Die staatliche Energiegesellschaft Synergy aus Western Australia muss eine Strafe von 1,2 Millionen australischen Dollar (rund 785.600 US-Dollar) zahlen. Die Economic Regulation Authority (ERA) hat diese Strafe verhängt, weil ein Softwarefehler im Batteriespeichersystem Kwinana zu überhöhten Preisangeboten im Großhandelsstrommarkt (WEM) führte.
Die Untersuchung der ERA ergab, dass dieser Fehler die Großhandelskosten für Strom über einen Zeitraum von acht Monaten um etwa 9,5 Millionen australische Dollar erhöhte. Synergy erzielte dabei zusätzliche Einnahmen von rund 850.000 australischen Dollar.
Wichtige Erkenntnisse
- Synergy wurde wegen eines Softwarefehlers mit 1,2 Millionen AUD Strafe belegt.
- Der Fehler führte zu überhöhten Strompreisen und 9,5 Millionen AUD Mehrkosten im Markt.
- Synergy erzielte 850.000 AUD zusätzliche Einnahmen.
- Das Unternehmen kooperierte mit der ERA und korrigierte den Fehler.
- Die Strafe unterstreicht die Notwendigkeit der Marktintegrität, auch bei unbeabsichtigten Fehlern.
Hintergrund der Untersuchung
Die Economic Regulation Authority (ERA) ist die unabhängige Wirtschaftsregulierungsbehörde in Western Australia. Ihre Aufgabe ist es, die Energiemärkte zu überwachen und die langfristigen Interessen der Verbraucher zu schützen. Im Rahmen dieser Aufgabe untersuchte die ERA die Preisangebote von Synergy für das Kwinana Batteriespeichersystem (BESS).
Die Untersuchung konzentrierte sich auf den Zeitraum ab Ende 2023. Dabei stellte die ERA fest, dass Synergys Handelssoftware fehlerhafte Preisangebote in den Großhandelsstrommarkt einbrachte. Dies führte zu einer künstlichen Erhöhung der Großhandelspreise.
Faktencheck
- Strafe: 1,2 Millionen AUD (ca. 785.600 US-Dollar)
- Mehrkosten im Markt: 9,5 Millionen AUD
- Zusätzliche Einnahmen Synergy: 850.000 AUD
- Dauer des Problems: Acht Monate
Die Rolle des Kwinana Batteriespeichers
Das Kwinana Batteriespeichersystem ist ein wichtiger Bestandteil der Energieinfrastruktur von Western Australia. Es besteht aus zwei Systemen. Kwinana BESS 1 ist ein System mit 100 MW Leistung und 200 MWh Speicherkapazität. Kwinana BESS 2, ein größeres Projekt mit 200 MW Leistung und 800 MWh Kapazität, wurde Ende 2024 fertiggestellt.
Beide Systeme sind an das South West Interconnected System (SWIS) angeschlossen. Das SWIS versorgt Perth und andere Ballungszentren im Südwesten des Bundesstaates mit Strom. Batteriespeicher wie Kwinana sind entscheidend für die Energiewende und die Integration erneuerbarer Energien.
„Die ERA existiert, um sicherzustellen, dass lebenswichtige Versorgungsleistungen wie Strom so effizient wie möglich geliefert werden, um die langfristigen Interessen der Verbraucher in Western Australia zu schützen.“
Regeln des Großhandelsstrommarktes
Im Großhandelsstrommarkt (WEM) gelten klare Regeln für die Preisgestaltung. Unternehmen, die Strom zum Verkauf anbieten, dürfen dies nur zu ihren angemessenen Produktionskosten tun. Die ERA stellte fest, dass Synergy gegen diese Regel verstoßen hat, auch wenn es unbeabsichtigt war.
Die Höhe der Strafe spiegelt mehrere Faktoren wider. Dazu gehören die zusätzlichen Einnahmen von Synergy, die Dauer des Fehlverhaltens und die erheblichen Auswirkungen auf die Marktkosten. Die ERA berücksichtigte auch die Zusammenarbeit von Synergy und die Bemühungen zur Behebung des Problems.
Hintergrund: Energiewende in Western Australia
Western Australia erlebt derzeit einen schnellen Ausbau von Batteriespeichersystemen. Diese Speicher sind entscheidend für den Übergang des Bundesstaates weg von der Kohleverstromung. Synergy betreibt auch die Collie-Batterie, das größte derzeit betriebene BESS in Australien, mit 2.400 MWh Kapazität.
Im Mai 2026 lieferten Batteriespeicher bereits 37,2 % des Spitzenbedarfs im SWIS. Dies ist einer der höchsten Batterie-Durchdringungsgrade, die jemals in einem isolierten Netz weltweit verzeichnet wurden. An diesem Tag deckten erneuerbare Energien 78 % der gesamten Stromerzeugung ab.
Synergys Reaktion und zukünftige Maßnahmen
Synergy korrigierte den Softwarefehler, sobald das Problem bekannt wurde. Das Unternehmen kooperierte während der gesamten Untersuchung umfassend mit der ERA und gab den Verstoß zu.
Als Teil der Entscheidung der ERA muss Synergy nun detaillierte Informationen über die Softwarekorrektur vorlegen. Falls die Regulierungsbehörde dies für notwendig erachtet, muss die Lösung auch einer unabhängigen Prüfung unterzogen werden. Dies soll sicherstellen, dass solche Fehler in Zukunft vermieden werden.
Stärkere Überwachung durch die ERA
ERA-Vorsitzender Steve Edwell betonte, dass die Strafe die Botschaft sendet, dass Nichtkonformität nicht toleriert wird, selbst wenn sie unbeabsichtigt ist. Er wies darauf hin, dass dies der vierte schwerwiegende Befund der ERA gegen einen Stromerzeuger seit August 2025 ist.
Dies deutet auf eine Phase intensivierter regulatorischer Kontrolle des Bietverhaltens im Großhandelsmarkt hin. Die ERA überwacht das Bietverhalten aller Marktteilnehmer genau und wird bei Verstößen konsequent handeln.
- Synergy hat den Softwarefehler behoben.
- Das Unternehmen kooperierte vollständig mit der ERA.
- Eine unabhängige Prüfung der Softwarelösung könnte erforderlich sein.
Diese Maßnahme ist ein klares Signal an alle Energieunternehmen im Großhandelsmarkt. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Systeme korrekt funktionieren und die Marktregeln jederzeit eingehalten werden. Der Schutz der Verbraucher und die Integrität des Marktes stehen dabei im Vordergrund.





