Akaysha Energy, ein führender Entwickler von Batteriespeichersystemen, hat die erste Phase seines Ulinda Park BESS-Projekts in Queensland, Australien, in Betrieb genommen. Das 155 MW / 298 MWh System ist nun vollständig im National Electricity Market (NEM) aktiv und trägt zur Stabilität des Stromnetzes bei.
Wichtige Erkenntnisse
- Die erste Phase des Ulinda Park BESS-Projekts ist betriebsbereit.
- Das System hat eine Kapazität von 155 MW / 298 MWh.
- Es ist im National Electricity Market (NEM) aktiv und erbringt Frequenzregelungsdienstleistungen.
- Akaysha Energy plant eine Erweiterung auf 350 MW / 1.078 MWh.
- Investitionen in erneuerbare Energien in Queensland sind im letzten Jahr deutlich zurückgegangen.
Ulinda Park BESS: Ein wichtiger Schritt für das australische Netz
Das Ulinda Park Batteriespeichersystem (BESS) befindet sich in der Western Downs Region von Queensland. Es ist seit Kurzem in Betrieb und handelt aktiv im National Electricity Market (NEM). Das System nutzt Energie-Arbitrage und beteiligt sich an den Märkten für Frequenzregelungs-Zusatzleistungen (FCAS), was für die Netzstabilität entscheidend ist.
Der Baubeginn des Projekts erfolgte Ende 2023. Eine entscheidende Finanzierungsvereinbarung war ein sogenanntes Revenue Swap Deal mit Re2. Dieser Vertrag sichert Akaysha Energy über zehn Jahre vertraglich zugesicherte Einnahmen zu, während das Unternehmen die Anlage eigenverantwortlich im NEM betreiben kann.
„Diese Vereinbarung ist genau die Art von innovativem Abnahmevertrag, die wir derzeit auf dem Markt brauchen, um den Ausbau großer Batteriespeicherprojekte zu beschleunigen“, sagte Nick Carter, CEO von Akaysha Energy, zum Zeitpunkt der Unterzeichnung.
Strategische Standortwahl und zukünftige Erweiterungen
Der Standort des Ulinda Park BESS wurde strategisch gewählt. Er nutzt vorhandene Netzinfrastruktur, die zuvor fossile Kraftwerke in der Western Downs Region versorgte. Auch andere Unternehmen, darunter der Energieversorger CS Energy, haben Batteriespeicheranlagen an diesem Knotenpunkt angeschlossen.
Akaysha Energy plant bereits eine Erweiterungsphase für Ulinda Park. Diese soll die Leistung um weitere 195 MW und die Speicherkapazität um 780 MWh erhöhen. Damit würde die Gesamtkapazität des Standorts auf 350 MW und die Speicherkapazität auf 1.078 MWh ansteigen. Das Projekt wurde erfolgreich in das Capacity Investment Scheme (CIS) der australischen Bundesregierung aufgenommen, das den Ausbau gesicherter, steuerbarer erneuerbarer Energien fördert.
Fakten zum Ulinda Park BESS
- Phase 1 Kapazität: 155 MW / 298 MWh
- Geplante Gesamtkapazität: 350 MW / 1.078 MWh
- Standort: Western Downs, Queensland, Australien
- Funktion: Energie-Arbitrage, Frequenzregelung
- Finanzierung: Revenue Swap Deal mit Re2
Akaysha Energies wachsende Präsenz in Australien
Akaysha Energy, das 2022 mit Unterstützung von BlackRock an die Öffentlichkeit trat, baut sein Portfolio in Australien stetig aus. Neben Ulinda Park gehören dazu auch das Brendale BESS in Queensland sowie die Waratah Super Battery und Orana BESS in New South Wales (NSW).
Das Brendale BESS, ein weiteres Projekt in Queensland mit 205 MW / 410 MWh, steht kurz vor der Fertigstellung. Es wurde bereits im dritten Quartal dieses Jahres in das Market Management System des Australian Energy Market Operator (AEMO) aufgenommen.
