Das niederländische Startup Moonwatt, spezialisiert auf Natrium-Ionen-Batteriespeicher, hat 18 Monate nach seiner Gründung sein erstes Projekt angekündigt. Das System wird im Cleantech Park Arnhem in den Niederlanden installiert und soll bis 2026 in Betrieb gehen. Dieses Vorhaben markiert einen wichtigen Schritt für die Natrium-Ionen-Technologie im Energiespeichermarkt.
Wichtige Erkenntnisse
- Moonwatt realisiert erstes Natrium-Ionen-Speicherprojekt in Arnhem.
- Das Projekt wird 2026 im Cleantech Park Arnhem in Betrieb genommen.
- Das niederländische Wirtschaftsamt (RVO) fördert das Vorhaben mit 1,15 Millionen Euro.
- Die modulare String-Architektur soll Skalierbarkeit und Kosteneffizienz bieten.
- Natrium-Ionen-Batterien versprechen über 12.000 Zyklen und geringere Wartung.
Moonwatts Debütprojekt im Cleantech Park Arnhem
Moonwatt, ein junges Unternehmen aus den Niederlanden, gab im Januar bekannt, dass es sein erstes Batteriespeicherprojekt im Cleantech Park Arnhem realisieren wird. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer des Parks, IPKW, und dem Abfallwirtschaftsunternehmen Veolia. Die Inbetriebnahme und feierliche Eröffnung sind für Ende dieses Jahres geplant, wobei die genaue Größe des Systems zu diesem Zeitpunkt bekannt gegeben wird.
Das niederländische Wirtschaftsamt (RVO) unterstützt Moonwatt bei der Entwicklung mit einem Zuschuss von 1,15 Millionen Euro. Diese Förderung unterstreicht die Bedeutung der Natrium-Ionen-Technologie für die Energiewende und die lokale Wirtschaft.
"Das Projekt hat vorerst eine moderate Größe, aber dank unserer String-basierten Topologie baut es auf denselben modularen Bausteinen auf, die unsere Anlagen im zweistelligen, letztendlich dreistelligen MWh-Bereich antreiben werden."
Modulares Design für Skalierbarkeit und Effizienz
Das Herzstück der Moonwatt-Technologie ist ein modulares Design. Dieses soll ähnliche Vorteile bieten wie String-Wechselrichter in der Solarenergie, die einst zentrale Großwechselrichter ablösten. Die modulare Architektur ermöglicht es, Systeme flexibel an unterschiedliche Anforderungen anzupassen und die Skalierbarkeit zu erhöhen.
Faktencheck: Natrium-Ionen-Vorteile
- Zyklenfestigkeit: Über 12.000 Lade- und Entladezyklen, auch unter extremen Bedingungen.
- Kosten: Geringfügig höhere DC-Gehäusekosten als Lithium-Ionen, aber erhebliche Einsparungen bei der Balance-of-Plant und im Betrieb.
- Wartung: Weniger bewegliche Teile und robustes Design führen zu geringerem Wartungsaufwand und weniger Ausfallzeiten.
- Sicherheit: Thermisch stabil und gut geeignet für Anwendungen mit langer Lebensdauer.
Die Batterien von Moonwatt sollen über 12.000 Zyklen überstehen, selbst in rauen Klimazonen. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen. Die Lebensdauer und Robustheit der Natrium-Ionen-Technologie sind Schlüsselfaktoren für ihre Attraktivität im stationären Energiespeichersektor.
Kostenvorteile und Marktpotenzial
Moonwatt betont die Kosteneffizienz seiner Natrium-Ionen-Batteriespeicher. Obwohl die DC-Gehäusekosten leicht über denen vergleichbarer Lithium-Ionen-Systeme liegen, sollen erhebliche Einsparungen auf der Ebene der Balance-of-Plant (BOP) und während des Betriebs erzielt werden. Dies liegt an der DC-Kopplung, der Systemmodularität und einem wartungsarmen Design ohne bewegliche Teile.
Hintergrund: Rohstoffpreise
Die Preise für Natrium-Ionen-Zellen sinken rapide, während die Preise für Lithium-Ionen-Rohstoffe wie Lithiumkarbonat tendenziell steigen. Dies beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit beider Technologien. Obwohl die gestiegenen Rohstoffpreise für Lithium noch nicht vollständig in den Endpreisen für Batterien sichtbar sind, erwarten Experten hier eine Verschiebung.
Im Vergleich zu herkömmlichen Solar-plus-Speicher-Lösungen mit großen BESS-Einheiten bietet das Moonwatt-System weitere Vorteile. Es ermöglicht eine verteilte Hybridisierung, was eine flexiblere und effizientere Integration von Energiespeichern in bestehende Netze ermöglicht. Dies ist besonders relevant für Industrieparks und größere Anlagen.
Lieferkette und Lokalisierungspläne
Aktuell bezieht Moonwatt seine Zellen aus China und führt die Systemintegration in Asien durch. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, bereits für 2026 Aufträge zu sichern und Systeme ab dem ersten Quartal 2027 zu liefern, während es gleichzeitig wettbewerbsfähig bleibt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um schnell am Markt Fuß zu fassen.
Das Unternehmen plant jedoch, seine Zellversorgung zu diversifizieren und auch aus Europa und den USA zu beziehen. Mittelfristig ist eine Verlagerung der Integration nach Europa geplant. Die Umsetzung dieser Pläne hängt von wirtschaftlichen Faktoren und Kundenanforderungen ab. Auch neue EU-Vorschriften, die lokale Inhalte vorschreiben, könnten die Entscheidung beeinflussen. Moonwatt beobachtet diese Entwicklungen genau und wird seine Fertigungsstrategie entsprechend anpassen.
Die Rolle von NFPP in der Natrium-Ionen-Chemie
Moonwatt wurde 2024 gegründet, weil das Unternehmen das rasche Fortschreiten der Natrium-Ionen-Technologie erkannte. Ein wichtiger Katalysator ist die Entstehung der NFPP-Subchemie. NFPP spielt in Natrium-Ionen-Batterien eine ähnliche Rolle wie LFP in Lithium-Ionen-Batterien.
- Geringere Energiedichte
- Deutlich günstiger
- Sicherer
- Sehr gute Zyklenlebensdauer
Seit der Gründung testet und integriert Moonwatt NFPP-Zellen von verschiedenen Anbietern. Die Fortschritte bei Leistung und Kostenreduzierung übertreffen die Erwartungen des Unternehmens. Der Markt unterschätzt nach Ansicht von Moonwatt die schnelle Entwicklung der Natrium-Ionen-Technologie, ähnlich wie einst den Aufstieg von LFP im stationären Speicherbereich.
Für stationäre Energiespeichersysteme (ESS) erweist sich NFPP als äußerst passende Lösung: kostengünstig, langlebig, thermisch stabil und gut geeignet für Anwendungen mit langer Zyklenlebensdauer. Diese Eigenschaften machen Natrium-Ionen-Batterien zu einer vielversprechenden Alternative für die Energiespeicherung der Zukunft.





