Sambia hat kürzlich sein bisher größtes Hybrid-Energieprojekt eingeweiht. Das Leopards Hill Projekt, das Solar-Photovoltaik mit Batteriespeichern kombiniert, soll die Energieversorgung des Landes revolutionieren. Präsident Hakainde Hichilema betonte bei der Eröffnung die Bedeutung dieses Schrittes für die Stabilisierung des nationalen Stromnetzes und die Förderung erneuerbarer Energien.
Wichtigste Punkte
- Größtes Hybrid-Energieprojekt Sambias: 250 MWp Solar-PV und 150 MW/600 MWh Batteriespeicher.
- Investition von 315 Millionen US-Dollar.
- Stabilisierung des Stromnetzes und Unterstützung der Energiewende.
- Realisierung nach fast zehnjähriger Verzögerung dank Reformen.
- Schafft etwa 200 Arbeitsplätze während der Bauphase und 20 dauerhafte Stellen.
Ein Meilenstein für Sambias Energiewende
Das Leopards Hill Projekt ist ein entscheidender Schritt für Sambia auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und stabileren Energieversorgung. Es befindet sich in der Nähe von Kyindu Ranch im Chongwe District, etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Lusaka entfernt. Das Projekt wird von dem unabhängigen Stromerzeuger (IPP) Globeleq in Zusammenarbeit mit der sambischen Agrarinvestitionsgesellschaft Leopard Investment Company entwickelt.
Präsident Hichilema hob die Bedeutung des Projekts hervor. Er sprach von einem „großen Schritt zur Stabilisierung des sambischen Stromnetzes“ und unterstrich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes im Energiesektor. Dieser Ansatz fördere Investitionen in einen diversifizierten Energiemix und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen.
Fakten zum Projekt
- Kapazität Solar: 250 Megawattpeak (MWp)
- Kapazität Batteriespeicher: 150 Megawatt (MW) / 600 Megawattstunden (MWh)
- Geschätzte Investition: 315 Millionen US-Dollar
- Standort: Chongwe District, Lusaka Provinz, Sambia
Technologie für eine stabile Versorgung
Die Kombination aus Solarenergie und Batteriespeichern ist entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Der Batteriespeicher wird nicht nur Spitzenlasten abfangen, sondern auch zur Frequenzregelung und Spannungsstabilisierung beitragen. Dies sind wichtige Dienstleistungen, die ein modernes Stromnetz benötigt.
Jonathan Hoffman, CEO von Globeleq, äußerte sich positiv zum Projekt:
„Globeleq baut eine ausgewogene und flexible Plattform auf, die Sambias langfristige Energiestrategie unterstützt und ein nachhaltiges Wachstum im lokalen Bergbausektor ermöglicht.“Er betonte, dass das Leopards Hill Projekt das Energiesystem Sambias stärke und neue Möglichkeiten für den privaten Sektor in einem schnell wachsenden Markt eröffne.
Hintergrund: Globeleq und Afrikas Energiesektor
Globeleq ist ein unabhängiger Stromerzeuger, der sich auf Energieübergangstechnologien in Afrika konzentriert. Das Unternehmen ist im gemeinsamen Besitz der britischen und norwegischen Übersee-Investitionsfonds British International Investment und Norfund. Globeleq betreibt Kraftwerke in 18 afrikanischen Ländern und hat ein Portfolio von 1.885 MW. Ein weiteres Projekt ist das 153 MW/612 MWh Red Sands Projekt in Südafrika, Afrikas größter eigenständiger Batteriespeicher.
Überwindung von Hürden und zukünftige Aussichten
Das Leopards Hill Projekt wurde vor fast einem Jahrzehnt erstmals vorgeschlagen, aber aufgrund politischer und legislativer Hürden auf Eis gelegt. Erst durch jüngste Reformen im Energiesektor konnte die Realisierung vorangetrieben werden. Dies wurde auch von einem Vertreter des Entwicklers bei der Eröffnungsfeier bestätigt.
Die finanzielle Einigung für das Projekt wird für Ende dieses Jahres erwartet. Der Baubeginn ist für 2026 oder 2027 geplant und soll etwa 18 bis 24 Monate dauern. Während der Bauphase werden voraussichtlich rund 200 Arbeitskräfte beschäftigt sein. Nach Fertigstellung entstehen etwa 20 langfristige Arbeitsplätze in Betrieb und Wartung.
Umweltverträglichkeit und Standort
Ein Umweltverträglichkeitsgutachten (Environmental Impact Statement, EIS) wurde im Januar bei ZESCO eingereicht. Es besagt, dass das Projekt vollständig auf Privatland neben einer bestehenden ZESCO-Umspannstation errichtet wird. Es sind keine Umsiedlungen erforderlich. Bereits zwischen 2016 und 2018 gab es eine erste Umweltverträglichkeitsprüfung, bevor das Projekt pausiert wurde. Die Zambia Environmental Management Agency (ZEMA) forderte 2025 eine neue Prüfung an.
Das EIS kam zu dem Schluss, dass das Projekt „ökologisch akzeptabel und sozioökonomisch vorteilhaft ist, vorausgesetzt, die empfohlenen Minderungs- und Managementmaßnahmen werden vollständig umgesetzt.“
Afrikas Bedarf an Speicherlösungen
Der afrikanische Kontinent ist stark auf Energiespeicher angewiesen, um die Integration von Solar-Photovoltaik zu ermöglichen. Dies liegt an der oft unzuverlässigen Netzinfrastruktur. John van Zuylen, CEO der Africa Solar Industry Association (AFSIA), betonte dies in einem Interview. Er erklärte, dass die Speicherung von Strom in Afrika wirtschaftlich immer rentabler werde.
„Wir hatten fast ein Jahrzehnt konstanter [Strom-]Preissenkungen, bis zu dem Punkt, an dem die Speicherung so günstig wird, dass die Speicherung von Strom in Afrika wirtschaftlich rentabel ist“, sagte van Zuylen im Januar. Er fügte hinzu: „Solar-plus-Speicher wird absolut wettbewerbsfähig mit Netzpreisen und anderen Strombedürfnissen rund um die Uhr.“
Sambia hat das Potenzial, bis zu einem Gigawatt Solarenergie zu erzeugen. Präsident Hichilema verwies auf laufende Projekte wie Chisamba Solar, ein 200-MW-Projekt, dessen erste 100-MW-Phase Mitte 2025 in Betrieb genommen wurde. Dieses Projekt wurde von einer ZESCO-Tochtergesellschaft mit PowerChina entwickelt.





