Der US-amerikanische Markt für Batteriespeichersysteme (BESS) erlebt eine bedeutende Expansion. Samsung SDI hat seinen ersten LFP-Zellen-Liefervertrag in den USA unterzeichnet, während Trina Storage eine bestehende Partnerschaft ausbaut. Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Nachfrage nach Energiespeicherlösungen und die verstärkten Bemühungen, lokale Lieferketten zu etablieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Samsung SDI liefert ab 2027 LFP-Zellen im Wert von über 1,36 Milliarden US-Dollar an einen US-Kunden.
- Trina Storage erweitert die Partnerschaft mit Lightshift Energy um über 1 GWh an BESS-Lösungen.
- Die US-Regierung fördert lokale Produktion durch Steueranreize und FEOC-Beschränkungen.
- Südkoreanische Hersteller passen ihre EV-Produktionslinien für ESS-Zellen an.
Samsung SDI sichert Milliardenvertrag in den USA
Samsung SDI, ein führender südkoreanischer Batteriehersteller, hat durch seine US-Tochter Samsung SDI America einen wegweisenden Vertrag unterzeichnet. Das Unternehmen wird ab 2027 prismatische Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Zellen für Batteriespeichersysteme (BESS) an einen bislang ungenannten Kunden in den USA liefern. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren und ein geschätztes Volumen von über 2 Billionen KRW, was etwa 1,36 Milliarden US-Dollar entspricht.
Diese LFP-Zellen sind das Ergebnis mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Samsung SDI plant, die Massenproduktion dieser Zellen bis Ende 2025 aufzunehmen. Bis Ende nächsten Jahres soll eine jährliche Produktionskapazität von 30 GWh für Energiespeicherbatterien in den USA aufgebaut werden. Dies ist ein klares Zeichen für das Engagement des Unternehmens im US-Markt.
„Die Einführung unserer in den USA hergestellten LFP-Zellen für BESS-Anwendungen ist ein Meilenstein für Samsung SDI und den amerikanischen Energiespeichermarkt“, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Spekulationen um den US-Kunden
Die Identität des US-Kunden bleibt derzeit unbestätigt. Medienberichte vom November deuteten auf Gespräche zwischen Samsung SDI und Tesla über einen mehrjährigen BESS-Batterieliefervertrag hin. Diese Spekulationen werden durch den aktuellen Milliarden-Deal weiter angeheizt. Es gibt jedoch auch andere potenzielle Abnehmer angesichts der stark steigenden Nachfrage nach stationären Netzanlagen in den USA.
Faktencheck
- Vertragswert: Über 1,36 Milliarden US-Dollar
- Start der Lieferungen: 2027
- Produktionskapazität: 30 GWh in den USA bis Ende 2025 geplant
Trina Storage stärkt Partnerschaft in den USA
Parallel zu Samsung SDI hat auch der chinesische Systemintegrator Trina Storage seine Präsenz in den USA ausgebaut. Das Unternehmen hat eine strategische Partnerschaft mit dem US-amerikanischen BESS-Entwickler Lightshift Energy (ehemals Delorean Power) erweitert. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Trina Storage Ausrüstung für ein Projektportfolio von über 1 GWh liefern.
Lightshift Energy, ein Entwickler, Eigentümer und Betreiber von Energiespeicherlösungen, erhält von Trina Storage die BESS-Lösungen Elementa 2.0 und Elementa 2.5. Trina Storage ist die BESS-Sparte des vertikal integrierten chinesischen Solar-PV-Herstellers Trinasolar.
Herausforderungen für chinesische Anbieter
Chinesische Unternehmen stehen im US-Markt vor neuen Herausforderungen. Die US-Regierung hat „Foreign Entity of Concern“ (FEOC)-Beschränkungen eingeführt. Diese Regeln verhindern, dass Projekte oder Produktionsstätten Steuergutschriften erhalten, wenn sie chinesische Produkte oder Materialien oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts verwenden. Dies erschwert es Unternehmen, die stark auf chinesische Komponenten angewiesen sind, sich für wichtige Steueranreize wie den Investment Tax Credit (ITC) zu qualifizieren.
