Der französische Energiekonzern Neoen startet in den kommenden Monaten mit dem Bau von zwei großen Batteriespeichersystemen (BESS) in Frankreich und Japan. Zusammen werden diese Anlagen eine Kapazität von fast 1 GWh erreichen. Das größte Projekt entsteht in Vernou-la-Celle-sur-Seine südöstlich von Paris und wird die größte BESS-Anlage Frankreichs.
Wichtige Fakten
- Neoen baut die größte BESS-Anlage Frankreichs mit 248 MW/496 MWh in Vernou-la-Celle-sur-Seine.
- Die Anlage wird an das 400-kV-Hochspannungsnetz von RTE angeschlossen.
- Ein weiteres 100 MW/400 MWh BESS-Projekt entsteht in Ako, Japan.
- Beide Projekte sollen 2028 in Betrieb gehen.
- Die Systeme sollen die Netzstabilität verbessern und mehr erneuerbare Energien integrieren.
Frankreichs größte Batterieanlage entsteht
Neoen, ein Unternehmen mit Hauptsitz in Paris, beginnt in Kürze mit den Bauarbeiten für eine leistungsstarke Batterieanlage in Vernou-la-Celle-sur-Seine. Diese Anlage, etwa 90 Kilometer südöstlich der französischen Hauptstadt gelegen, wird eine Kapazität von 248 Megawatt (MW) und 496 Megawattstunden (MWh) haben. Sie wird das größte Batteriespeichersystem Frankreichs sein und als erste direkt an das 400-kV-Hochspannungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers RTE angeschlossen.
Die Anbindung an das Hochspannungsnetz ist auf eine Leistung von 200 MW begrenzt. Der japanische Systemintegrator Nidec ASI liefert die BESS-Einheiten und übernimmt einen langfristigen Wartungsvertrag. Die Montage der BESS-Komponenten erfolgt in Nidec ASIs neuer Produktionsstätte in La Fouillouse bei Saint-Étienne.
Projektvolumen
Die beiden neuen BESS-Projekte von Neoen in Frankreich und Japan summieren sich auf fast 1 GWh Speicherkapazität. Das französische Projekt allein hat eine Kapazität von 496 MWh.
Beitrag zur Netzstabilität und Umwelt
Die neue Batterieanlage in Vernou-la-Celle-sur-Seine wird eine wichtige Rolle für das französische Stromnetz spielen. Sie soll Frequenz- und Spannungsregelungsdienste bereitstellen. Dadurch wird die Netzstabilität erhöht und Engpässe in der Region Île-de-France können reduziert werden. Dies ist besonders wichtig, da Frankreich derzeit hohe Preise für Regelenergie verzeichnet.
Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Integration eines höheren Anteils erneuerbarer Energien in das Netz. Batteriespeicher helfen dabei, Schwankungen bei der Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie auszugleichen. Zudem umfasst das Projekt zusätzliche Umweltstudien, fördert lokale Vorhaben und bietet Anwohnern Gutscheine zur Reduzierung ihrer Energiekosten.
Expansion nach Japan
Neben dem französischen Großprojekt expandiert Neoen auch in den asiatischen Markt. In den kommenden Monaten startet das Unternehmen den Bau der Ako-Batterieanlage in der japanischen Kansai-Region. Dieses System wird eine Leistung von 100 MW und eine Speicherkapazität von 400 MWh aufweisen.
Auch die Ako-Batterie soll planmäßig im Jahr 2028 ihren Betrieb aufnehmen. Die Ankündigung erfolgte während eines diplomatischen Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Japan, was die strategische Bedeutung des Projekts unterstreicht.
Hintergrund: Batteriespeichersysteme (BESS)
Batteriespeichersysteme sind entscheidend für die Energiewende. Sie speichern überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, das Stromnetz zu stabilisieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Sie können Frequenzschwankungen ausgleichen und Leistungsspitzen abfangen.
Weitere Projekte von Neoen und Wettbewerbern
Neoen ist bereits aktiv im Bereich der Batteriespeicher. Das Unternehmen baut derzeit die Breizh Big Battery in Pleyber-Christ, Bretagne. Dieses System mit 92 MW Leistung und 183 MWh Kapazität steht kurz vor der Fertigstellung. Es erprobt in Zusammenarbeit mit RTE netzbildende Fähigkeiten, eine fortschrittliche Technologie zur Netzstabilisierung.
Auch andere Unternehmen investieren in Frankreich in Batteriespeicher. Nur eine Woche vor der Ankündigung von Neoen startete Harmony Energy, ein britischer Entwickler und Betreiber, den Bau seines dritten großen BESS-Projekts in Frankreich. Das zu Brookfield gehörende Unternehmen realisiert ebenfalls Projekte in Italien, den nordischen Ländern, Deutschland und Australien.
„Die Investitionen in großskalige Batteriespeicher sind entscheidend, um die Energiewende voranzutreiben und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, erklärt ein Branchenexperte. „Frankreichs Engagement in diesem Bereich zeigt, wie wichtig die Integration erneuerbarer Energien ist.“
Die Entwicklung und der Ausbau von Batteriespeichern sind ein zentraler Pfeiler der modernen Energieinfrastruktur. Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien und tragen maßgeblich zur Stabilität der Stromnetze bei. Die neuen Projekte von Neoen in Frankreich und Japan sind wichtige Schritte in diese Richtung und zeigen das globale Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung.
- Frequenzregelung: Batterien können schnell reagieren, um die Frequenz im Stromnetz stabil zu halten.
- Spannungsstabilisierung: Sie unterstützen die Aufrechterhaltung der korrekten Spannung im Netz.
- Netzentlastung: Besonders in Ballungsräumen können Engpässe durch Speichersysteme vermieden werden.
- Erneuerbare Integration: Überschüssiger Strom aus Wind und Sonne wird gespeichert und bei Bedarf ins Netz eingespeist.
Die Bauarbeiten in Vernou-la-Celle-sur-Seine sollen im Sommer 2026 beginnen. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Dies markiert einen wichtigen Meilenstein für die französische Energiewende und die globale Ausweitung der Batteriespeichertechnologie.





