Das polnische Umweltministerium hat eine Liste von 183 Energiespeicherprojekten veröffentlicht, die in die nächste Runde eines Förderprogramms mit einem Gesamtvolumen von 4,15 Milliarden Zloty (rund 1 Milliarde Euro) aufgenommen wurden. Diese Initiative soll den Ausbau der Energiespeicherkapazitäten in Polen massiv vorantreiben und die Energiewende des Landes unterstützen.
Wichtige Erkenntnisse
- Polen fördert Energiespeicher mit 1 Milliarde Euro.
- 183 Projekte haben die Qualifikation erreicht.
- Mindestanforderung für Projekte: 2 MW/4 MWh.
- Batteriespeicher sind die bevorzugte Technologie.
- Der Kapazitätsmarkt ergänzt die staatliche Förderung.
Massive Investitionen in grüne Energie
Das Förderprogramm, welches im März von der EU genehmigt wurde, wird vom Nationalen Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Polens verwaltet. Dieser Fonds untersteht direkt dem Umweltministerium. Die ausgewählten Projekte müssen eine Mindestleistung von 2 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 4 Megawattstunden (MWh) aufweisen, um förderfähig zu sein. Insgesamt hatten sich 480 Projekte für die Finanzierung qualifiziert. Aufgrund des begrenzten Budgets kommen jedoch nur die 183 Projekte mit den höchsten Bewertungen in die engere Auswahl. Diese Projekte erreichten mindestens 32 Bewertungspunkte.
Die Gesamtleistung der 183 qualifizierten Projekte beträgt beeindruckende 20 Gigawatt (GW) bei einer Speicherkapazität von 122 Gigawattstunden (GWh). Dies zeigt das enorme Potenzial und den Bedarf an Speicherkapazitäten in Polen. Die Liste der ausgewählten Vorhaben enthält sowohl etablierte Entwickler als auch staatliche Energieunternehmen.
„Die Förderung von Energiespeicherprojekten ist ein entscheidender Schritt für die Energiesicherheit und die Transformation unseres Energiesystems. Wir investieren in eine nachhaltige Zukunft.“
Fakten im Überblick
- Fördervolumen: 4,15 Milliarden Zloty (ca. 1 Milliarde Euro)
- Qualifizierte Projekte: 183 von 480 Bewerbern
- Mindestanforderung: 2 MW Leistung / 4 MWh Kapazität
- Gesamtkapazität der Projekte: 20 GW / 122 GWh
- Ziele: Energiesicherheit, Integration erneuerbarer Energien
Batteriespeicher im Fokus
Obwohl das Programm nicht explizit nur Batteriespeicher (BESS) als förderfähige Technologie nennt, ist die Ausrichtung klar. Die Anforderung einer Mindestrundreiseeffizienz von 90 Prozent begünstigt Batteriesysteme stark, da andere Speichertechnologien diese Effizienz nur schwer erreichen können. In den Programmdokumenten wird zudem ausführlich auf Batteriekomponenten eingegangen, was die Präferenz für diese Technologie unterstreicht.
Namhafte Unternehmen wie FRV und Grenergy gehören zu den Entwicklern, deren Projekte in der Top-Liste erscheinen. Auch Projekte des staatlichen Energieunternehmens PGE haben die nächste Runde erreicht. Viele weitere Akteure dürften über spezielle Projektgesellschaften (SPVs) an der Ausschreibung teilgenommen haben.
Komplementäre Maßnahmen zum Kapazitätsmarkt
Hintergrund: Polens Kapazitätsmarkt
Der Kapazitätsmarkt (CM) in Polen ist ein Mechanismus zur Sicherstellung der Stromversorgungssicherheit. Er vergibt langfristige Verträge an Erzeuger und Speicherbetreiber, die im Gegenzug für die Bereitstellung von Kapazität eine feste Vergütung erhalten. Dies schafft Investitionssicherheit für neue Projekte.
Der polnische Energiespeichermarkt wird durch staatliche Programme wie dieses sowie durch den Kapazitätsmarkt (CM) angeschoben. Der Kapazitätsmarkt vergibt seit 2022 langfristige Einnahmeverträge. Diese Verträge betreffen Lieferverpflichtungen, die in den Jahren 2027, 2028 und 2029 beginnen. Insgesamt wurden in den drei Auktionen fast 4,4 GW an BESS-Kapazität vergeben: 165 MW im Jahr 2022, 1,7 GW im Jahr 2023 und 2,5 GW im Jahr 2024. Der Bau einiger großer Projekte, unter anderem von Greenvolt und PGE, ist bereits im Gange. Die Auktion für das Jahr 2025, mit Lieferbeginn 2030, läuft aktuell vom 11. bis 24. Dezember.
Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Trotz der positiven Entwicklung gibt es in Polen noch Herausforderungen. Ein Vertreter von Grenergy äußerte sich auf dem Energy Storage Summit Central Eastern Europe 2025 im September kritisch. Er betonte, dass der Energiespeichersektor in Polen noch unzureichend reguliert sei und dies geändert werden müsse. Ein Experte des Optimierers Entrix fügte hinzu, dass das Land einen konkreteren langfristigen Plan für den Sektor benötige.
Die polnische Regierung erkennt die Bedeutung von Energiespeichern für eine stabile und nachhaltige Energieversorgung. Die massiven Investitionen und die Kombination aus Förderprogrammen und Kapazitätsmarkt sollen die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Die Entwicklung des Marktes wird genau beobachtet, und weitere Anpassungen der Rahmenbedingungen könnten folgen, um die Effizienz und Attraktivität für Investoren weiter zu steigern.
Blick auf die europäische Energiespeicherlandschaft
Polens Engagement im Bereich Energiespeicher ist Teil eines breiteren europäischen Trends. Viele Länder investieren in ähnliche Programme, um ihre Netze zu stabilisieren und die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solarenergie auszugleichen. Die Erfahrungen Polens könnten als Modell für andere Staaten dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Die europäische Energiespeicherbranche wächst rasant und wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele spielen.
- Regulierungsbedarf: Experten fordern klarere und langfristige Rahmenbedingungen.
- Marktwachstum: Staatliche Initiativen treiben den Sektor stark an.
- Technologiepräferenz: Batteriespeicher dominieren aufgrund ihrer Effizienz.