Trotz dieser Hürden gibt es weiterhin Projekte, die von den Steuergutschriften profitieren, da sie vor Inkrafttreten der strengsten Regeln ausreichend Fortschritte gemacht haben. Einige Branchenexperten vermuten, dass chinesische Batterien möglicherweise so kostengünstig sind, dass große Kunden mit soliden Bilanzen und schnellen Projektlaufzeiten sie auch ohne Steuergutschriften kaufen könnten.
Hintergrund: FEOC-Beschränkungen
Die US-Regierung hat die FEOC-Regeln eingeführt, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren und die heimische Produktion zu fördern. Dies betrifft insbesondere den Sektor der erneuerbaren Energien und Energiespeicher, wo die Zellkosten einen erheblichen Teil der Investitionsausgaben ausmachen.
Südkoreanische Hersteller passen sich an
Südkoreanische Hersteller wie Samsung SDI, LG Energy Solution und SK On passen ihre Strategien an die neuen Marktbedingungen an. Viele rüsten ihre Produktionslinien für Elektrofahrzeugbatterien (EV) in den USA um, um ESS-Zellen herzustellen. Dies verschafft ihnen einen erheblichen Vorsprung in einem Markt, der zunehmend auf lokale Inhalte in den Lieferketten setzt.
Ein anonymer Berater äußerte sich kürzlich, dass die Ankündigungen südkoreanischer Hersteller „ausreichen könnten, um die heimische Nachfrage nach BESS zu decken“. Samsung SDI betont einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten: Es sei der einzige nicht-chinesische Hersteller, der US-Kunden prismatische Zellen liefern kann. Dies erleichtert Systemintegratoren, die an chinesische prismatische LFP-Zellen gewöhnt sind, den Wechsel zu Samsung SDI-Produkten.
Sicherheit und Innovation bei Samsung SDI
Samsung SDI hebt mehrere Sicherheitsmerkmale seiner Designs hervor. Dazu gehören ein Aluminiumgehäuse und eine proprietäre „No Thermal Propagation (No TP)“-Technologie, die Zellen mit Wärmeisolationsschichten voneinander trennt. Neben Zellen plant Samsung SDI auch die Herstellung kompletter, integrierter BESS-Lösungen in den USA.
Auf der RE+ Fachmesse für saubere Energie in Las Vegas im September präsentierte das Unternehmen bereits zwei neue Produkte: die LFP-basierte SAMSUNG Battery Box (SBB) 2.0 und die SBB 1.7, die Nickel-Kobalt-Aluminiumoxid (NCA)-Zellen verwendet.
Ausblick für den Energiespeichermarkt
Der US-Markt für Energiespeicher ist in Bewegung. Die verstärkten Investitionen und Anpassungen der Lieferketten zeigen, wie wichtig eine lokale Produktion und widerstandsfähige Versorgungswege geworden sind. Die Deals von Samsung SDI und Trina Storage sind nur die jüngsten Beispiele für eine dynamische Entwicklung, die den Übergang zu erneuerbaren Energien in den USA vorantreibt.
Lightshift Energy, der Partner von Trina Storage, hat ebenfalls beachtliche Fortschritte gemacht. Im Sommer 2024 schloss das Unternehmen vier Projekte in Massachusetts mit einer Gesamtleistung von 16 MW/64 MWh ab. Diese Projekte wurden als Reaktion auf eine Ausschreibung der Massachusetts Municipal Wholesale Electric Company (MMWEC) realisiert. Lightshift Energy spezialisiert sich auf netzgebundene Energiespeicherlösungen.
- Im Mai kündigte Lightshift den Bau des größten BESS in Vermont an (16 MW/52 MWh), der Anfang 2026 in Betrieb gehen soll.
- Im Oktober sicherte sich das Unternehmen eine Finanzierung von 75 Millionen US-Dollar.
- Zuvor wurden im April und Juli 2024 bereits Kapitalrunden von 100 Millionen bzw. 40 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
Diese Investitionen und Partnerschaften signalisieren eine robuste Zukunft für den Energiespeichermarkt, insbesondere mit einem Fokus auf umweltfreundliche und lokal produzierte Lösungen.





