Der US-amerikanische Energiesektor erlebt eine Welle neuer Investitionen und Projekte im Bereich der Batteriespeichertechnologie. Mehrere Unternehmen und staatliche Stellen treiben den Ausbau voran, um die Netzstabilität zu verbessern und die Integration erneuerbarer Energien zu fördern. Diese Entwicklungen markieren einen wichtigen Schritt in Richtung einer widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Energieinfrastruktur.
Wichtige Erkenntnisse
- Eos Energy erhält weitere 87 Millionen US-Dollar vom US-Energieministerium für die Produktionserweiterung.
- FlexGen und Lightshift Energy bauen ihre Partnerschaft auf 16 Batteriespeicherprojekte in drei Bundesstaaten aus.
- Georgia Power nimmt eine 128-MW-Batterieanlage in Betrieb und plant weitere massive Erweiterungen der Speicherkapazitäten.
Eos Energy treibt Produktion voran
Eos Energy Enterprises, ein Hersteller von Zink-Hybrid-Kathodenbatterien, hat eine Vorauszahlung von 87 Millionen US-Dollar erhalten. Diese Zahlung stammt aus der zweiten Tranche eines Darlehensabkommens mit dem US-Energieministerium (DOE). Die Mittel werden zu 80 % der förderfähigen Kosten der Thorn Hill Produktionsstätte in Warrendale, Pennsylvania, erstattet.
Seit Anfang 2024 hat Eos nun insgesamt rund 178 Millionen US-Dollar aus der DOE-Fazilität abgerufen. Die zweite Produktionslinie (Line 2) in der Anlage in Pennsylvania nahm im Juni 2026 den kommerziellen Betrieb auf. Sie wird aktuell auf ihre geplante jährliche Produktionskapazität von etwa 2 GWh hochgefahren.
Faktencheck Eos Energy
- Gesamtförderung 2024: ca. 178 Millionen US-Dollar vom DOE.
- Produktionskapazität Line 2: Angestrebt sind 2 GWh pro Jahr.
- Zukünftige Kapazität: Nach Verlagerung von Line 1 auf 4 GWh pro Jahr.
Nach der geplanten Verlagerung der ersten Produktionslinie (Line 1) nach Thorn Hill, vorbehaltlich der Genehmigungen der Kreditgeber, erwartet Eos, dass die Anlage eine jährliche Produktionskapazität von etwa 4 GWh über zwei Linien unterstützen wird. Das Unternehmen plant, zusätzliche Arbeitsplätze in vier Schichten zu schaffen, um Line 2 in der Anlage in West-Pennsylvania zu betreiben. Die Hochlaufphase läuft nach Plan, weitere Schichten werden schrittweise eingeführt, um die volle Produktion zu erreichen.
Anfang dieses Monats kündigten der Entwickler MN8 Energy und der Technologiegigant Google das Mammoth Solar-Projekt in Kanawha County, West Virginia, an. Dieses Projekt kombiniert 86 MW Solarstrom mit 10 MW/100 MWh der Z3-Zink-basierten Langzeitenergiespeicherlösung (LDES) von Eos und einem 70 MW/280 MWh Lithium-Ionen-Batteriespeichersystem (BESS).
„Die kontinuierliche Unterstützung durch das DOE ist entscheidend für unsere Fähigkeit, die Produktion unserer innovativen Zink-Batterien zu skalieren und die Energiewende in den USA voranzutreiben“, so ein Sprecher von Eos Energy.
Im Juli erhielt Eos zudem einen „Golden Dome for America“-Vertrag vom US-Verteidigungsministerium (DoD). Dieser Auftrag zielt darauf ab, missionsbereite LDES zur Unterstützung der nationalen Verteidigungsanforderungen zu integrieren. Eos wird seine Z3-Lösung für die „Golden Dome“-Verteidigungsinitiative einsetzen.
FlexGen und Lightshift Energy erweitern Zusammenarbeit
Der auf Software spezialisierte Energiespeicher-Systemintegrator FlexGen Power Systems und der US-Entwickler und Betreiber von Speicher- und Solaranlagen Lightshift Energy erweitern ihre Partnerschaft. Die Unternehmen arbeiten an 16 BESS-Projekten in Massachusetts, Virginia und Vermont zusammen. Sechs dieser Projekte sind bereits in Betrieb, zehn weitere befinden sich im Bau.
Die bereits abgeschlossenen Projekte liefern mehr als 25 MW/85 MWh Speicherkapazität an die PJM- und ISO-NE-Märkte. Die im Bau befindlichen Projekte werden über 55 MW/200 MWh zusätzliche Kapazität hinzufügen.
Hintergrund zur Partnerschaft
Lightshift entwickelt, besitzt und betreibt die Projekte. FlexGen liefert die Energiespeicher-Software und -Dienstleistungen, einschließlich seines FlexGen HybridOS Energiemanagementsystems (EMS). Die Partnerschaft begann 2024 mit der Implementierung von FlexGen HybridOS EMS in Lightshifts Batteriespeicherprojekt in Groton, Massachusetts.
