Maine treibt seine ehrgeizigen Ziele für Energiespeicher voran. Das staatliche Department of Energy Resources (DOER) hat Pläne für die erste wettbewerbsorientierte Ausschreibung für Batteriespeichersysteme (BESS) mit einer Kapazität von bis zu 360 Megawatt (MW) bekannt gegeben. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes zu stärken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Maine plant eine 360 MW Batteriespeicher-Ausschreibung, um bis 2030 insgesamt 400 MW zu erreichen.
- Die Ausschreibung muss von der Maine Public Utilities Commission (PUC) geprüft und genehmigt werden.
- Ziel ist es, Stromkosten zu senken, die Netzauslastung zu verbessern und lokale Wirtschaft zu fördern.
Ein wichtiger Schritt für Maines Energiezukunft
Das DOER hat die Pläne für die 360 MW BESS-Beschaffung am 20. Juli der Maine Public Utilities Commission (PUC) zur Prüfung vorgelegt. Es handelt sich um die erste Ausschreibung, die unter der Autorität des DOER entwickelt wurde, seit Gouverneurin Janet Mills die Abteilung auf Kabinettsebene eingerichtet hat, um die Energiepolitik und -planung des Staates zu leiten.
Das Landesgesetz schreibt vor, dass die PUC den vorgeschlagenen Request for Proposals (RFP) überprüfen und genehmigen muss. Erst danach können Vorschläge für Energiespeicherprojekte eingereicht werden. Dieser Prozess ist ein klares Zeichen für Maines Engagement, eine nachhaltigere Energielandschaft zu schaffen.
Faktencheck
- Maines Ziel: 400 MW Energiespeicher bis 2030.
- 360 MW entsprechen etwa 18% des Spitzenbedarfs von Maine im Jahr 2021.
- Die Cross Town BESS-Anlage in Gorham, Maine, ist mit 175 MW/350 MWh die größte Batterie in der ISO-New England Region.
Das 400 MW-Ziel und seine Bedeutung
Die aktuelle Beschaffung treibt Maines Ziel voran, bis 2030 insgesamt 400 MW Energiespeicher zu implementieren. Dieses Ziel ist ambitioniert, wenn man es mit dem Spitzenstrombedarf des Staates vergleicht. Im Jahr 2021 entsprachen 400 MW etwa 20% des Spitzenbedarfs von Maine. Solche Speicher sind entscheidend, um die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und die Netzstabilität zu gewährleisten.
Das DOER hat die Ausschreibung in einem öffentlichen Verfahren erstellt, das auch die Veröffentlichung eines Entwurfs-RFP zur öffentlichen Kommentierung umfasste. Dies zeigt einen transparenten Ansatz, der darauf abzielt, alle relevanten Interessengruppen einzubeziehen.
„Der Maine Energy Plan fordert mehr Energiespeicher, um den bereits erzeugten Strom besser zu nutzen, die Belastung des Netzes während Spitzenbedarfszeiten zu reduzieren und die Zuverlässigkeit zu stärken. Wir wissen den durch den öffentlichen Kommentarprozess erhaltenen, durchdachten Input zu schätzen und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Kommission bei der Prüfung des Vorschlags.“
Wirtschaftliche und ökologische Vorteile
Das Landesgesetz schreibt vor, dass das DOER nur Energiespeicherprojekte auswählt, die die Stromkosten für die Verbraucher in Maine senken. Dies ist ein zentraler Aspekt der Initiative, da die Senkung der Energiekosten direkt den Bürgern zugutekommt.
Neben den Kostenvorteilen wird das DOER auch lokale Wirtschafts- und Arbeitsplatzvorteile, Umweltauswirkungen und Sicherheitsfaktoren bewerten. Diese ganzheitliche Betrachtung stellt sicher, dass die Projekte nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch sozial und ökologisch verantwortlich sind.
Hintergrund der Entwicklung
Im späten Dezember 2024 wies die Maine Legislature das Governor’s Energy Office (GEO) an, der Kommission eine Empfehlung zur Beschaffung von bis zu 200 MW Energiespeicher vorzulegen, um das 400 MW-Ziel des Staates voranzutreiben. Im Mai 2025 veröffentlichte die PUC eine offene Anfrage und Aufforderung zur Stellungnahme, um die Beschaffung von 200 MW Übertragungsnetz-Energiespeicherprojekten zu unterstützen.
Im November 2025 sicherte sich der Entwickler und Betreiber Plus Power 160 Millionen US-Dollar an Steuerbeteiligungen von Morgan Stanley für zwei BESS-Projekte, darunter eines in Maine. 65 Millionen US-Dollar wurden in die Cross Town BESS-Anlage in Gorham, Maine, investiert, die im Februar 2026 in Betrieb genommen wurde. Plus Power hob hervor, dass Maines führende Rolle in der BESS-Politik das Unternehmen dazu veranlasste, in Gorham zu investieren.
Der PUC-Prüfprozess
Der Vorschlag geht nun in den gesetzlich vorgeschriebenen PUC-Prüfprozess über. Die Kommission hat bis zu 120 Tage Zeit, um zu beurteilen, ob die Ausschreibung dem Landesgesetz entspricht, bevor das DOER den RFP offiziell herausgeben kann. Diese sorgfältige Prüfung stellt sicher, dass alle rechtlichen und regulatorischen Anforderungen erfüllt werden.
Die Zusammenarbeit zwischen DOER und PUC ist entscheidend für den Erfolg dieser Initiative. Ein reibungsloser Ablauf des Genehmigungsprozesses ist wichtig, um die ehrgeizigen Zeitpläne für die Energiespeicherziele einzuhalten.
Vergleich mit anderen Staaten
Interessanterweise hat Gouverneurin Mills Anfang dieses Jahres ein Gesetz abgelehnt, das ein landesweites Moratorium für Rechenzentren verhängt hätte. Ähnliche Gesetzesentwürfe wurden in mindestens 15 Staaten vorgeschlagen, wobei New York als erster erfolgreich war, als Gouverneurin Kathy Hochul Anfang des Monats ein einjähriges Moratorium für die Entwicklung von Rechenzentren verhängte.
Am 15. Juli startete Gouverneurin Gretchen Whitmer in Michigan den Michigan Affordable and Responsible Growth Action Plan. Dieser Plan fordert Rechenzentrumsbetreiber auf, zuzusichern, dass ihre Anlagen keine Strompreiserhöhungen oder Umweltschäden verursachen, transparent arbeiten und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schaffen. Diese Entwicklungen zeigen eine wachsende Sensibilität für die Auswirkungen großer Energieverbraucher und -erzeuger auf die lokale Gemeinschaft und Infrastruktur.
Fazit und Ausblick
Maines Vorstoß in Richtung einer robusten Energiespeicherinfrastruktur ist ein wegweisendes Projekt. Es zielt darauf ab, die Energieversorgung zu sichern, die Kosten für Verbraucher zu senken und die Umwelt zu schützen. Mit der geplanten 360 MW-Ausschreibung rückt der Staat seinem 400 MW-Ziel bis 2030 einen großen Schritt näher.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell der PUC-Prüfprozess abgeschlossen wird und wann die ersten Projekte tatsächlich in die Umsetzung gehen können. Der Fokus auf lokale Vorteile und Transparenz setzt einen hohen Standard für zukünftige Energieprojekte in der Region.





