In der Lausitz hat ein wegweisendes Projekt für die Energiewende begonnen: LEAG und ihr Partner HyperStrong haben mit dem Bau des riesigen Batteriespeichers GigaBattery Boxberg 400 begonnen. Dieses System mit einer Kapazität von 400 MW und 1.600 MWh soll eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des deutschen Stromnetzes spielen und die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben.
Wichtige Punkte
- LEAG und HyperStrong bauen GigaBattery Boxberg 400 mit 400 MW / 1.600 MWh.
- Das Projekt entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Braunkohlekraftwerks.
- Es ist HyperStrong's erstes schlüsselfertiges EPC-BESS-Projekt in Europa.
- Siemens Energy liefert die 380-kV-Schaltanlage für den Netzanschluss.
- Deutschland gilt als einer der attraktivsten Märkte für Energiespeicher in Europa.
Ein Meilenstein für die Energiewende in der Lausitz
Der Startschuss für die GigaBattery Boxberg 400 fiel gestern, am 1. September. Das Projekt ist nicht nur wegen seiner schieren Größe bemerkenswert, sondern auch wegen seines Standortes. Es wird auf einer rekultivierten Fläche eines ehemaligen Braunkohlekraftwerks errichtet. Dies symbolisiert den Wandel der Region von einem Zentrum fossiler Energien zu einem Vorreiter der grünen Energiewende.
Die Anlage wird direkt an das Hochspannungs-Übertragungsnetz angebunden sein. Dies gewährleistet eine effiziente Einspeisung und Entnahme von Energie. Das Speichersystem ist darauf ausgelegt, vier Stunden lang Energie zu liefern, was es zu einem wichtigen Puffer für das Stromnetz macht.
Faktencheck
- Kapazität: 400 Megawatt (MW) / 1.600 Megawattstunden (MWh)
- Speicherdauer: 4 Stunden
- Standort: Rekultivierte Fläche eines ehemaligen Braunkohlekraftwerks in Boxberg
- Netzanschluss: Direkte Anbindung an das 380-kV-Hochspannungsnetz
HyperStrong als Schlüsselpartner
Der chinesische Systemintegrator HyperStrong ist für den schlüsselfertigen Bau des BESS-Projekts verantwortlich. Das Unternehmen liefert eine umfassende Batterielösung. Dazu gehören die flüssigkeitsgekühlten HyperBlock III BESS-Einheiten und die Integration der gesamten elektrischen Ausrüstung.
Kai Wang, der für Großbritannien und Irland zuständige Manager von HyperStrong, bezeichnete das Projekt als das erste vollständige EPC-BESS (Engineering, Procurement, Construction) des Unternehmens in Europa. Dies unterstreicht die Bedeutung des deutschen Marktes für internationale Akteure im Bereich der Energiespeichertechnologien.
„Dies ist unser erstes vollständiges EPC-BESS-Projekt in Europa und ein wichtiger Schritt für HyperStrong auf dem Kontinent“, erklärte Kai Wang, UK- und Irland-Manager von HyperStrong.
Siemens Energy sichert den Netzanschluss
Für die Anbindung des Projekts an das Stromnetz sorgt Siemens Energy. Das Unternehmen installiert eine neue 380-kV-Schaltanlage. Diese Komponente ist entscheidend, um die Stabilität und Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten und den reibungslosen Betrieb des Batteriespeichers zu ermöglichen.
Die Zusammenarbeit großer internationaler Unternehmen wie HyperStrong und Siemens Energy zeigt die Komplexität und den Umfang solcher Infrastrukturprojekte. Sie sind unerlässlich für den Erfolg der Energiewende.
Hintergrund: LEAGs Engagement im Speichermarkt
LEAG hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Akteur im deutschen Speichermarkt entwickelt. Nach einer anfänglich zögerlichen Haltung im Vergleich zu anderen Energieversorgern wie RWE hat das Unternehmen Ende 2025 zwei große Projekte angekündigt:
- Die GigaBattery Jänschwalde 1000 mit 1 GW / 4 GWh, gemeinsam mit Fluence.
- Das 1,6 GWh Projekt mit HyperStrong in Boxberg.
Das 4 GWh-Projekt in Jänschwalde soll voraussichtlich 2027/28 fertiggestellt werden. Erst im letzten Monat starteten LEAG und Fluence den Bau eines weiteren, kleineren Systems mit 100 MW / 400 MWh.
Deutschland als führender Speichermarkt in Europa
Experten sind sich einig: Deutschland ist einer der attraktivsten, wenn nicht sogar der attraktivste Markt für Energiespeicher in Europa. Dies liegt an den großen Möglichkeiten im Großhandelsmarkt und den vielfältigen Optionen für Abnahme- und Tolling-Vereinbarungen. Diese erleichtern die Finanzierung solcher Großprojekte.
Trotz der positiven Aussichten gibt es Herausforderungen. Dazu gehören Netzgebühren, flexible Anschlussvereinbarungen (FCAs) und regulatorische Klarheit. Diese Punkte werden auch auf dem Energy Storage Summit Germany 2026 diskutiert, der Mitte September in Berlin stattfindet.
Weitere Projekte in Deutschland
Parallel zum Projekt in Boxberg hat der Systemintegrator Sunotec den Bau eines weiteren Batteriespeichers in Stendal, Sachsen-Anhalt, begonnen. Dieses BESS-System hat eine Leistung von 100 MW und eine Kapazität von 441 MWh. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal des nächsten Jahres geplant.
Das Projekt in Stendal wird im Rahmen eines Joint Ventures namens Secursun realisiert. Partner sind Sunotec und der Entwickler Surenergy. Bei der Grundsteinlegung waren wichtige Vertreter anwesend, darunter Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalts, sowie Bastian Sieler, Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal.
Diese Vielzahl an Projekten unterstreicht die Dynamik und das enorme Potenzial des deutschen Marktes für Batteriespeicher. Sie sind ein zentraler Baustein für eine stabile und nachhaltige Energieversorgung der Zukunft.





