Die britische Energiespeicherlandschaft erlebt einen erheblichen Schub. Zwei Unternehmen, Field und Pulse Clean Energy, haben diese Woche Fortschritte bei Projekten mit einer kombinierten Kapazität von über 1,3 GWh gemeldet. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die Stabilität des Stromnetzes und die Integration erneuerbarer Energien.
Wichtige Erkenntnisse
- Field sichert Finanzierung für zwei neue Batteriespeicherprojekte mit 239 MW/1 GWh.
- Pulse Clean Energy wählt Envision Energy für sein 129 MW/310 MWh Projekt in Wolverhampton.
- Statkraft sichert langfristige Vermarktung für Pulse's 128 MW Penn BESS.
- Die Projekte verbessern die Netzstabilität und fördern die Dekarbonisierung.
Field erweitert Portfolio um 1 GWh Speicherkapazität
Das britische Batteriespeicherentwicklungsunternehmen Field hat die Finanzierung für zwei neue Batteriespeichersysteme (BESS) im Vereinigten Königreich abgeschlossen. Diese Projekte fügen 239 MW/1 GWh an flexibler Kapazität zu Fields Baupipeline hinzu. Die neuen Standorte, Keith in Schottland und Hartmoor im Nordosten Englands, erweitern das bestehende Portfolio des Unternehmens.
Das Projekt Keith, eine 39 MW/200 MWh große Batteriespeicheranlage, gehört zu den BESS-Projekten mit der längsten Speicherdauer, die bisher im Vereinigten Königreich finanziert wurden. Es wird voraussichtlich im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Die Anlage soll dazu beitragen, Engpässe an der B4-Übertragungsgrenze in Schottland zu bewältigen, einem kritischen Bereich im zentralen Schottland.
Faktencheck
- Keith Projekt: 39 MW/200 MWh Speicherkapazität.
- Finanzierung: Gesichert durch ING Group und Rabobank.
- Technologiepartner: Sungrow liefert das Batteriesystem, RJ McLeod übernimmt die Balance-of-Plant-Arbeiten.
Hartmoor: Unterstützung für Offshore-Windenergie und Netzausbau
Das Hartmoor-Projekt ist mit 200 MW/800 MWh deutlich größer. Es wird zusätzliche Flexibilität im Nordosten Englands schaffen, wo die Offshore-Windkapazität wächst und ältere Kraftwerke stillgelegt werden. Dieses System soll die Integration des Dogger Bank Windparks unterstützen und das Netz entlasten, wenn das Kernkraftwerk Hartlepool von EDF Energy stillgelegt wird.
Für Hartmoor liefert Envision Energy das Batteriespeichersystem, während H&MV Engineering die Balance-of-Plant-Arbeiten ausführt. ABN AMRO und Rabobank sicherten die Finanzierung. Beide Projekte werden mit Fields hauseigener Optimierungsplattform Gaia betrieben. Die Einnahmen werden durch Day-Ahead-Swaps mit finanzstarken Gegenparteien unterstützt.
„Keith und Hartmoor bringen uns auf vier große Batterieprojekte im Bau, zusätzlich zu unserer wachsenden Betriebsflotte – ein Beweis dafür, dass Field mehrere komplexe Speicherprojekte gleichzeitig, schnell und in verschiedenen Märkten bauen und betreiben kann“, sagte Amit Gudka, CEO von Field. „Beide werden vom ersten Tag an von Gaia optimiert, wodurch unsere interne Plattform über unser wachsendes Portfolio erweitert wird.“
Pulse Clean Energy treibt Projekte in den West Midlands voran
Parallel dazu hat Pulse Clean Energy wichtige Schritte bei seinen Projekten in den West Midlands unternommen. Das Unternehmen wählte Envision Energy als Technologiepartner für sein 129 MW/310 MWh Batteriespeicherprojekt in Wolverhampton. Ursprünglich für eine Speicherdauer von zwei Stunden konzipiert, wurde das System auf 2,4 Stunden umkonfiguriert, um den sich ändernden Anforderungen des britischen Stromnetzes gerecht zu werden.
Hintergrundinformationen
Batteriespeichersysteme sind entscheidend für moderne Stromnetze. Sie speichern überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne und geben sie bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, Schwankungen in der Stromversorgung auszugleichen, die Netzstabilität zu verbessern und die Integration von mehr sauberer Energie zu ermöglichen.
Envision Energy wird eine Systemlösung liefern, die ihre Gen 7 BESS-Plattform, Batterietechnologie und netzbildende Fähigkeiten umfasst. Das britische Ingenieurteam von Envision Energy wird die Netzintegration und die Balance-of-Plant-Arbeiten überwachen. Laut Pulse wird das Batteriesystem die regionale Netzsicherheit stärken und die Dekarbonisierung wichtiger Industriesektoren in den West Midlands, einschließlich Fertigung und Logistik, unterstützen.
„Die Energielandschaft des Vereinigten Königreichs entwickelt sich rasant, und Batteriespeicher spielen eine entscheidende Rolle in modernen Energiesystemen. Batterien gleichen Angebot und Nachfrage aus, verbessern die Sicherheit des Netzes und unterstützen kostengünstigeren Strom für Verbraucher und Unternehmen“, erklärte Aazzum Yassir, Director of Technology and Operations bei Pulse Clean Energy. „Dieses Projekt mit Envision Energy ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der West Midlands, und wir freuen uns darauf, langfristigen Wert für das lokale Netz und die Gemeinden und Unternehmen, denen es dient, zu liefern.“
Die Unternehmen haben keine Details zu den finanziellen Werten oder genauen Zeitplänen der Projekte bekannt gegeben. Das Projekt in Wolverhampton nutzt die siebte Generation der BESS-Plattform von Envision und ist Teil der Strategie des Unternehmens, sein Portfolio an zukünftigen Energiesystemen im Vereinigten Königreich auszubauen.
Langfristige Vermarktung durch Statkraft für Penn BESS
Pulse Clean Energy hat zudem eine langfristige Route-to-Market (RTM)-Vereinbarung mit dem norwegischen unabhängigen Stromerzeuger (IPP) Statkraft für sein 128 MW Penn BESS-Projekt in Wolverhampton unterzeichnet. Diese Vereinbarung sieht vor, dass Statkraft Handels- und Optimierungsdienstleistungen für das an das Verteilungsnetz angeschlossene Projekt erbringt. Eine langfristige Umsatzgarantie soll die Projektfinanzierung unterstützen.
Details zur Penn BESS Vereinbarung
- Kapazität: 128 MW.
- Partner: Statkraft für Handels- und Optimierungsdienstleistungen.
- Inbetriebnahme: Voraussichtlich Anfang 2028.
- Ziel: Maximierung der Einnahmen und erhöhte operative Transparenz.
Die Handelsplattform von Statkraft wird die Batterie über mehrere Strommärkte hinweg optimieren. Dabei werden die technischen Fähigkeiten der Anlage und die Risikopräferenzen von Pulse berücksichtigt. Ziel ist es, die Einnahmen zu maximieren und gleichzeitig eine höhere operative Transparenz zu gewährleisten. Das Penn BESS-Projekt soll voraussichtlich Anfang 2028 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Diese umfangreichen Investitionen in Batteriespeichertechnologien sind ein klares Signal für die Entschlossenheit des Vereinigten Königreichs, seine Energiewende voranzutreiben. Sie sind entscheidend, um das Stromnetz zu stabilisieren, die Integration erneuerbarer Energien zu fördern und die Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, Technologieanbietern und Finanzpartnern unterstreicht die Komplexität und Bedeutung dieser Infrastrukturprojekte.





