BW ESS, ein Betreiber von Energiespeicherlösungen, hat ein umfassendes Batterie-Energiespeichersystem (BESS) mit einer Leistung von 700 Megawatt (MW) zur Umweltprüfung in Australien eingereicht. Das Projekt, bekannt als Bannaby BESS, soll die Energiespeicherlandschaft in New South Wales (NSW) erheblich stärken und die Stabilität des Stromnetzes verbessern.
Dieses Vorhaben ist entscheidend, da NSW bis 2030 eine Speicherkapazität von 56 Gigawattstunden (GWh) benötigt, was einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber den Prognosen von Mitte 2025 entspricht. Derzeit sind in NSW lediglich 12,5 GWh vertraglich vereinbart oder in Umsetzung.
Wichtige Fakten
- 700 MW Leistung: Das Bannaby BESS-Projekt wird eine Kapazität von 700 MW haben.
- Standort: 18 km östlich von Taralga, Upper Lachlan Shire, New South Wales.
- Baubeginn: Geplant für 2027, Bauzeit ca. 18 Monate.
- Lebensdauer: Mindestens 30 Jahre Betriebsdauer.
- Verbindungsnetz: Anbindung an das bestehende Bannaby 500kV Umspannwerk.
Standort und Infrastruktur des Bannaby BESS
Das vorgeschlagene Bannaby BESS-Projekt wird sich über eine Fläche von 68 Hektar erstrecken, verteilt auf drei Grundstücke an der Hanworth Road. Diese Fläche befindet sich etwa 18 Kilometer östlich der Stadt Taralga im Upper Lachlan Shire, New South Wales. Die strategische Lage ermöglicht eine direkte Anbindung an das bestehende Bannaby 500kV Umspannwerk, welches ein integraler Bestandteil des Hochspannungsnetzes von NSW ist.
Ein Teil des Projektgebiets, etwa 18 Hektar, überschneidet sich mit dem bereits genehmigten HumeLink-Übertragungsprojekt. In diesem Bereich wurden bereits Rodungsarbeiten unter separaten Genehmigungen durchgeführt. Dies zeigt eine gewisse Synergie mit bereits laufenden Infrastrukturprojekten in der Region.
Interessanter Fakt
Die Anlage wird rund um die Uhr ferngesteuert überwacht, um einen sicheren und effizienten Betrieb über die gesamte Lebensdauer zu gewährleisten.
Umweltauswirkungen und Landnutzung
Das Projektgebiet besteht hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzten Flächen, die historisch für die Viehzucht verwendet wurden. Es gibt jedoch auch Bereiche mit einheimischer Vegetation, die als Abgrenzungen zwischen den Weiden dienen. Innerhalb des Projektgebiets wurden zwei naturnahe Pflanzengesellschaften identifiziert: der Wollondilly-Shoalhaven Slopes Grassy Open Forest und der Southern Tableland Box Woodland.
Diese Pflanzengesellschaften erstrecken sich über etwa 55 Hektar in fünf verschiedenen Zustandsklassen. Darüber hinaus umfasst das Gebiet 1,78 Hektar nicht-einheimisches Grasland sowie 7,76 Hektar befestigte Wege, bestehende landwirtschaftliche Gebäude und die Infrastruktur des Umspannwerks. Die Umweltprüfung im Rahmen des EPBC Act wird sicherstellen, dass mögliche Auswirkungen auf diese Ökosysteme umfassend bewertet und minimiert werden.
Genehmigungsprozess und Zeitplan
BW ESS hat den Antrag für das Bannaby BESS gemäß dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act eingereicht. Die Baugenehmigung hängt von der Zustimmung des Ministers für Planung und öffentliche Räume ab und wird gemäß Abschnitt 4.36 des Environmental Planning and Assessment Act 1979 bewertet. Nach Erhalt aller notwendigen Genehmigungen ist der Baubeginn für 2027 vorgesehen.
Die Bauphase wird voraussichtlich 18 Monate dauern. In Spitzenzeiten werden etwa 150 Arbeitskräfte über einen Zeitraum von rund fünf Monaten auf der Baustelle tätig sein. Das System ist für eine Betriebslebensdauer von mindestens 30 Jahren ausgelegt, was eine langfristige Investition in die Energiesicherheit der Region darstellt.
„New South Wales benötigt bis 2030 eine Speicherkapazität von 56 GWh, was eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber den Prognosen von Mitte 2025 bedeutet.“
Herausforderungen und Ziele für New South Wales
Die Einreichung des Bannaby-Projekts kommt zu einem Zeitpunkt, an dem New South Wales vor großen Herausforderungen beim Ausbau der Energiespeicherung steht. Der Bundesstaat muss seine Energiespeicherkapazität drastisch erhöhen, um die Stabilität des Netzes aufrechtzuerhalten, während kohlebefeuerte Kraftwerke schrittweise stillgelegt werden. Aktuell sind in NSW nur 12,5 GWh an Speicherkapazität vertraglich gebunden oder in der Umsetzung.
Dies bedeutet, dass der Bundesstaat innerhalb von nur vier Jahren mehr als das Vierfache seiner derzeit vertraglich vereinbarten Kapazität bereitstellen muss. Die beschleunigte Einführung von Solarenergie erfordert grundlegende Anpassungen in der Netzverwaltung. Projekte wie das Bannaby BESS sind daher von entscheidender Bedeutung, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Hintergrund: HumeLink-Projekt
Das HumeLink-Übertragungsprojekt, mit dem sich ein Teil des Bannaby-Gebiets überschneidet, begann im Februar 2025 mit vorbereitenden Arbeiten. Die Hauptbauphase startete im September 2025. Dieses Projekt ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Modernisierung der Energieinfrastruktur in NSW.
Wachsende Pipeline an Batterieprojekten in Australien
Das Bannaby-Projekt reiht sich in eine wachsende Liste von Batteriespeicherprojekten ein, die sich in NSW im Bau oder in Planung befinden. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Akquisition des 1,2 GW/4,8 GWh Hanworth BESS durch Octopus Australia im Februar 2026, ebenfalls in der Nähe von Bannaby. Diese Projekte sind entscheidend für die Transformation des australischen Energiemarktes.
Auch in anderen Bundesstaaten Australiens schreitet der Ausbau der Batteriespeicherung voran. RES Australia hat im April 2026 ein 400 MW/2.400 MWh BESS-Projekt für einen Standort in Victoria, etwa 80 Kilometer südöstlich von Melbourne, zur EPBC-Prüfung eingereicht. Dieses 6-stündige Bunyip North Projekt soll ebenfalls auf landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen und der Baubeginn ist für Mitte 2027 geplant.
- NSW: 700 MW Bannaby BESS (BW ESS), 1,2 GW/4,8 GWh Hanworth BESS (Octopus Australia).
- Victoria: 400 MW/2.400 MWh Bunyip North BESS (RES Australia).
- Western Australia: Hybridprojekt mit 1.000 MW Wind, 500 MW Solar und 500 MW BESS (Synergy).
In Western Australia hat Synergy im April 2026 ein Hybrid-Projekt zur EPBC-Prüfung vorgelegt. Dieses Projekt umfasst bis zu 1.000 MW Windenergie, 500 MW Solarenergie und ein 500 MW BESS. Der geplante Tathra Windpark, 15 Kilometer östlich von Eneabba gelegen, würde eine Entwicklungsfläche von 15.847 Hektar umfassen. Diese Vielzahl von Projekten unterstreicht das Engagement Australiens, seine Energieversorgung durch erneuerbare Energien und Speichertechnologien zu diversifizieren und zu stärken.





