESS) im Jahr 2026 war bisher von einem „Balanceakt“ geprägt. Es geht darum, nationale Fertigungsambitionen, die unmittelbaren Bedürfnisse des Stromnetzes und Energiesicherheitsbedenken miteinander zu vereinen.
Auf staatlicher Ebene wurden wichtige Schritte unternommen. Illinois verabschiedete ein Gesetz zur Einführung eines Energiespeicherziels von 3 GW bis 2030. Virginia erweiterte sein Ziel auf über 20 GW und schloss erstmals Langzeitspeicher (LDES) ein. Nebraska entwickelte einen Rahmen für seine ersten BESS-Projekte.
"Die US-Energiespeicherkapazität hat sich in den ersten 18 Monaten der zweiten Trump-Regierung fast verdoppelt, von 88 GWh auf 165 GWh. Dies ist ein noch bemerkenswerterer Fakt als der Rekord im zweiten Quartal."
Auf Bundesebene gibt es ebenfalls dynamische Entwicklungen. Dazu gehören erhöhte Importzölle nach Section 301, die Debatte um IEEPA-Zölle und das jüngste Verbot ausländischer Wechselrichter durch die Federal Communications Commission (FCC).
Die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) hat im Juni alle sechs regionalen Netzbetreiber aufgefordert, zu erklären, wie große Verbraucher wie Rechenzentren und Produktionsbetriebe an ihre Netze angeschlossen werden können, ohne die Kosten für die Verbraucher oder die Servicequalität zu beeinträchtigen.
Langfristige Prognosen und Marktvergleich
Die Analysten haben ihre Prognosen für den Energiespeicherbedarf nach oben korrigiert. Sie gehen davon aus, dass die Nachfrage die bisherigen Erwartungen übertrifft.
Prognosen für 2030
- Ursprüngliche Prognose: 500 GWh kumulative Kapazität
- Neue Prognose: 683 GWh kumulative Kapazität
- Steigerung: 11,5%
Für 2026 wurden ursprünglich 70 GWh an BESS-Installationen in den USA prognostiziert. Der Markt soll bis 2030 jährlich 47 GW/110 GWh an Neuinstallationen erreichen.
Im Jahr 2025 übertrafen die Installationen bereits 28 GW/57 GWh, was einem Anstieg von 29% gegenüber 2024 entspricht. Auch hier dominierten Großanlagen mit 50 GWh, hauptsächlich in Kalifornien, Texas und Arizona.
Der Markt für Energiespeichermonitoring in den USA ist kompetitiv. Neben dem aktuellen Bericht gibt es auch den vierteljährlichen US Energy Storage Market Monitor von Wood Mackenzie Power & Renewables. Wood Mackenzie prognostizierte im Juni, dass die USA bis 2031 kumulativ 200 GW/655 GWh an Energiespeicherinstallationen erreichen werden.
Es zeigt sich, dass der Ausbau der Energiespeicherkapazitäten in den USA ein zentraler Pfeiler der Energiewende ist und weiterhin stark wachsen wird.





