Samsung SDI, ein führender südkoreanischer Batteriehersteller, hat einen bedeutenden Vertrag über 1,5 Billionen KRW (etwa 1 Milliarde US-Dollar) abgeschlossen. Das Unternehmen wird Batteriesysteme für Energiespeicher (ESS) an ein US-amerikanisches Energieunternehmen liefern. Diese Vereinbarung festigt die Position von Samsung SDI auf dem wachsenden US-Markt für Energiespeicher und ist ein wichtiger Schritt für die lokale Batterieproduktion.
Die Lieferungen sollen über einen Zeitraum von vier Jahren erfolgen und bereits in diesem Jahr beginnen. Die Batteriezellen werden in der StarPlus Energy Anlage in Kokomo, Indiana, hergestellt. Diese Fabrik ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Samsung SDI und dem Automobilhersteller Stellantis.
Wichtige Erkenntnisse
- Samsung SDI liefert ESS-Batterien im Wert von 1 Milliarde US-Dollar an ein US-Unternehmen.
- Die Batterien werden in der StarPlus Energy-Anlage in Indiana produziert.
- Anfänglich NCA-Zellen, später auch LFP-Zellen.
- US-Markt für Batteriespeicher erlebt durch politische Anreize und Handelsbeschränkungen ein starkes Wachstum.
- USITC-Entscheidung zu Anodenmaterial aus China beeinflusst die Lieferkette.
Massive Investition in die US-Batterieproduktion
Die Tochtergesellschaft von Samsung SDI, Samsung SDI America mit Sitz in Michigan, ist für die Abwicklung des Vertrages zuständig. Zunächst werden NCA-Batteriezellen (Nickel-Kobalt-Aluminium) geliefert. Später soll das Angebot auf LFP-Batteriezellen (Lithium-Eisenphosphat) ausgeweitet werden. Diese Diversifizierung zeigt die Anpassungsfähigkeit von Samsung SDI an die Marktanforderungen und die verschiedenen Anwendungsbereiche von Energiespeichern.
Wichtige Fakten
- Vertragswert: 1,5 Billionen KRW (ca. 1 Milliarde US-Dollar).
- Lieferzeitraum: Vier Jahre, beginnend in diesem Jahr.
- Produktionsort: StarPlus Energy-Werk in Kokomo, Indiana.
- Batterietypen: Start mit NCA, später Erweiterung um LFP.
Spekulationen um den Abnehmer
Obwohl Samsung SDI den Namen des Abnehmers nicht öffentlich gemacht hat, gab es bereits 2025 Berichte über Verhandlungen zwischen Samsung SDI und Tesla. Diese Berichte, die sich auf ungenannte Quellen beriefen, deuteten auf einen mehrjährigen Liefervertrag über mehrere GWh für stationäre Energiespeicherbatterien hin. Auch LG Energy Solution soll eine ähnliche Vereinbarung mit Tesla getroffen haben.
Teslas Energiespeicher-Sparte ist anfälliger für US-China-Handelszölle als das Geschäft mit Elektrofahrzeugen. Die Batterien für Elektrofahrzeuge werden größtenteils in den USA produziert, während ESS-Zellen oft von internationalen, oft chinesischen, Lieferanten bezogen werden.
Wachstum der lokalen Fertigung in den USA
Südkoreanische Batteriehersteller bauen ihre Produktionskapazitäten in den USA verstärkt aus. Sie nutzen bestehende EV-Fabriken oder errichten neue Anlagen speziell für Energiespeicher. Dieser Trend wird maßgeblich durch den sogenannten 'One Big Beautiful Act' und seine Beschränkungen für ausländische Unternehmen ('Foreign Entity of Concern', FEOC) vorangetrieben.
Neben Samsung SDI haben auch LG Energy Solution und SK On ihre lokalen Fertigungskapazitäten erhöht. Sie haben auch Lieferverträge mit BESS-Integratoren in den USA angekündigt. Auch US-amerikanische Systemintegratoren wie Fluence und Unternehmen, die Nicht-Lithium-Batterien herstellen, wie Eos, erweitern ihre lokalen Liefernetzwerke.
„Ich denke, in ein paar Jahren wird sich die US-Lieferkette anders darstellen. Wenn viele Entwickler oder Unternehmen bereit sind, teure Ausrüstung zu kaufen, um politische Risiken zu vermeiden, werden wir in den USA inländische Ausrüstung oder vielleicht andere Importe aus Südkorea oder Südostasien sehen, solange diese Länder keine Verbindungen zu China haben.“
Isshu Kikuma, Energiespeicheranalyst bei BloombergNEF (BNEF)
Diese Aussage unterstreicht die Verschiebung hin zu einer diversifizierteren und lokaler orientierten Lieferkette in den Vereinigten Staaten. Die Vermeidung politischer Risiken spielt dabei eine zentrale Rolle für die Akteure im Markt.