Die Waratah Super Battery in NSW ist mit 850 MW / 1.680 MWh das größte BESS-Projekt Australiens. Trotz eines Rückschlags durch einen Transformatorausfall in der Endphase der Inbetriebnahme wird erwartet, dass sie bald den vollen kommerziellen Betrieb aufnehmen kann. Mitte 2024 konnte Akaysha zudem eine Finanzierung von 650 Millionen AUD für das Orana BESS abschließen.
Rückgang der Investitionen in Queensland
Während Akaysha Energy seine Projekte vorantreibt, zeigen neue Analysen einen deutlichen Rückgang der Investitionen in erneuerbare Energien und Energiespeicher in Queensland. Der Queensland Conservation Council (QCC) berichtete, dass die Investitionen in groß angelegte Projekte seit dem Amtsantritt der Liberal National Party (LNP) unter Premierminister David Crisafulli Ende Oktober 2024 um 74 % gesunken sind.
Im letzten Jahr der Labour-Regierung wurden noch 15 Solar-, Wind- und Energiespeicherprojekte finanziell abgeschlossen oder mit dem Bau begonnen. Im vergangenen Jahr waren es hingegen nur vier Projekte. Die installierte Leistung neuer Projekte sank von 3.389 MW im Vorjahr auf lediglich 880 MW unter der neuen Regierung.
Hintergrund: Queenslands Energiepolitik
Die frühere Premierministerin Annastacia Palaszczuk (Labour) hatte 2022 einen ehrgeizigen Energie- und Arbeitsplan im Wert von 62 Milliarden AUD eingeführt. Dieser sah ein Ziel von 70 % erneuerbarer Energien bis 2032 vor. Zudem sollte Queensland seine Vorteile bei der Herstellung von Batteriematerialien und -lieferketten nutzen.
Die neue LNP-Regierung hat jedoch eine Kehrtwende vollzogen. Sie zog die staatliche Unterstützung für ein geplantes 5 GW / 120 GWh Pumpspeicherprojekt zurück und veröffentlichte im Oktober dieses Jahres eine neue Fünfjahres-Energiestrategie. Diese sieht den Einsatz von 3,1 GW bis 4,3 GW Kurzzeit-Speichern (bis 4 Stunden) bis 2030 und weitere 2,2 GW bis 4 GW Mittelzeit-Speichern (4 bis 12 Stunden) bis 2035 vor.
Kontroverse um Kohlekraftwerke
Ein besonders umstrittener Aspekt der neuen Energiestrategie ist die Entscheidung, die 8 GW starke Kohlekraftwerksflotte des Staates – die größte in Australien – bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer am Netz zu lassen. Die frühere Regierung hatte eine frühe Stilllegung dieser Anlagen geplant.
Stephanie Gray, Aktivistin des QCC, kritisiert diese Politik scharf. Sie argumentiert, dass die Maßnahmen der LNP, die Kohlekraftwerke länger zu betreiben und erneuerbare Energieziele aufzuheben, Investoren abschrecken. „Investitionen in neue große erneuerbare Energien und Speicher sind in Queensland massiv eingebrochen, weil die Regierung Crisafulli immer wieder ideologische Angriffe auf erneuerbare Energien verübt“, so Gray.
Die Kohlekraftwerke in Queensland waren im letzten Jahr 131 Mal außer Betrieb. Gray bezeichnet die neue Energiestrategie als einen „Weg in ein fossiles Fantasieland“, wo die Bewohner höhere Preise für umweltschädlichere Energie zahlen müssten. Kohlekraftwerke sind nicht nur teuer im Unterhalt und umweltschädlich, sondern werden im NEM zunehmend von Batterien und erneuerbaren Energien übertroffen. Batterien können viel schneller auf Netzanforderungen reagieren, und erneuerbare Energien liefern den „Brennstoff“ kostenlos.





