Die indische Regierung hat eine wichtige Richtlinie für das Viability Gap Funding (VGF)-Programm zur Förderung von Batteriespeicherprojekten erlassen. Entwickler müssen zukünftig mindestens 20 % lokalen Inhalt in ihren Batteriespeichersystemen (BESS) verwenden, um Anspruch auf VGF-Anreize zu haben. Diese Anforderung soll die heimische Produktion stärken und die Abhängigkeit von Importen verringern.
Wichtige Erkenntnisse
- Mindestens 20 % lokale Inhalte für VGF-berechtigte BESS-Projekte.
- VGF-Programm unterstützt bis zu 13,2 GWh neue Speicherkapazität.
- Ziel ist die Erreichung von 500 GW Nicht-Fossilenergie bis 2030.
- Gesamte installierte Kapazität Indiens liegt bei 505 GW.
- Förderung der inländischen Innovation und Fertigung.
Indische Regierung setzt auf lokale Produktion
Das indische Energieministerium hat kurz vor Jahresende eine neue Richtlinie für das Viability Gap Funding (VGF)-Programm bekannt gegeben. Diese besagt, dass Batteriespeicherprojekte (BESS), die staatliche finanzielle Unterstützung erhalten wollen, einen Mindestanteil von 20 % lokalen Inhalten aufweisen müssen. Diese Maßnahme ist Teil der umfassenderen 'Make in India'-Initiative der Regierung.
Das VGF-Programm soll Public Private Partnership (PPP)-Projekte in Indien finanziell unterstützen, die sonst wirtschaftlich nicht rentabel wären. Ursprünglich im Unionshaushalt 2023-2024 angekündigt, sah das Programm Unterstützung für 4 GWh Energiespeicherprojekte vor, mit einer Förderung von bis zu 40 % der Projektinvestitionskosten für die Lieferung im Zeitraum 2030-2031. Später wurde das Programm auf 13,2 GWh neuer Kapazität erweitert.
Faktencheck
- 20 %: Mindestanteil lokaler Inhalte für BESS-Projekte.
- 13,2 GWh: Aktuell unterstützte neue Speicherkapazität durch VGF.
- 500 GW: Ziel Indiens für Nicht-Fossilenergie bis 2030.
Erweiterung der Förderprogramme
Im Juni des vergangenen Jahres kündigte Energieminister Manohar Lal an, dass zusätzliche 54 Milliarden Indische Rupien (rund 631,5 Millionen US-Dollar) zur Förderung von weiteren 30 GWh Projekten bereitgestellt werden. Diese Investitionen sind entscheidend, um Indiens ehrgeiziges Ziel zu erreichen: bis 2030 500 GW neue Nicht-Fossilenergiequellen hinzuzufügen. Dies würde den nationalen Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 50 % erhöhen.
Die Notwendigkeit von Energiespeichern, sowohl aus Batterien als auch aus Pumpspeicherkraftwerken (PHES), wird zunehmend erkannt. Sie sind unerlässlich, um die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten.
„Die verbindliche Vorgabe von im Inland entwickelter EMS-Software und lokalen Inhalten zielt darauf ab, die heimische Innovation bei BESS-Software und -Steuerungssystemen zu fördern.“
Hintergrund der Richtlinie: PPP-MII-Verordnung
Die 20 %-Regelung ist eine Reaktion auf Anfragen mehrerer Bundesstaaten, die eine Ausnahme von der Public Procurement (Preference to Make in India) (PPP-MII) Order für BESS-Ressourcen beantragt hatten. Die PPP-MII-Verordnung schreibt vor, dass, sofern keine globalen Ausschreibungen erfolgen, nur 'Class-I Local Suppliers' (Lieferanten mit mindestens 50 % lokalen Inhalten) und 'Class-II Local Suppliers' (Lieferanten mit 20 % bis weniger als 50 % lokalen Inhalten) zur Angebotsabgabe berechtigt sind.
Hintergrundinformationen
Das VGF-Programm ist ein Instrument der indischen Regierung, um die Finanzierung von Infrastrukturprojekten im Rahmen von Public Private Partnerships (PPPs) zu erleichtern. Es schließt die Lücke zwischen den Projektkosten und dem maximalen Betrag, den ein Projekt aus den Erträgen generieren kann, wodurch es für private Investoren attraktiver wird.
