Octopus Australia, ein führender Energie-Fondsmanager, hat Pläne für ein riesiges Batteriespeichersystem (BESS) namens Blackstone in Queensland, Australien, vorgestellt. Das Projekt mit einer Kapazität von 500 MW/2.000 MWh wurde zur Genehmigung nach dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act an die australische Bundesregierung verwiesen. Es soll in der Nähe einer bestehenden Umspannstation entstehen und die Energiespeicherung in der Region erheblich verstärken.
Wichtige Fakten
- Projektname: Blackstone Batteriespeichersystem (BESS)
- Kapazität: 500 MW / 2.000 MWh
- Standort: Swanbank, Ipswich, Queensland
- Entwickler: Octopus Australia
- Baubeginn: Geplant für November 2026
- Betriebsdauer: Voraussichtlich 25 Jahre
Ein wichtiger Schritt für Australiens Energiespeicherung
Das Blackstone-Projekt ist ein Standalone-Batteriespeichersystem, das eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes in Queensland spielen wird. Octopus Australia, zu 100 % Eigentümer der Betreibergesellschaft Blackstone BESS OpCo Pty Ltd, verwaltet in Australien bereits ein Portfolio von über 16 Milliarden AUD (etwa 10 Milliarden Euro) an Wind-, Solar- und Batteriespeicherprojekten.
Die Einreichung des Blackstone-Projekts folgt auf die Meldung des Hanworth-Batterieprojekts in New South Wales im August. Dieses Projekt, mit 1,2 GW/4,8 GWh als Australiens größter geplanter BESS beschrieben, unterstreicht das Engagement von Octopus Australia im Bereich der erneuerbaren Energien.
Interessanter Fakt
Das Blackstone-Projekt würde auf einem 7,25 Hektar großen Gelände in Swanbank entstehen. Dieses Land wurde historisch durch den Kohlebergbau genutzt und wird nun für Energieinfrastruktur umgewidmet. Dies zeigt einen klaren Trend zur Umnutzung ehemaliger Bergbaugebiete für saubere Energieprojekte.
Standort und Zeitplan
Das geplante Batteriespeichersystem liegt in Swanbank, im Stadtgebiet von Ipswich in Queensland. Es grenzt direkt an die bestehende Blackstone 275-kV-Umspannstation. Das Gelände befindet sich in einem Industriegebiet, das früher vom Tagebau und Untertagebau geprägt war. Mit dem Rückgang des Bergbaus wird dieser Bereich zunehmend für die Energieinfrastruktur neu genutzt.
Der Baubeginn ist für November 2026 geplant. Die Fertigstellung wird für Anfang 2029 erwartet. Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage etwa 25 Jahre lang in Betrieb sein. Sie wird über unterirdische Kabel direkt an das 275-kV-Übertragungsnetz von Queensland angeschlossen.
„Die Entwicklung solcher großflächiger Batteriespeichersysteme ist entscheidend für die Energiewende in Australien und die Integration erneuerbarer Energien in das Netz“, so ein Sprecher von Octopus Australia.
Genehmigungsprozess und weitere Schritte
Die Einreichung beim Bundesumweltministerium (EPBC Act) ist ein wichtiger Schritt im Genehmigungsprozess. Das Projekt benötigt jedoch noch weitere Freigaben. Dazu gehören die endgültigen Betriebsgenehmigungen des Stadtrats von Ipswich. Auch die Finanzierung muss abgeschlossen werden, um den Financial Close zu erreichen.
Weitere Verträge sind ebenfalls noch zu unterzeichnen. Dazu gehören Ingenieur-, Beschaffungs- und Bauverträge (EPC) sowie langfristige Servicevereinbarungen (LTSA) mit Tesla. Auch die Anschluss- und Zugangsvereinbarungen mit dem Übertragungsnetzbetreiber Powerlink Queensland stehen noch aus.
Umweltauswirkungen und Koalas
Eine ökologische Bewertung im Rahmen der EPBC-Einreichung ergab, dass das Projekt zum Verlust von etwa 3,26 Hektar Restvegetation führen könnte. Diese Vegetation dient als Lebensraum für den gefährdeten Koala. Dazu gehören primäre, sekundäre und ergänzende Futterbaumarten.
Felduntersuchungen haben zwar keine Koalas direkt auf dem Gelände beobachtet, aber die Nutzung des Lebensraums ist wahrscheinlich zeitweise. Die Fläche dient hauptsächlich als Nahrungs- und Bewegungskorridor in einer bereits fragmentierten und stark industrialisierten Landschaft. Es wurden keine bedrohten ökologischen Gemeinschaften im Projektgebiet identifiziert. Derzeit sind keine Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen.
Hintergrundinformationen
Die Einreichung erfolgte vorsorglich. Dies ist auf den Schutzstatus der Koalas und den anhaltenden Rückgang ihres Lebensraums im Südosten Queenslands zurückzuführen. Octopus Australia betont die Bedeutung des vorsorglichen Handelns angesichts der Sensibilität des Themas.
Swanbank: Ein aufstrebender Clean Energy Hub
Das Blackstone-Projekt reiht sich in eine Reihe von Batteriespeicherentwicklungen im selben Swanbank-Industriegebiet ein. Queensland hat dieses Gebiet als potenziellen Clean Energy Hub ausgewiesen.
- Noblevale Battery: Ein Joint Venture namens ZEBRE (HD Renewable Energy und ZEN Energy) hat ebenfalls sein 180 MW/360 MWh Noblevale Battery-Projekt zur EPBC-Bewertung eingereicht. Auch dieses Projekt wird an die Blackstone-Umspannstation angeschlossen.
- CleanCo Queensland Swanbank BESS: CleanCo Queensland hat bereits im Februar 2026 ein 250 MW/500 MWh BESS in derselben Gegend eröffnet. Dieses System wurde auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Swanbank B errichtet. Dies zeigt einen klaren Trend zur Umwandlung ehemaliger Kohle- und Bergbauinfrastruktur in Batteriespeicheranlagen.
Diese Entwicklungen unterstreichen die Strategie, alte Industriegebiete für die neue Energiewirtschaft zu nutzen. Dies fördert die Dekarbonisierung und schafft neue Wirtschaftszweige.
Herausforderungen im Genehmigungsprozess
Die Menge der Projekte, die in den letzten Monaten das EPBC-Verfahren durchlaufen, hat die Aufmerksamkeit von Industrieverbänden auf sich gezogen. Die Clean Energy Investor Group veröffentlichte im Juli einen Bericht. Darin forderte sie die Bundesregierung auf, schnellere und konsistentere Entscheidungen gemäß dem reformierten Gesetz zu treffen.
Die Gruppe vertritt Entwickler und Investoren mit über 16 GW installierter Kapazität und einer Projektpipeline von über 46 GW landesweit. Ihr Bericht stellte fest, dass die National Environmental Standards, ein Offsets-Rechner und eine formale Definition von „Netto-Gewinn“ Mitte 2026 noch in der Entwicklung waren. Dies geschah, obwohl der Environment Protection Reform Act 2025 die meisten Bewertungsbefugnisse bereits an eine neue National Environmental Protection Agency delegiert hatte. Die vollständige Umsetzung der Reformen ist bis Dezember 2026 erforderlich.
Die Beschleunigung dieser Prozesse ist entscheidend für das Erreichen der Klimaziele Australiens und die Sicherstellung einer zuverlässigen Energieversorgung.





