Das spanische Unternehmen Sonnedix hat wichtige Stromabnahmeverträge (PPAs) für sein Batteriespeichersystem Sonnedix Librillo in Chile unterzeichnet. Diese Verträge, die mit Copec EMOAC abgeschlossen wurden, sind ein entscheidender Schritt für die Integration erneuerbarer Energien und die Stabilisierung des chilenischen Stromnetzes.
Wichtige Erkenntnisse
- Sonnedix hat drei PPAs für sein 117 MW/643,8 MWh Batteriesystem Librillo in Chile unterzeichnet.
- Partner ist Copec EMOAC, eine Tochtergesellschaft der chilenischen COPEC-Gruppe.
- Die Vereinbarungen ermöglichen die Integration von Nachtenergie und optimieren die Solarenergienutzung.
- Chile erlebt einen schnellen Ausbau von Batteriespeichersystemen und übertrifft seine Ziele.
- Weitere Projekte von Grenergy und Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) unterstreichen den Trend.
Strategische Partnerschaft für Chiles Energiezukunft
Die drei neuen Stromabnahmeverträge (PPAs) sichern die langfristige Nutzung des Sonnedix Librillo Batteriespeichersystems (BESS). Dieses System verfügt über eine Leistung von 117 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 643,8 Megawattstunden (MWh). Die Verträge wurden mit Copec EMOAC unterzeichnet, einem auf erneuerbare Energien spezialisierten Tochterunternehmen des chilenischen Bergbau- und Forstkonzerns COPEC.
Diese Partnerschaft ermöglicht es Copec EMOAC, Nachtenergie aus dem Librillo BESS in sein Portfolio zu integrieren. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Variabilität der Solarenergie auszugleichen und eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten.
„Diese Vereinbarung stellt einen bedeutenden Schritt zur Konsolidierung langfristiger Verträge dar, die an erneuerbare Energien und Speicher in Chile gekoppelt sind“, erklärte Sonnedix in einer Mitteilung.
Der Vertrag umfasst die Lieferung am Knotenpunkt Francisco im Norden Chiles. Die Integration der erheblichen Speicherkapazität des BESS wird das optimierte Management von Solarenergie fördern und deren natürliche Schwankungen abmildern.
Faktencheck: Chiles Speicherziele
- Die chilenische Vereinigung für erneuerbare Energien und Speicherung (ACERA) prognostiziert bis Ende 2026 etwa 9 GW BESS-Kapazität.
- Die durchschnittliche Speicherdauer wird bei 4 Stunden liegen.
- Damit würde das nationale Ziel von 2 GW bis 2030 bereits vier Jahre früher erreicht werden.
Rasanter Ausbau der Batteriespeichertechnologie
Chile erlebt derzeit einen beispiellosen Boom beim Einsatz von Batteriespeichersystemen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass das Land seine eigenen ehrgeizigen Ziele deutlich übertrifft. Die Vereinigung ACERA geht davon aus, dass bis Ende 2026 bereits rund 9 Gigawatt (GW) Batteriespeicherkapazität in Betrieb sein werden.
Diese Kapazität wird eine durchschnittliche Speicherdauer von vier Stunden ermöglichen. Das bedeutet, dass Chiles Ziel von 2 GW Speicherkapazität bis 2030 bereits vier Jahre früher erreicht wird. Dies unterstreicht die führende Rolle Chiles in der Energiewende.
Weitere Großprojekte im Überblick
Neben Sonnedix investieren auch andere internationale Unternehmen massiv in Chiles Energiesektor:
- Im März erwarb Grenergy, ein spanischer unabhängiger Stromerzeuger (IPP), Batteriespeicherausrüstung im Umfang von 2.600 MWh für seinen Solarpark mit Speicher, den Central Oasis Komplex in Chile.
- Central Oasis ist Grenergys zweites Hybridprojekt im Gigawattstunden-Maßstab in Chile, nach der Entwicklung von Oasis de Atacama in der Atacama-Wüste.
- Zusammen werden diese beiden Projekte nach vollständigem Ausbau etwa 15 GWh BESS-Kapazität umfassen.
Hintergrund: Warum Energiespeicher?
Erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft sind wetterabhängig. Batteriespeichersysteme sind entscheidend, um die erzeugte Energie zu speichern und bei Bedarf ins Netz einzuspeisen. Dies gewährleistet eine stabile Stromversorgung, auch wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Sie sind ein Schlüssel zur Netzstabilität und zur Dekarbonisierung.
Internationale Investitionen treiben den Markt an
Der dänische Infrastrukturfonds Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) hat Anfang dieses Monats mit dem Bau des 300 MW/1.500 MWh Patache BESS im Norden Chiles begonnen. CIP betont, dass Patache strategisch günstig in einer Region mit erstklassigen Solarenergie-Ressourcen liegt. Die Anlage befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe zu bestehender Übertragungsinfrastruktur und energieintensiven Industrieclustern.
Das Interesse an Chiles Speichermarkt ist groß. Im Jahr 2023 reichten neun Projekte, die Solar- oder Windenergie mit Energiespeicherung kombinierten, Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) in Chile ein. Diese Projekte umfassten eine Gesamtkapazität von über 2 GWh.
Zu den beteiligten Unternehmen gehören große Namen wie Engie, EDF und Sonnedix selbst. Sonnedix reichte beispielsweise den Carica Windpark ein, ein Projekt, das ein 92 MW/400 MWh BESS umfasst. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für 2027 geplant, mit einer Investition von 290 Millionen US-Dollar.
Diese Entwicklungen zeigen, dass Chile zu einem globalen Vorreiter im Bereich der Energiespeicherung wird. Die strategische Lage und die reichen erneuerbaren Ressourcen des Landes machen es zu einem attraktiven Standort für Investitionen in diese zukunftsweisende Technologie.
Die langfristigen PPAs von Sonnedix mit Copec EMOAC sind ein weiteres Beispiel für die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern. Sie helfen, die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen und die Energieversorgung des Landes sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Chiles Energiewende nimmt Fahrt auf, und Batteriespeicher spielen dabei eine zentrale Rolle.