Vorteile der Lokalisierung
Die Renewable Energy Society of India (RESI) begrüßte die neue Richtlinie als „zeitnahe politische Richtung“ und „entscheidenden Wegbereiter für Indiens Übergang zu sauberer Energie“. RESI betonte, dass die Vorschrift, im Inland entwickelte EMS-Software und lokale Inhalte zu verwenden, darauf abzielt, die heimische Innovation bei BESS-Software und -Steuerungssystemen zu fördern. Dies unterstützt indische Hersteller und Systemintegratoren, reduziert die Abhängigkeit von Importen in einem kritischen Sektor und stimmt die BESS-Entwicklung mit den nationalen 'Make in India'-Politiken ab.
Die 20 %-Anforderung wird laut RESI eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen globalen OEMs und indischen Technologiepartnern katalysieren. Sie wird auch die Entwicklungskapazitäten für EMS im Inland erweitern, neue Möglichkeiten für indische Komponentenlieferanten und Systemintegratoren schaffen sowie die Transparenz und Standardisierung bei der BESS-Beschaffung erhöhen.
Aktueller Stand der Energiekapazität Indiens
Das Energieministerium veröffentlichte am 18. Dezember über das Press Bureau of India (PIB) aktuelle Zahlen zur installierten Erzeugungskapazität Indiens. Ende Oktober erreichte diese beeindruckende 505 GW. Diese Kapazität setzt sich zusammen aus 245,6 GW fossiler Brennstoffe und 259,43 GW Nicht-Fossilenergie. Letztere umfasst 250,643 GW erneuerbarer Energien, was die Fortschritte Indiens im Bereich der sauberen Energie unterstreicht.
Trotz dieser beeindruckenden Zahlen bei der Erzeugungskapazität, ist die Einführung von Energiespeichern bisher weniger schnell erfolgt. Laut dem Marktforschungsunternehmen Mercom erreichte die kumulierte Energiespeicherkapazität Indiens Ende Juni 2025 lediglich 490 MWh. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Solar-Plus-Speicher-Projekte.
Herausforderungen und zukünftiger Bedarf
Im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen in Indien nur 48,8 MWh neue Energiespeicherkapazität ans Netz. Dies stellt einen deutlichen Rückgang von 74 % gegenüber den 186 MWh im ersten Halbjahr 2024 dar, wie Mercom berichtete. Charith Konda vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) schrieb in einem Gastbeitrag im August, dass trotz positiver Entwicklungen bei Richtlinien und Ausschreibungen weiterhin Herausforderungen bestehen.
Diese Herausforderungen umfassen aggressiv niedrige Gebote in Ausschreibungen, Verzögerungen bei der Vertragsunterzeichnung und dem Netzanschluss von Projekten sowie hohe Finanzierungskosten, die durch wahrgenommene Risiken verursacht werden. Die indische Zentralbehörde für Elektrizität (CEA) schätzt, dass bis 2031-2032 eine Energiespeicherkapazität von 411,4 GWh benötigt wird. Diese Kapazität soll sich aus 236,2 GWh BESS-Kapazität und 175,2 GWh Pumpspeicherkapazität zusammensetzen. Die neue Richtlinie zur lokalen Wertschöpfung ist ein wichtiger Schritt, um diese ambitionierten Ziele zu erreichen und die Energiesicherheit Indiens zu stärken.
Zusammenarbeit und Innovation
Die Förderung lokaler Inhalte wird nicht nur die indische Wirtschaft stärken, sondern auch die Entwicklung innovativer Lösungen im Energiespeichersektor vorantreiben. Durch die Zusammenarbeit zwischen globalen Akteuren und indischen Partnern können maßgeschneiderte und effiziente Speichersysteme entstehen, die optimal auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten sind. Dies ist entscheidend für Indiens langfristige Energiewende und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.
- Stärkung der heimischen Industrie: Die Vorgabe fördert die Entwicklung lokaler Lieferketten und schafft Arbeitsplätze.
- Technologietransfer: Globale Unternehmen werden ermutigt, Technologie und Know-how nach Indien zu bringen.
- Kosteneffizienz: Langfristig könnten lokale Produktionen zu geringeren Kosten und einer höheren Wettbewerbsfähigkeit führen.