Hintergrund: USITC-Entscheidung zu Anodenmaterial
Die US International Trade Commission (USITC) hat kürzlich entschieden, dass Importe von aktivem Anodenmaterial aus China die Entwicklung einer heimischen Industrie in den USA nicht wesentlich verzögert haben. Diese Entscheidung bedeutet, dass das US-Handelsministerium keine Antidumping- oder Ausgleichszölle (AD/CVD) auf diese Importe aus China erheben wird. Das Handelsministerium wird die im Vormonat vorübergehend verhängten hohen Zölle auf Graphitimporte aufheben und die Kautionen an die Importeure zurückerstatten.
Im Juli 2025 hatte das Handelsministerium vorläufig entschieden, Antidumpingzölle von 93,5 % auf Importe von aktivem Anodenmaterial (AAM) aus China zu erheben. Dies betraf auch AAM in fertigen Batterien, jedoch nicht fertige BESS-Produkte. Im Februar erhöhte das Handelsministerium die Ausgleichszölle auf AAM aus China auf 66,8 %, während die Antidumpingzölle bei 93,5 % blieben. Dies führte zu einem effektiven Gesamtsatz von 220 % auf AAM-Importe aus China.
Auswirkungen der USITC-Entscheidung auf die Lieferkette
Die negative Entscheidung der USITC ist für die amerikanische Batterieindustrie von großer Bedeutung. Die AD/CVD-Untersuchung wurde im Dezember 2024 auf Antrag der American Active Anode Material Producers (AAAMP) eingeleitet. Diese Koalition von Start-up-Unternehmen strebt die Etablierung einer heimischen AAM-Produktion an.
„Um die heimische Anodenkapazität zu entwickeln, benötigt die US-Industrie sicherlich staatliche Unterstützung, aber AD- und CVD-Fälle waren möglicherweise nicht der beste Ansatz zum Schutz. AD/CVD-Fälle erfordern den Nachweis einer Schädigung einer heimischen Industrie und waren in etablierten Industrien wie der heimischen Stahlindustrie unglaublich erfolgreich.“
Amy Bennett, Principal Consultant bei Fastmarkets
Bennett betonte, dass die USA noch keine erfolgreiche, qualifizierte und kommerziell tragfähige heimische Anodenindustrie aufgebaut haben. Dies mache es schwierig, einen Nachweis für einen bestehenden Schaden zu erbringen, da der Schaden eher hypothetisch und zukunftsgerichtet sei. Die Frage sei nun, wie die US-Regierung die Entwicklung dieser wichtigen Lieferkette für kritische Mineralien unterstützen wird, die tief in Verteidigungsanwendungen sowie ESS- und EV-Lithium-Ionen-Batterien involviert ist.
Zölle und ihre Entwicklung
- Juli 2025: Vorläufige Antidumpingzölle von 93,5 % auf AAM aus China.
- Februar 2026: Erhöhung der Ausgleichszölle auf AAM aus China auf 66,8 %.
- Gesamtrate: Effektive Gesamtrate von 220 % auf AAM-Importe aus China.
- März 2026: USITC-Entscheidung gegen dauerhafte Zölle.
James Willoughby, Principal Analyst bei Wood Mackenzie, ergänzte, dass es weiterhin Anreize für den Wechsel zu nicht-chinesischem Material gibt. Die 45X-Gutschriften werden von Batterieherstellern verlangen, nicht-chinesisches Anodenmaterial zu beziehen, aber diese werden ab 2030 auslaufen. Er fragt, ob dies ausreicht, um neue Kapazitäten online zu bringen.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Der öffentliche Bericht der USITC, 'Active Anode Material from China' (Inv. Nos. 701-TA-752 und 731-TA-1730 (Final), USITC Publication 5719, März 2026), wird voraussichtlich bis zum 26. April 2026 veröffentlicht. Er wird die Perspektiven und Untersuchungsergebnisse der USITC enthalten und auf deren Website zugänglich sein.
Die Entwicklungen in der Lieferkette und die politischen Entscheidungen werden auch auf dem kommenden Energy Storage Summit USA 2026 diskutiert. Die Veranstaltung, die vom 24. bis 25. März 2026 in Dallas, Texas, stattfindet, wird sich mit Themen wie FEOC-Herausforderungen, Strombedarfsprognosen und dem Management der BESS-Lieferkette befassen.
Die Zusammenarbeit zwischen Samsung SDI und den US-amerikanischen Partnern markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung einer widerstandsfähigeren und lokaler verankerten Energiespeicherindustrie in den Vereinigten Staaten. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Energiesicherheit und zur Erreichung der Klimaziele des Landes.





