Eku Energy, ein führender Entwickler und Betreiber von Batteriespeichern, setzt in Australien weiterhin auf private Abnahmeverträge als Kern seiner Kommerzialisierungsstrategie. Trotz des Capacity Investment Scheme (CIS) des Landes, das Investitionen in Langzeit-Batteriespeicher beschleunigen soll, bleiben die grundlegenden Projektbewertungsprinzipien des Unternehmens unverändert.
Wichtige Erkenntnisse
- Eku Energy hält an privaten Abnahmeverträgen fest, unabhängig vom CIS.
- Das CIS beschleunigt Investitionen, verändert aber nicht die grundlegende Projektprüfung.
- Disziplinierte Gebote sind wichtiger als aggressive Preisgestaltung bei Ausschreibungen.
- Konsistente Politik ist entscheidend für langfristige private Investitionen.
- Australiens CIS ist international gut strukturiert, aber verbesserungsfähig.
CIS beschleunigt, verändert aber nicht die Strategie
Das Capacity Investment Scheme (CIS) in Australien hat nach Einschätzung von Elias Saba, dem Chief Commercial Officer von Eku Energy, die Investitionen in längerfristige Batteriespeicheranlagen vorangetrieben. Dennoch hat es die Art und Weise, wie Eku Energy eigene Projekte bewertet und umsetzt, nicht grundlegend verändert. Saba äußerte sich dazu nach einer Podiumsdiskussion auf dem Battery Asset Management Summit Australia 2026, bei der mehrere Teilnehmer die Wirksamkeit des CIS infrage stellten.
Es sei schwierig, den genauen Einfluss des Schemas zu beziffern, so Saba. Er betont, dass die Kernanforderungen für den finanziellen Abschluss eines Projekts gleich bleiben, ob ein CIS-Vertrag involviert ist oder nicht. Dazu gehören die Planung, der Netzanschluss und die Verfügbarkeit alternativer Kommerzialisierungswege.
Faktencheck
- Das CIS zielt darauf ab, neue Kapazitäten in der Stromerzeugung und -speicherung zu fördern.
- Besonders 4-Stunden-Speicher profitierten vom CIS, da sie kommerziell schwieriger zu vermarkten waren.
- Eku Energy sieht das CIS als Ergänzung, nicht als alleinige Grundlage der Projektfinanzierung.
Disziplin bei Ausschreibungen
Kritiker des CIS haben bemängelt, dass die Ausschreibungen zu übermäßig aggressiven Geboten führen könnten, bei denen Entwickler eher auf den Gewinn wetten, als einen realistischen Weg zum finanziellen Abschluss zu kalkulieren. Elias Saba weist diese Kritik für Eku Energy zurück. Das Unternehmen verfolge einen konsistenten und disziplinierten Ansatz bei der Teilnahme an Ausschreibungen.
„Aus Eigenkapitalperspektive sind wir sehr diszipliniert in unserer Teilnahme an jedem Schema. Wir nehmen nur so teil, wie wir es für lieferbar halten“, sagte Saba.
Er räumt ein, dass Eku Energy dadurch möglicherweise einige Ausschreibungsrunden verpasst hat. Dies sei jedoch ein akzeptabler Kompromiss. Die gleiche Disziplin gelte für alle Ausschreibungen weltweit, an denen das Unternehmen teilnimmt. Diese kommerzielle Disziplin spiegelt frühere Aussagen von Saba wider, in denen er die Verlagerung hin zu längerfristigen Batteriespeichersystemen (BESS) im National Electricity Market (NEM) auf sinkende Lithiumkosten, verbesserte Energiedichte und steigende Nachfrage nach Flexibilität und Absicherungswerten von 4-Stunden-Systemen zurückführte.
Bedeutung der politischen Konsistenz
Angesprochen auf mögliche Änderungen oder das Auslaufen des CIS, betonte Saba die Bedeutung von Konsistenz und Stabilität in der Politik für private Investitionen. Er nannte keinen einzelnen Mechanismus, den die Regierung stattdessen einführen sollte, sondern hob die Notwendigkeit eines kontinuierlichen politischen Rahmens hervor.
Drastische politische Änderungen, selbst wenn sie gut gemeint sind, verursachen versteckte Kosten. Sie erfordern eine Neubewertung und verlangsamen die Investitionsgeschwindigkeit. Dies ist besonders relevant, da Australiens Kohlekraftwerke schrittweise stillgelegt werden und die Systemzuverlässigkeit eine wachsende Rolle spielt. Der AEMO-Bericht von 2026 zeigte, dass trotz verbesserter Zuverlässigkeitsaussichten weitere Investitionen in Systemsicherheitsdienste erforderlich sind, da der Anteil wechselrichterbasierter Ressourcen steigt.
Hintergrund: Australiens Energiemarkt
Australien durchläuft einen tiefgreifenden Energiewandel. Die Stilllegung von Kohlekraftwerken erfordert massive Investitionen in erneuerbare Energien und Speichersysteme, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Das Capacity Investment Scheme (CIS) ist ein zentrales Instrument der Regierung, um diese Transformation zu beschleunigen und Investitionen in neue Kapazitäten anzuziehen.
Internationale Vergleichbarkeit des CIS
Saba beurteilt das australische CIS im internationalen Vergleich als relativ gut konzipiert, auch wenn es Raum für Verbesserungen gibt. Er hob hervor, dass es nicht einfach sei, eine Struktur zu schaffen, die allen Anforderungen gerecht wird.
Länder wie das Vereinigte Königreich, Japan und Deutschland verfolgen ähnliche Anreize für Energiespeicher. Ein überlegenes Modell, das Australien übernehmen sollte, sieht Saba jedoch nicht. Die relative Reife des CIS führt er teilweise darauf zurück, dass Australien über die Jahre hinweg verschiedene Vertragsstrukturen erprobt hat. Direkte Übertragbarkeit zwischen Rechtsordnungen ist aufgrund marktspezifischer Unterschiede begrenzt, insbesondere angesichts der einzigartigen Natur des australischen Spotmarktes.
Private Abnahmeverträge als Fundament
Trotz der Diskussionen um das CIS und die allgemeine Marktunsicherheit betont Elias Saba, dass Eku Energy seine Ertragssicherheit durch einen vielschichtigen Kommerzialisierungsansatz sichert. Das Fundament bilden dabei private Abnahmeverträge. Hierbei handelt es sich um bilaterale Verträge mit verschiedenen Partnern im Markt.
Regierungsverträge, Netzbetreibervereinbarungen und ein gewisses Maß an Marktrisikobereitschaft werden als zusätzliche Schichten hinzugefügt, dienen aber nicht als primäre Umsatztreiber. Eine starke Abhängigkeit von der reinen Marktpreisvolatilität (Merchant Exposure) passt nicht zur Investitionsphilosophie von Eku Energy.
„Der Hauptweg der Kommerzialisierung für uns bleiben private Abnahmeverträge, also bilaterale Abnahmeverträge mit Partnern über die verschiedenen Abnehmer, mit denen wir auf dem Markt zusammenarbeiten“, erklärte Saba.
Das Unternehmen strebt nach infrastrukturähnlichen Anlagen oder Renditen, was eine solide Grundlage durch Abnahmeverträge erfordert. Diese Haltung deckt sich mit Aussagen von Eku Energy CEO Daniel Burrows, der den Ansatz des Unternehmens zur Gewinnung von Infrastrukturkapital für große Batteriespeicherprojekte erläutert hat.





