Das geplante 500 Megawatt (MW) und 2.000 Megawattstunden (MWh) Murchs Corner Batteriespeicherprojekt (BESS) in Victoria, Australien, hat die wichtige Umweltgenehmigung der Bundesregierung erhalten. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt für das Projekt von Alternate Path und trägt zur Erreichung der ehrgeizigen Energiespeicherziele des Bundesstaates bei.
Wichtige Erkenntnisse
- Murchs Corner BESS erhält Bundesumweltgenehmigung in Victoria.
- Projekt unterstützt Victorias Ziele: 2,6 GW Speicher bis 2030, 6,3 GW bis 2035.
- Anschluss an bestehende 500-kV-Übertragungsleitung Moorabool-Mortlake.
- Standort auf landwirtschaftlicher Fläche minimiert Umweltauswirkungen.
- Das Projekt reiht sich in eine Reihe weiterer Batteriespeicherprojekte in der Region ein.
Ein Meilenstein für Victorias Energiewende
Die Genehmigung nach dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act ist entscheidend für die Realisierung des Murchs Corner Projekts. Alternate Path, ein in Tasmanien ansässiger Entwickler, arbeitet eng mit den lokalen Landbesitzern Bobby und Clive Jamieson zusammen, um dieses Vorhaben umzusetzen. Das Projekt wurde Ende März 2026 zur EPBC-Prüfung eingereicht und hat diese nun erfolgreich bestanden.
Victoria hat sich ehrgeizige Ziele für die Energiespeicherung gesetzt. Bis 2030 sollen mindestens 2,6 Gigawatt (GW) und bis 2035 sogar 6,3 GW an Speicherkapazität installiert werden. Projekte wie Murchs Corner sind von zentraler Bedeutung, um diese Ziele zu erreichen und die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten, insbesondere angesichts des zunehmenden Anteils erneuerbarer Energien.
Fakten zum Projekt
- Kapazität: 500 MW / 2.000 MWh
- Standort: 169 Hektar großes Gelände nahe der Darlington-Terang Road, Victoria
- Anschluss: Bestehende 500-kV-Übertragungsleitung Moorabool-Mortlake
- Betriebsdauer: Etwa 20 bis 25 Jahre
Minimierung der Umweltauswirkungen
Das Projektgelände umfasst eine Fläche von 169 Hektar, verteilt auf zwei freie Parzellen. Während der Bauphase werden voraussichtlich nur etwa 21 Hektar tatsächlich beansprucht. Der gesamte Störungsbereich ist auf 65 Hektar ausgelegt, um Flexibilität bei der detaillierten Planung zu ermöglichen. Der Batteriespeicher selbst wird etwa 13 Hektar einnehmen, während für die Schaltanlage vier Hektar nördlich der bestehenden Übertragungsleitung benötigt werden.
Die Planer haben großen Wert darauf gelegt, direkte Auswirkungen auf national bedeutsame Umweltgüter zu vermeiden. Die Infrastruktur wird auf bereits gerodeten landwirtschaftlichen Flächen errichtet, die hauptsächlich von eingeführten Arten dominiert werden. Dies reduziert das Risiko für heimische Flora und Fauna erheblich.
"Wir haben das Projekt so konzipiert, dass es direkte Auswirkungen auf national bedeutsame Umweltgüter vermeidet und die Infrastruktur auf bereits gerodeten landwirtschaftlichen Flächen ansiedelt", erklärte ein Sprecher von Alternate Path.
Schutz bedrohter Arten
Obwohl zwei Pflanzenarten und drei Tierarten, die unter dem EPBC Act gelistet sind, im Projektgebiet vorkommen könnten, sowie eine potenziell bedrohte ökologische Gemeinschaft vorhanden ist, wird kein signifikanter Einfluss erwartet. Dies liegt an der stark gestörten Natur des Standorts und der Vermeidung von nahegelegenen Bächen, außer dort, wo bereits bestehende Infrastruktur Wasserläufe kreuzt.
Hintergrund: EPBC Act
Der Environment Protection and Biodiversity Conservation Act 1999 (EPBC Act) ist das zentrale Umweltgesetz der australischen Bundesregierung. Er schützt die australische Artenvielfalt, Weltkulturerbe, nationale Kulturgüter und andere wichtige Umweltgüter. Projekte, die potenziell erhebliche Auswirkungen auf diese Güter haben könnten, müssen nach dem EPBC Act bewertet und genehmigt werden.
Die Rolle des Moorabool-Mortlake-Korridors
Das Murchs Corner Projekt ist nicht das einzige Batteriespeicherprojekt, das den Moorabool-Mortlake-Übertragungskorridor nutzt. Dieser Korridor, der sich durch Victorias South-West Renewable Energy Zone (REZ) zieht, ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Entwicklung von Speicherkapazitäten. Die REZ umfasst zwei Gebiete zwischen Macarthur und Darlington sowie zwischen Casterton und Balmoral.
Ein weiteres bedeutendes Projekt in dieser Region ist das 300 MW / 650 MWh Mortlake BESS von Origin Energy. Dieses befindet sich am Kraftwerk Mortlake und grenzt an die 500-kV-Übertragungsleitung Moorabool nach Heywood. Der Bau begann im Jahr 2024, und die Inbetriebnahme wird voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein.
Wachstum der Batteriespeicherung in Australien
Die Genehmigung für Murchs Corner reiht sich in eine Serie jüngster EPBC Act-Freigaben für Batteriespeicherprojekte in ganz Australien ein. Erst Anfang dieses Monats erhielten zwei Batteriespeicherprojekte mit einer Gesamtleistung von 2,15 GWh die EPBC Act-Zulassung. Im März wurde zudem die Genehmigung für die 1,6 GWh netzbildende Rutherglen-Batterie erteilt.
Diese Entwicklungen unterstreichen Australiens Engagement für den Ausbau erneuerbarer Energien und die notwendige Infrastruktur, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten. Batteriespeicher spielen eine entscheidende Rolle bei der Integration intermittierender erneuerbarer Energiequellen wie Solar- und Windkraft.
Betrieb und Rückbau
Das Murchs Corner Projekt ist für eine Betriebszeit von etwa 20 bis 25 Jahren ausgelegt. Nach dieser Zeit sind umfassende Stilllegungspläne vorgesehen. Diese Pläne konzentrieren sich darauf, oberirdische Komponenten möglichst zur Wiederverwendung zu entfernen und das Land in seinen ursprünglichen landwirtschaftlichen Zustand zurückzuversetzen. Während des Betriebs werden nur sechs Wartungsarbeitsplätze intermittierend besetzt sein.
Die langfristige Planung und die Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus des Projekts, von der Planung über den Bau und Betrieb bis hin zum Rückbau, zeigen ein umfassendes Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.
Die fortlaufenden Investitionen in große Batteriespeichersysteme sind ein klares Zeichen für Australiens Übergang zu einer saubereren Energiezukunft. Diese Projekte sind nicht nur wichtig für die Energiesicherheit, sondern auch für die Schaffung einer robusteren und widerstandsfähigeren Netzinfrastruktur.





