Origin Energy hat den kommerziellen Betrieb seines 300 MW/650 MWh Batteriespeichersystems (BESS) in Mortlake, Victoria, Australien, aufgenommen. Die Anlage, ein Projekt von rund 400 Millionen Australischen Dollar (etwa 279 Millionen US-Dollar), ist ein wichtiger Schritt für die Energiesicherheit der Region und wurde nach umfangreichen Inbetriebnahmephasen erfolgreich in Betrieb genommen.
Wichtige Fakten
- 300 MW/650 MWh Batteriespeicher in Mortlake, Victoria.
- Projektkosten: 400 Millionen AUD (279 Millionen USD).
- Nutzt netzbildende Wechselrichter-Technologie zur Netzstabilisierung.
- Anlage direkt an das 500-kV-Umspannwerk von AusNet angeschlossen.
- Fluence war der Hauptauftragnehmer für den Bau.
Ein Meilenstein für Australiens Energienetz
Der neue Batteriespeicher von Origin Energy in Mortlake ist ein entscheidendes Element für die Stabilität des australischen Stromnetzes. Die Anlage befindet sich am Standort des bestehenden Mortlake-Kraftwerks, etwa 200 Kilometer westlich von Melbourne. Sie ist direkt mit dem 500-kV-Umspannwerk von AusNet verbunden, was eine effiziente Einspeisung und Entnahme von Energie ermöglicht.
Die Bauarbeiten für das Projekt begannen im August 2024, nachdem Origin Energy das Vorhaben im Januar 2024 angekündigt hatte. Fluence, ein weltweit führender Anbieter von Energiespeicherlösungen, war für die Errichtung des Systems verantwortlich.
Interessanter Fakt
Der Mortlake-Speicher ist eines der größten Batteriespeichersysteme in Victoria und trägt maßgeblich zur Integration erneuerbarer Energien bei.
Innovative Netzbildende Technologie
Was den Mortlake-Speicher besonders macht, ist der Einsatz von netzbildender Wechselrichter-Technologie. Diese Technologie unterscheidet sich von herkömmlichen netzfolgenden Batteriesystemen. Netzbildende Wechselrichter können ihre eigene interne Spannungswellenform referenzieren und bei Bedarf unabhängig von anderen Erzeugungsquellen arbeiten. Dadurch stabilisieren sie das Stromnetz ähnlich wie synchrone Generatoren.
Diese Fähigkeit ist besonders wichtig in einem Netz, das zunehmend auf intermittierende erneuerbare Energien setzt. Die netzbildende Technologie hilft, Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz stabil zu halten. Obwohl die australische Energieaufsichtsbehörde (AEMO) noch nicht bestätigt hat, dass netzbildende Systeme die höchsten Anforderungen an die Netzstabilität im National Electricity Market (NEM) erfüllen, ist die Technologie in Australien weit verbreitet. Laut AEMO sind 74% der geplanten 33,2 GW Batteriespeicherkapazität im NEM mit netzbildenden Wechselrichtern ausgestattet.
„Die netzbildende Technologie ist ein Kernpfeiler der Batteriespeichersysteme in Australien und entscheidend für die zukünftige Netzstabilität.“
Der Weg zur kommerziellen Nutzung
Der kommerzielle Start des Mortlake-Speichers erfolgte nach einem umfassenden Testprozess, der Anfang 2026 begann. Das System, im AEMO-Register als MLB01 geführt, wurde im März 2026 in das Marktmanagementsystem der AEMO integriert. Dies markierte den Beginn von Tests zur Einspeisung und Entnahme bei geringer Last, um die reibungslose Integration in das Übertragungsnetz von Victoria zu überprüfen.
Bereits im November 2025 hatte Origin Energy bedingungslose Anschlussvereinbarungen mit der AEMO abgeschlossen. Diese Vereinbarungen schufen die notwendige regulatorische Sicherheit für die letzten Bauphasen des Projekts, nachdem alle technischen Bewertungen und Studien zu Netzauswirkungen erfolgreich abgeschlossen waren.
Hintergrundinformationen
Origin Energy ist eines der größten Energieunternehmen Australiens. Es agiert sowohl als Erzeuger als auch als Einzelhändler von Strom, Gas und erneuerbaren Energien. Das Unternehmen spielt eine zentrale Rolle bei der Energiewende in Australien.
Strategische Standortwahl und zukünftige Entwicklungen
Die Lage des Mortlake-Speichers in West-Victoria ist strategisch günstig. Sie ergänzt eine wachsende Konzentration von Batteriespeichern im Netzmaßstab in dieser Region. Etwa 30 Kilometer nordwestlich liegt beispielsweise der 100 MW/200 MWh Terang BESS. Diese Häufung großer Batteriespeichersysteme in der Region spiegelt die Verfügbarkeit etablierter Übertragungsinfrastrukturen an ehemaligen Kraftwerksstandorten wider. Zudem zeigt sie den Wert, den netzbildende Anlagen in Netzbereichen bieten, in denen synchrone Erzeugung schrittweise eingestellt wird.
Für Origin Energy stellt Mortlake eine Veränderung in der Nutzung bestehender Erzeugungsanlagen dar. Das Unternehmen kombiniert Batteriespeicher mit Standorten, die bereits über Netzanschlüsse für thermische Kraftwerke verfügen. Dieser Ansatz reduziert die Kosten und die Vorlaufzeit, die mit einer neuen Übertragungsinfrastruktur verbunden sind. Dies ist ein Faktor, der zunehmend die Standortwahl für große Batteriespeicherprojekte im NEM bestimmt, da Entwickler um Anschlusskapazitäten in Gebieten mit ausreichender Netzkapazität konkurrieren.
Die Inbetriebnahme von Mortlake ist ein klares Zeichen für Australiens Engagement, seine Energieversorgung zu dekarbonisieren und gleichzeitig die Netzstabilität zu gewährleisten. Solche Projekte sind entscheidend, um den Übergang zu einer nachhaltigeren Energiezukunft zu unterstützen.





