Die Republik Palau, ein Inselstaat im westlichen Pazifik, baut seine Kapazitäten für erneuerbare Energien erheblich aus. Ein neues Batteriespeichersystem (BESS) mit 19,8 MWh wird einer bestehenden Solar-Plus-Speicheranlage hinzugefügt. Diese Erweiterung, unterstützt durch australische Entwicklungsfinanzierung, festigt Palaus Engagement für eine nachhaltigere Energiezukunft und reduziert die Abhängigkeit von importiertem Diesel.
Wichtige Fakten
- Palau erweitert seine Solar-Plus-Speicheranlage um 19,8 MWh Batteriespeicher.
- Die Gesamtspeicherkapazität der Anlage steigt auf 32,7 MWh.
- Australien unterstützt das Projekt finanziell über den AIFFP.
- Ziel ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Diesel und der Treibhausgasemissionen.
Ein wichtiger Schritt zur Energieunabhängigkeit
Die Erweiterung der Anlage auf der Insel Babeldaob ist ein entscheidender Schritt für Palau. Das Land war lange Zeit fast vollständig auf importierten Diesel angewiesen. Vor der Inbetriebnahme des ursprünglichen Projekts wurden über 99 % des Stroms aus der Verbrennung von Dieselkraftstoff erzeugt. Dies führte dazu, dass der Energiesektor bis zu 96 % der Treibhausgasemissionen des Landes verursachte.
Das ursprüngliche Solarprojekt, das im Juni 2023 eingeweiht wurde, war bereits die größte Solar-Plus-Speicheranlage im westlichen Pazifik. Es umfasste eine 15,28 MWp Solaranlage und ein 12,9 MWh Batteriespeichersystem. Mit der neuen Erweiterung wächst die gesamte Batteriekapazität auf 15 MWac/32,7 MWh an.
„Diese Erweiterung vertieft die Abkehr von fossilen Brennstoffen und stärkt unsere Energieunabhängigkeit erheblich.“
Finanzielle Unterstützung aus Australien
Die Finanzierung der Erweiterung erfolgt durch die Australian Infrastructure Financing Facility for the Pacific (AIFFP). Diese Einrichtung wurde 2019 von der australischen Regierung ins Leben gerufen, um Infrastrukturprojekte in Pazifikstaaten zu unterstützen. Gilbert+Tobin, eine Anwaltskanzlei, beriet die AIFFP bei dieser Transaktion. Das Projekt wird von Solar Pacific Pristine Power (SPPP) entwickelt und betrieben, einer Tochtergesellschaft des philippinischen Unternehmens Alternergy.
Zahlen und Fakten
- 19,8 MWh: Kapazität des neuen Batteriespeichers.
- 32,7 MWh: Gesamtkapazität des Speichers nach der Erweiterung.
- 15,28 MWp: Leistung der ursprünglichen Solaranlage.
- 29 Millionen US-Dollar: Gesamtkosten des ursprünglichen Projekts.
- 25 %: Anteil des Strombedarfs, den die Anlage decken soll.
Technologie und Partner
Für die Realisierung des Projekts arbeiten mehrere internationale Partner zusammen. Der deutsche EPC-Auftragnehmer Juwi Renewable Energies war bereits am Bau der ursprünglichen Anlage beteiligt. DNV fungierte als Eigentümeringenieur. Bei den Komponenten kommen First Solar PV-Module, SAFT-Batterien und SMA-Wechselrichter zum Einsatz. Diese Kombination gewährleistet eine robuste und effiziente Energieversorgung.
Die zusätzliche Speicherkapazität unterstützt das Stromnetz der Palau Public Utilities Corporation (PPUC). Sie verbessert die Integration erneuerbarer Energien und hilft, die Schwankungen der Solarstromerzeugung auszugleichen. Dies ist besonders wichtig für Inselnetze, die oft isoliert sind und eine hohe Stabilität benötigen.
AIFFP: Ein wichtiger Akteur im Pazifik
Die AIFFP hat seit ihrer Gründung rund 1,1 Milliarden AUD an Darlehen und 850 Millionen AUD an Zuschüssen für 58 Projekte in 11 Pazifikstaaten bereitgestellt. Der Fokus liegt zunehmend auf Projekten im Bereich erneuerbare Energien und Energiespeicherung. Im Januar 2026 kündigte der australische Außenminister weitere 550 Millionen AUD an Finanzmitteln an, was die Gesamtfinanzierung auf 4,55 Milliarden AUD erhöht.
Hintergrund: Inselstaaten und Energiesicherheit
Kleine Inselentwicklungsländer (SIDS) stehen vor besonderen Herausforderungen bei der Energiesicherheit. Sie sind oft stark von teuren Dieselimporten abhängig und haben isolierte Stromnetze. Batteriespeichersysteme sind hier entscheidend, um die Abhängigkeit zu verringern, die Netzstabilität zu verbessern und die nationalen Emissionsziele zu erreichen. Projekte wie das in Palau sind daher beispielhaft für die gesamte Region.
Globale Entwicklung im Pazifik
Das Palau-Projekt ist Teil eines größeren Trends. Überall im Pazifik und im Indischen Ozean entstehen Solar-Plus-Speicheranlagen. Die Energiesicherheit, die Abhängigkeit von Diesel und die Herausforderungen des Managements abgelegener Netze haben die Batteriespeicherung auf die politische Agenda gesetzt. Unternehmen wie Akuo Energy und Voltalia sind in französischen Überseegebieten aktiv. Akuo baut beispielsweise ein 50 MW/200 MWh BESS in Neukaledonien, das bei Vertragsvergabe als größtes BESS in Frankreich galt.
Solche Projekte nutzen immer häufiger netzbildende Wechselrichter, die im Falle eines Stromausfalls einen Schwarzstart des Netzes ermöglichen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern für die Netzresilienz in isolierten Stromsystemen. Palau folgt dieser Logik. Größere Speicherkapazitäten ermöglichen es, Solarstrom länger zu nutzen, die thermische Erzeugung zu reduzieren und die Netzstabilität zu verbessern, während der Anteil variabler erneuerbarer Energien steigt.
Der praktische Nutzen sind niedrigere Kraftstoffkosten, eine geringere Anfälligkeit für volatile Rohstoffmärkte und Fortschritte bei den nationalen Emissionszielen. Palau leistet mit dieser Investition einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung.





