In Hokkaido, Japan, ist ein wegweisendes Batteriespeichersystem mit einer Leistung von 50 Megawatt und einer Kapazität von 104 Megawattstunden in Betrieb gegangen. Das Projekt, bekannt als Helios 50MW Battery Energy Storage System (BESS), markiert einen wichtigen Schritt für die Energiewende in der Region und wird eine zentrale Rolle im Großhandelsstromhandel spielen.
Wichtige Fakten
- Das Helios 50MW BESS in Hokkaido ist kommerziell in Betrieb.
- Es bietet eine Leistung von 50 MW und 104 MWh Speicherkapazität.
- Das System ist zu 100% auf den Handel ausgerichtet und nimmt an verschiedenen Märkten teil.
- Hokkaido ist ein Zentrum für erneuerbare Energien in Japan.
- Tesla Megapack 2XL-Lösungen wurden für das Projekt eingesetzt.
Ein Meilenstein für Japans Energienetz
Das Helios 50MW Batteriespeichersystem hat seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen. Es wurde von Manoa Energy und HD Renewable Energy Japan entwickelt und befindet sich in Sapporo City, der Hauptstadt von Japans nördlichster Insel Hokkaido. Die Inbetriebnahme erfolgte am 1. Dezember, wie Brawn Capital, die Muttergesellschaft von Manoa Energy, bekannt gab. Brawn Capital ist ein Private-Equity-Investmentmanager mit Fokus auf Energiewende-Möglichkeiten im asiatisch-pazifischen Raum.
Das System ist als „100% Merchant“-Anlage konzipiert. Dies bedeutet, dass es vollständig am Großhandelsstromhandel teilnehmen wird. Die Partner beabsichtigen, Einnahmen aus dem Handel auf verschiedenen Märkten zu erzielen, darunter dem Ausgleichs- und Kapazitätsmarkt.
Interessante Zahl
HD Renewable Energy rechnet im ersten vollen Betriebsjahr mit Einnahmen von bis zu 2 Milliarden JPY (ca. 12,8 Millionen US-Dollar) aus dem Stromhandel.
Hokkaidos Rolle in der Energiewende
Hokkaido hat sich zu einem Schlüsselstandort für die Entwicklung erneuerbarer Energien in Japan entwickelt. Die Insel verfügt über reichlich Land und eine begrenzte Anbindung an die Hauptinsel Honshu. Dies macht sie zu einem idealen Ort für die Integration von Energiespeichersystemen, die die Netzflexibilität erhöhen.
Die Notwendigkeit neuer Speicherkapazitäten wurde von der japanischen Regierung erkannt. Sie fördert aktiv die Integration erneuerbarer Energien. Hokkaido Electric Power (HEPCO), der lokale Energieversorger und Netzbetreiber, war die erste Region, die den Einsatz von Energiespeichern vorschrieb.
Technologie und Partner
Die Bauarbeiten für das Helios 50MW Projekt begannen im April 2024. Die Engineering-, Beschaffungs- und Bauaufgaben (EPC) wurden von HOKKAIDENKO Corporation durchgeführt. Dies ist eine Tochtergesellschaft von HEPCO, die auf den Bau von Elektrizitätsinfrastruktur spezialisiert ist. HEPCO wird auch den Betrieb und die Wartung (O&M) des Projekts übernehmen.
„Japans Energiespeichersektor erlebt eine rasante Beschleunigung und positioniert Japan unter den dynamischsten Energiespeichermärkten der Welt“, sagte Dean Cooper, Leiter von Manoa Energy und COO von Brawn. Er betonte, dass das Land „Batterieenergiespeichersysteme als strategische Priorität für seine kritische Energieinfrastruktur betrachtet.“
Als Lieferant für die Batteriespeicherausrüstung fungierte Tesla mit seiner Megapack 2XL-Lösung. Diese Technologie ist bekannt für ihre hohe Effizienz und Skalierbarkeit, was sie ideal für große Netzspeicherprojekte macht.
Hintergrund: Manoa Energy und HD Renewable Energy
Manoa Energy ist die hundertprozentige Plattform von Brawn für die Entwicklung erneuerbarer Energien in Japan. HD Renewable Energy Japan ist eine Tochtergesellschaft der taiwanesischen HD Renewable Energy (HDRE). HDRE besitzt nun einen kontrollierenden Anteil von 90% am Helios-Projekt.
Marktchancen und zukünftige Pläne
Das Helios 50MW System hat bereits den Day-Ahead- und Intraday-Handel an der Japan Electric Power Exchange (JEPX) aufgenommen. HDRE berichtet, dass täglich 48 Transaktionen durchgeführt werden. Das System soll ab dem zweiten Quartal 2026 auch am Electric Power Reserve Exchange (EPRX) Ausgleichsmarkt teilnehmen. Bis 2028 streben die Entwickler an, das neue System in den Kapazitätsmarkt zu integrieren.
HDRE plant, in Japan insgesamt 3 Gigawatt an sauberer Energie zu entwickeln. Dazu gehören 2,6 Gigawatt Energiespeicher und 400 Megawatt Solar-PV. Das Unternehmen hat bereits erfolgreich langfristige Verträge im Rahmen der Long-Term Decarbonisation Auction (LTDA) der japanischen Regierung gewonnen. Im Jahr 2024 sicherte sich HDRE 73 MW Kapazitätsmarktverträge aus zwei Projekten, und weitere 300 MW in der Runde von 2025.
Herausforderungen im japanischen Markt
Trotz der vielversprechenden Wachstumsaussichten birgt der japanische Energiespeichermarkt auch Herausforderungen. Die Preise für Zusatzleistungen sind derzeit hoch, könnten aber Schwankungen oder einer Sättigung unterliegen. Auch das regulatorische Umfeld kann sich schnell ändern.
- Hohe Kosten für Komponenten und Arbeitskräfte.
- Lange Wartezeiten für Netzanschlüsse.
- Komplexe Genehmigungsverfahren.
- Begrenzte Landressourcen für neue Projekte.
Experten wie Isshu Kikuma, globaler Energiespeichermarktanalyst bei BloombergNEF (BNEF), erwarten ab 2026 jährliche Installationen von netzgebundenen BESS von über 1 GW in Japan. Umer Sadiq, BNEF-Spezialist für den japanischen Energiemarkt, rät Entwicklern, die zukünftige Entwicklung der Einnahmen im Netzleistungsmarkt im Vergleich zum Großhandel und anderen Strömen zu berücksichtigen, anstatt sich nur auf die aktuellen hohen Preise zu konzentrieren. Trotz des Wachstums bleibt der japanische BESS-Sektor volatiler als reifere Märkte.





