Der Schweizer Energiekonzern Alpiq verstärkt seine Position im Bereich Batteriespeichersysteme (BESS). Das Unternehmen erwirbt eine 90-prozentige Beteiligung am britischen Entwickler und Betreiber Harmony Energy. Diese Akquisition erweitert das Portfolio von Alpiq um eine bedeutende Anzahl von Projekten und eine etablierte Entwicklungsplattform.
Wichtige Erkenntnisse
- Alpiq übernimmt 90 % der Anteile an Harmony Energy.
- Die Akquisition umfasst eine Multi-Gigawatt-Pipeline an BESS-Projekten.
- Rund 400 MW an im Bau befindlichen Anlagen gehen an Alpiq über.
- Harmony Energy bleibt als unabhängiges Unternehmen bestehen.
- Peter Kavanagh behält 10 % der Anteile und bleibt CEO.
Strategische Expansion im Energiespeichermarkt
Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt für Alpiq, um seine Flexibilitätsangebote im europäischen Strommarkt auszubauen. Harmony Energy ist ein etablierter Akteur in der Entwicklung und im Betrieb von Batteriespeichersystemen. Das Unternehmen verfügt über eine beeindruckende Erfolgsbilanz und eine vielversprechende Projektpipeline.
Durch diese Akquisition sichert sich Alpiq den Zugang zu einer Entwicklungsplattform und einer Multi-Gigawatt-Pipeline von BESS-Projekten. Dies umfasst auch rund 400 MW an Anlagen, die sich bereits im Bau befinden. Diese Kapazitäten sind entscheidend für die Stabilität und Effizienz moderner Stromnetze, insbesondere angesichts des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien.
Faktencheck
- Harmony Energy hat bisher 18 netzgekoppelte BESS-Projekte mit einer Gesamtkapazität von über 700 MW realisiert.
- Die Pipeline von Harmony Energy umfasst weitere Projekte, darunter eine Anlage im Vereinigten Königreich, deren Inbetriebnahme für das dritte Quartal dieses Jahres geplant ist.
Kontinuität und Zusammenarbeit
Trotz der Mehrheitsbeteiligung wird Harmony Energy weiterhin als unabhängiges Unternehmen unter seiner eigenen Marke operieren. Diese Struktur soll die Agilität und Innovationskraft des Unternehmens bewahren. Peter Kavanagh, Mitbegründer von Harmony Energy, wird seine Rolle als CEO fortsetzen und einen Anteil von 10 % am Unternehmen behalten.
Christoph Bellin, Leiter BESS bei Alpiq, wird dem Management Board von Harmony Energy beitreten. Er wird seine bestehende Rolle bei Alpiq beibehalten. Diese Doppelrolle soll eine enge Integration und Koordination zwischen den beiden Unternehmen sicherstellen.
„Diese Übernahme festigt unsere Position im dynamischen Markt für Energiespeicher und ermöglicht es uns, unsere Flexibilitätslösungen für unsere Kunden weiter auszubauen“, so ein Vertreter von Alpiq.
Bestehende Partnerschaften und Vertrauen
Die Transaktion ist das Ergebnis einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen Alpiq und Harmony Energy. Zuvor hatte der Schweizer Stromproduzent bereits zwei BESS-Projekte von Harmony Energy erworben. Dazu gehören ein 100 MW/200 MWh Projekt im Hafen von Nantes Saint-Nazaire, das im Januar dieses Jahres erworben wurde, und ein weiteres Projekt in Oise, nördlich von Paris, im November 2024.
Diese früheren Transaktionen haben ein gegenseitiges Vertrauen auf Geschäftsebene geschaffen. Dies bildete die Grundlage für den nun erfolgten wichtigen Schritt der Übernahme. Die finanziellen Details der Transaktion wurden von beiden Parteien nicht bekannt gegeben.
Hintergrund: Die Bedeutung von BESS
Batteriespeichersysteme (BESS) spielen eine entscheidende Rolle bei der Energiewende. Sie speichern überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, die Netzstabilität zu gewährleisten und Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen. Ihre Flexibilität ist unerlässlich für ein modernes, dezentrales Energiesystem.
Zukunftsaussichten und Marktpotenzial
Die Akquisition ermöglicht es Alpiq, seine Präsenz in Schlüsselmärkten auszubauen. Harmony Energy ist auch in Deutschland aktiv und hat im April eine dreijährige Entwicklungsfinanzierung für seine 3 GW deutsche BESS-Pipeline erhalten. Diese Finanzierung erfolgte über NEDF, eine Partnerschaft, die von der Investmentfirma Triple Point verwaltet wird.
Die Größe der erworbenen Projektpipeline von Harmony Energy deutet darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin Projekte und Anlagen an Drittinvestoren veräußern könnte. Dies ist eine Praxis, die Harmony Energy bereits in der Vergangenheit erfolgreich angewendet hat. Ein Beispiel hierfür ist der Verkauf des Harmony Energy Income Trust (HEIT) an den Vermögensverwalter Foresight Group.
Die Integration der Expertise von Harmony Energy in die Alpiq-Gruppe wird voraussichtlich zu einer Beschleunigung der Projektentwicklung führen. Dies ist ein klares Zeichen für das wachsende Engagement von Alpiq im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energiespeicherung. Der Markt für Batteriespeichersysteme wird in den kommenden Jahren weiter stark wachsen, angetrieben durch den Bedarf an Netzflexibilität und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
Regionale Schwerpunkte und Wachstum
- Vereinigtes Königreich: Harmony Energy ist bekannt für seine Projekte im UK, darunter die Entwicklung für den Harmony Energy Income Trust.
- Europa: Die operative Präsenz erstreckt sich über mehrere europäische Länder, was Alpiq eine breitere Marktbasis verschafft.
- Deutschland: Eine 3 GW-Pipeline in Deutschland zeigt das große Potenzial in einem der größten Energiemärkte Europas.
Die Übernahme stärkt nicht nur Alpiqs Position, sondern sendet auch ein starkes Signal an den Markt für erneuerbare Energien. Sie unterstreicht die Bedeutung von strategischen Partnerschaften und Akquisitionen, um die Energiewende voranzutreiben und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.





