Die Integration von Batteriespeichern in Solaranlagen wird zunehmend zur Notwendigkeit, um die Rentabilität zu sichern und die Volatilität im Energiemarkt zu managen. Experten sind sich einig, dass reine Solaranlagen allein nicht mehr ausreichen, um den Herausforderungen des modernen Stromnetzes und der Preisgestaltung standzuhalten. Die Co-Lokation von Speichern direkt neben Solarparks bietet eine vielversprechende Lösung.
Wichtige Erkenntnisse
- Reine Solaranlagen stehen vor sinkenden Erträgen durch Netzengpässe und negative Preise.
- Batteriespeicher sind entscheidend, um die Rentabilität von Solarparks zu maximieren.
- Finanzierung und Genehmigung erfordern einen ganzheitlichen Ansatz.
- Die Co-Lokation wird in den nächsten 5-10 Jahren zum Standard werden.
Herausforderungen für reine Solaranlagen
Der Markt für erneuerbare Energien hat sich stark verändert. Traditionelle Stromabnahmeverträge (PPAs) bieten Betreibern von reinen Solaranlagen nicht mehr die volle Sicherheit für ihre Einnahmen. Dies liegt an verschiedenen Faktoren, die die Rentabilität beeinflussen.
Ein großes Problem sind die sinkenden Solarertragsraten. Wenn zu viel Solarstrom ins Netz eingespeist wird, kann es zu Netzengpässen kommen. Dies führt oft zu einer Abregelung der Anlagen oder sogar zu negativen Strompreisen.
„Wenn es zu Abregelungen oder negativen Stunden kommt, muss man abschalten und bekommt keine Zahlung. Die einzige Absicherung, die man tun kann, ist die Hinzufügung von Speichern, und das ist es, was wir getan haben“, erklärt Claus Wattendrup, CEO von Vattenfall UK.
Solche Situationen bedeuten für Anlagenbetreiber erhebliche finanzielle Verluste. Die Notwendigkeit, sich gegen diese Risiken abzusichern, hat die Diskussion um Batteriespeicher intensiviert.
Faktencheck
- Sinkende Erträge: Reine Solaranlagen verzeichnen oft niedrigere Erträge aufgrund von Netzengpässen und negativen Strompreisen.
- Volatilität: Der Strommarkt ist zunehmend volatil, was feste PPA-Preise unsicher macht.
- Abregelung: Anlagen müssen bei Überangebot oft gedrosselt oder abgeschaltet werden, was Einnahmen kostet.
Die Rolle von Batteriespeichern
Co-lokalisierte Batteriesysteme, die direkt neben Solarparks installiert werden, bieten eine effektive Lösung. Sie ermöglichen es Betreibern, überschüssigen Strom zu speichern und in Zeiten hoher Nachfrage oder höherer Preise ins Netz einzuspeisen. Dies maximiert die Einnahmen und stabilisiert den Betrieb.
Die Integration von Speichern hilft auch, die Belastung des Stromnetzes zu reduzieren. Statt den gesamten erzeugten Strom sofort einzuspeisen, können Anlagenbetreiber flexibler agieren. Dies ist besonders wichtig, da die Netzkapazitäten in vielen Ländern begrenzt sind.
Finanzierung und Komplexität
Die Finanzierung von co-lokalisierten Projekten ist komplexer als bei reinen Solaranlagen. Banken und Entwickler müssen sich an kürzere Vertragslaufzeiten anpassen. Produkte werden definitionsgemäß kurzfristiger, was höhere Risiken für Entwickler bedeutet, aber auch potenziell höhere Margen.
Nikolaj Holtet Hoff, Gründer und CEO von Nordic Solar, weist darauf hin, dass Kreditgeber nicht immer zusätzliche Schulden für die Nachrüstung von Batterien bereitstellen. „Zwei wirklich wichtige Dinge sind, die bestehende Finanzierung und das, was der PPA erlaubt, zu betrachten – man muss dies gemeinsam lösen“, betont er.
Hintergrundinformationen
Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein langfristiger Vertrag zwischen einem Stromerzeuger (z.B. einem Solarpark) und einem Stromabnehmer (z.B. einem Energieversorger oder einem Großverbraucher). Es legt die Bedingungen für den Kauf und Verkauf von Strom fest, einschließlich Preis, Menge und Laufzeit. In der Vergangenheit boten PPAs eine hohe Planungssicherheit, doch die zunehmende Volatilität des Marktes stellt diese Sicherheit infrage.
Nachrüstung und technische Aspekte
Die Nachrüstung bestehender Solaranlagen mit Batterien gewinnt an Bedeutung. Ziel ist es, die bestehende Finanzierung nicht zu beeinträchtigen und den Abnehmer unversehrt zu lassen, während die Anlage optimiert wird. Pierre Bartholin, Leiter des Power Hedging bei Nuveen Infrastructure, bestätigt dies.
Die Genehmigungsverfahren für moderate Installationen sind in der Regel unkompliziert. Allerdings erfordern PPAs eine sorgfältige Prüfung, um Konflikte mit bestehenden Vereinbarungen zu vermeiden.
Batterieauslegung und -steuerung
Technische und marktbezogene Überlegungen sind zentral für die Dimensionierung und Steuerung von Batterien. AC-gekoppelte Batterien bleiben aufgrund von Netzengpässen die Norm. Die Flexibilität bei der Dimensionierung ist entscheidend, um den Handel mit Strom zu maximieren und den größten Wert zu erzielen.
- AC-Kopplung: Batterien werden über Wechselstrom an das Netz angeschlossen, was die gängigste Methode ist.
- Flexibilität: Die Möglichkeit, die Batteriegröße anzupassen, ist wichtig für die Optimierung des Handelswerts.
Zukunftsaussichten und Marktentwicklung
Experten sind sich einig, dass die Co-Lokation von Solaranlagen und Batteriespeichern in Zukunft zum Standard werden wird. Die Akzeptanz hängt jedoch stark von den lokalen Marktbedingungen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
„Vorausgesetzt, die Investitionskosten sinken weiter und Batterien machen Sinn, wäre die Co-Lokation in 5-10 Jahren ein Muss“, prognostiziert Claus Wattendrup.
Auch wenn die Co-Lokation zur Norm wird, werden eigenständige Batteriespeichersysteme (BESS) weiterhin existieren, insbesondere dort, wo eine Co-Lokation nicht praktikabel ist. Die Entwicklung in diesem Bereich ist dynamisch und verspricht eine effizientere und stabilere Energieversorgung.
Die Branche passt sich schnell an die neuen Gegebenheiten an. Investitionen in Speichertechnologien sind entscheidend, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.





