Energy Vault, ein Entwickler und Integrator von Energiespeicherlösungen, hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnet. Das Unternehmen erweitert sein Portfolio und konzentriert sich verstärkt auf die Bereitstellung von Energielösungen für KI-Infrastrukturen und Rechenzentren. Diese strategische Neuausrichtung markiert einen Wandel vom reinen EPC-Anbieter zum unabhängigen Stromproduzenten.
Wichtige Erkenntnisse
- Umsatzsteigerung um 156% im Q1 2026 auf 21,9 Millionen US-Dollar.
- Strategische Neuausrichtung auf KI-Infrastruktur und Rechenzentren.
- Expansion der Projektpipeline in Australien und Japan.
- Verschiebung des Geschäftsmodells hin zum unabhängigen Stromproduzenten (IPP).
Starkes Umsatzwachstum im ersten Quartal 2026
Energy Vault meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 21,9 Millionen US-Dollar. Dies stellt eine beeindruckende Steigerung von 156% gegenüber den 8,5 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025 dar. Das Unternehmen führte diesen Anstieg auf die Auslieferung von Energiespeicherprodukten und Beiträge aus eigenen und betriebenen Anlagen zurück.
Der bereinigte Bruttogewinn im ersten Quartal 2026 erreichte 6,1 Millionen US-Dollar, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr. Diese Verbesserung resultiert laut Energy Vault aus dem Wegfall von Abschreibungen und Amortisationen im Zusammenhang mit den Asset Vault-Betriebsprojekten, die Mitte 2025 den Betrieb aufnahmen.
Schnelle Fakten
- Umsatz Q1 2026: 21,9 Mio. US-Dollar
- Wachstum gegenüber Q1 2025: 156%
- Bereinigter Bruttogewinn Q1 2026: 6,1 Mio. US-Dollar
Strategische Neuausrichtung auf KI-Infrastruktur
Energy Vault positioniert sich neu, um den wachsenden Bedarf an zuverlässiger Energie für Rechenzentren und KI-Infrastrukturen zu decken. Das Unternehmen sieht in diesem Bereich eine „überzeugende Mischung aus hohem Wachstum und geringer Volatilität bei attraktiver Bewertung“. Der Fokus liegt nun auf Stromabnahmeverträgen mit Rechenzentren und Hyperscalern, anstatt auf traditionelle Tolling- oder Abnahmeverträge mit Versorgungsunternehmen.
Dieser strategische Schritt signalisiert einen Wandel vom reinen Engineering, Procurement and Construction (EPC)-Unternehmen hin zu einem unabhängigen Stromproduzenten (IPP). Die Fähigkeit, maßgeschneiderte Energielösungen für datenintensive Operationen anzubieten, wird als entscheidender Wettbewerbsvorteil angesehen.
„Die Beschleunigung des Rechenzentrums-Infrastrukturspiels bietet eine überzeugende Mischung aus hohem Wachstum und geringer Volatilität bei attraktiver Bewertung.“
Herausforderungen trotz Wachstum
Trotz des starken Umsatzwachstums verzeichnete Energy Vault im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 32,5 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr lag dieser bei 21,1 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen führt den Anstieg des Verlusts hauptsächlich auf höhere Abschreibungen und Zinsaufwendungen sowie einmalige Posten im Zusammenhang mit der Tilgung von Schulden zurück.
Der bereinigte EBITDA-Verlust belief sich im ersten Quartal 2026 auf 13,6 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Verlust von 11,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Diese Zahlen zeigen, dass das Unternehmen trotz seiner Expansionsbemühungen und Umsatzsteigerungen noch nicht die Gewinnschwelle erreicht hat.
Hintergrund: Asset Vault
Asset Vault ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Energy Vault. Sie ist für die Entwicklung, den Bau, den Besitz und die Verwaltung von Batteriespeichersystemen (BESS) weltweit zuständig. Die Inbetriebnahme dieser Projekte Mitte 2025 trägt maßgeblich zur aktuellen Umsatzentwicklung bei.
Globale Expansion und Projektpipeline
Energy Vault setzt seine globale Expansion fort, insbesondere in Australien und Japan. Im Februar lieferte das Unternehmen BESS-Technologie für ein 320 MWh-Projekt in Australien, dessen Fertigstellung noch in diesem Jahr erwartet wird. Dies unterstreicht die operative Stärke und die Fähigkeit, große Projekte umzusetzen.
Im April unterzeichnete Energy Vault eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf einer 850 MW-Pipeline von BESS-Projekten von einem japanischen Entwickler. Von diesem Portfolio sollen 350 MW in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 die Bauphase erreichen und in der zweiten Hälfte des Jahres 2028 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Die restlichen 500 MW befinden sich in einer frühen Entwicklungsphase.
Zuvor erwarb das Unternehmen bereits ein 175 MW/350 MWh BESS-Projekt namens McMurtre in Texas vom Entwickler Belltown Power. Dieses Projekt soll im vierten Quartal dieses Jahres die Baureife erreichen.
Ausblick auf das Gesamtjahr 2026
Energy Vault bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet einen Gesamtumsatz zwischen 225 Millionen und 300 Millionen US-Dollar. Diese Schätzung berücksichtigt die Zeitpläne für US-Batterielieferungen, Projekte von Drittanbietern, Einnahmen aus den operativen Anlagen von Asset Vault sowie erste Einnahmen aus Rechenzentren und anderen KI-Infrastrukturprojekten.
Die Fokussierung auf KI-Infrastruktur und die globale Expansion sind zentrale Säulen der Unternehmensstrategie, um die langfristigen Wachstumsziele zu erreichen und die Position im Energiespeichermarkt zu festigen.