Der Standort in Groton, der sich in der Nähe einer lokalen Umspannstation befindet, unterstützt das Stromnetz durch Spitzenlastkappung während Perioden hoher Nachfrage. Seitdem hat Lightshift FlexGen HybridOS für weitere Projekte ausgewählt. Diese Projekte umfassen verschiedene Anwendungsfälle, Batteriehersteller und Versorgungsunternehmen in Neuengland und der PJM-Region.
Die Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit kürzlich durch die Integration von FlexGens EMS in Lightshifts BESS-Anlage in Danville, Virginia, erweitert. Dieser Standort bietet flexible Kapazität für Danville Utilities. Er unterstützt die Spitzenlastkappung und Nachfragereaktionsprogramme während Zeiten hoher Nachfrage.
Durch ein komplexes Upgrade des Batteriemanagementsystems (BMS) und des EMS, zusammen mit einer zusätzlichen Batterieerweiterung, haben FlexGen und Lightshift die Kapazität des Standorts um 14 % erhöht. Dies sorgt für zusätzliche Netzstabilität und verlängert die Lebensdauer des Energiespeicher-Assets.
FlexGen und Lightshift planen, ihr Portfolio durch zusätzliche Projekte weiter auszubauen, darunter Danville II. Dies ist ein zweites 11-MW-Projekt mit Danville Utilities, das als Spitzenlastkappungsanlage fungieren wird. HybridOS wird das EMS für die zehn im Bau befindlichen Projekte sein. Die Software ist mit mehr als 80 Konfigurationen von Batterien und Leistungswandlersystemen (PCS) kompatibel.
Georgia Power nimmt große Batterieanlage in Betrieb
Der Energieversorger Georgia Power hat seine 128-MW-Robins-Batterieanlage in der Nähe von Warner Robins, Georgia, in den kommerziellen Betrieb genommen. Die am 15. September angekündigte Anlage kann bis zu vier Stunden lang (512 MWh) gespeicherte Energie in das Netz einspeisen. Sie ist mit der nahegelegenen Robins Solaranlage gekoppelt.
Vertreter des Bundesstaates und der Kommunen sowie Führungskräfte der Robins Air Force Base nahmen an einer Zeremonie zur Inbetriebnahme des Projekts teil. Zu den Anwesenden gehörten Col. Johari Hemphill von der Robins Air Force Base, Senator Larry Walker und Macon-Bibb County Bürgermeister Lester Miller.
Burns & McDonnell war der Generalunternehmer (EPC) für die Robins-Batterieanlage und lieferte das Projekt termingerecht ab. Das Robins BESS ist eines von vier BESS-Projekten, die im Rahmen des aktualisierten Integrierten Ressourcenplans (IRP) 2023 von der Georgia Public Service Commission (PSC) genehmigt wurden.
Georgia Powers Speicherstrategie
- Robins Anlage: 128 MW / 512 MWh Kapazität.
- Bestehende Anlagen: 579,5 MW in Cherokee und Lowndes Counties.
- Geplante Erweiterung: Mehr als 3.000 MW zusätzliche Speicherkapazität.
Georgia Power hat bereits Batteriespeicheranlagen in den Landkreisen Cherokee und Lowndes mit einer Gesamtleistung von 579,5 MW fertiggestellt. Eine 57,5-MW-Anlage im Floyd County steht kurz vor der Fertigstellung. Die PSC hat zudem neun weitere BESS-Anlagen an acht Standorten im ganzen Bundesstaat genehmigt. Diese werden die Energiespeicherkapazität um mehr als 3.000 MW erhöhen.
Die Standorte wurden aufgrund ihrer Fähigkeit zur effizienten Unterstützung des Netzbetriebs ausgewählt. Dies umfasste die Nähe zu bestehender Infrastruktur, Umspannwerken und Unternehmenseigentum. Geplante Anlagen umfassen Standorte an den Kraftwerken Bowen, Hammond, McIntosh, Wansley und Yates. Auch eigenständige Standorte in den Landkreisen Hall und McDuffie sind vorgesehen.
Georgia Power hat auch die Genehmigung für zwei Solaranlagen mit Batteriespeichern erhalten. Diese liefern eine kombinierte Erzeugungskapazität von 350 MW. Die neuen Solar-Plus-Speicheranlagen werden in den Landkreisen Laurens und Mitchell angesiedelt sein. Das Projekt ist Teil von Georgia Powers umfassenderer Strategie. Sie zielt darauf ab, kostengünstige Energieressourcen über den IRP-Prozess der PSC hinzuzufügen.
Im Juli schloss Georgia Power den Bau der 49,5 MW/198 MWh Moody-Batterieanlage ab. Diese befindet sich außerhalb von Valdosta, angrenzend an die Moody Air Force Base.
„Diese Investitionen sind entscheidend für die Modernisierung unserer Energieinfrastruktur und die Sicherstellung einer zuverlässigen Stromversorgung für unsere Kunden“, sagte ein Vertreter von Georgia Power bei der Einweihungsfeier.
Der Ausbau der Batteriespeichertechnologien in den USA zeigt deutlich das Engagement des Landes für eine dezentralere und widerstandsfähigere Energieversorgung. Die Kombination aus staatlicher Förderung, privaten Investitionen und technologischer Innovation schafft die Grundlage für eine nachhaltige Energiezukunft.





