Der Energiespeicherentwickler Eku Energy hat zwei neue Batteriespeichersysteme (BESS) mit einer Leistung von jeweils 300 MW und einer Kapazität von 1.200 MWh zur Genehmigung in Australien eingereicht. Diese Projekte sollen die Netzstabilität verbessern und die Nutzung erneuerbarer Energien in Victoria und New South Wales fördern.
Wichtige Punkte
- Zwei neue Batteriespeicher mit jeweils 300 MW/1.200 MWh geplant.
- Standorte in Hazelwood North (Victoria) und bei Armidale (New South Wales).
- Beide Projekte sollen 4 Stunden Energie speichern können.
- Ziel ist die Verbesserung der Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien.
- Eku Energy verfolgt eine Strategie der Standardisierung für seine Projekte.
Zwei Großprojekte zur Netzstabilisierung
Eku Energy, ein führender Entwickler von Energiespeicherlösungen, hat seine Pläne für zwei Batteriespeichersysteme (BESS) in Australien konkretisiert. Jedes System ist auf eine Leistung von 300 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 1.200 Megawattstunden (MWh) ausgelegt. Diese Einreichungen erfolgen im Rahmen des australischen Umweltschutzgesetzes (EPBC Act).
Die Projekte sind darauf ausgelegt, überschüssigen Strom, insbesondere aus Solaranlagen, zu speichern und bei hohem Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Dies trägt entscheidend zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und reduziert die Notwendigkeit, erneuerbare Energiequellen bei Überproduktion abzuschalten.
Faktencheck
- Jedes BESS liefert 300 MW Leistung.
- Die Speicherkapazität beträgt 1.200 MWh pro Anlage.
- Beide Systeme können Energie für 4 Stunden speichern.
- Die geplante Betriebslebensdauer liegt zwischen 20 und 30 Jahren.
Tramway Road BESS in Victoria
Das erste Projekt, der Tramway Road BESS, ist für eine 152,54 Hektar große Fläche in Hazelwood North, in der Gippsland-Region von Victoria, vorgesehen. Dieses Gebiet gehört zur Gippsland Renewable Energy Zone (REZ). Die Planungsgenehmigung wurde bereits Anfang dieses Jahres durch das Development Facilitation Program von Victoria erteilt.
Der Baubeginn ist für Ende 2026 geplant, der Betrieb soll 2028 aufgenommen werden. Die tatsächliche Bebauungsfläche wird etwa 22,74 Hektar betragen. Die Anlage wird über eine 500-kV-Freileitung an die bestehende Hazelwood Terminal Station angeschlossen. Das Gelände liegt auf landwirtschaftlich genutztem Land, wobei das nächste Wohnhaus etwa 500 Meter entfernt ist. Die Projektfläche ist nicht als bedeutendes Bewässerungsgebiet oder als Fläche mit staatlich bedeutsamem Landschafts- oder Landwirtschaftswert ausgewiesen.
„Diese Projekte sind ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Energieinfrastruktur und zur Integration von mehr erneuerbaren Energien. Sie zeigen, wie Batteriespeicher zur Netzstabilität beitragen können.“
Wongalea BESS in New South Wales
Das zweite Projekt, der Wongalea BESS, wird in der Nähe von Armidale im Norden von New South Wales (NSW) errichtet. Das Projektgebiet umfasst 137 Hektar, verteilt auf neun Grundstücke und den angrenzenden Abschnitt des Waterfall Way. Die Anlage wird über ein 1,5 Kilometer langes unterirdisches 132-kV-Kabel an die bestehende Transgrid-Umspannstation Armidale angeschlossen.
Die maximale Störfläche beträgt bis zu 42 Hektar, wobei die tatsächliche Entwicklung voraussichtlich nur etwa 10 Hektar beanspruchen wird. Temporäre Lagerflächen werden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben. Das Projekt wird etwa 288 Batterieeinheiten umfassen und ist für eine Betriebslebensdauer von 20 Jahren ausgelegt. Zur Infrastruktur gehören Wechselrichter, eine eigene Umspannstation und ein Rückhaltebecken für Regenwasser und Feuerlöschzwecke.
Hintergrundinformationen
Der EPBC Act ist ein zentrales australisches Gesetz zum Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt. Projekte, die potenziell erhebliche Umweltauswirkungen haben könnten, müssen im Rahmen dieses Gesetzes bewertet werden. Die Einreichung von Batteriespeicherprojekten auf umgewidmetem Agrarland abseits von Naturschutzgebieten ist ein etabliertes Verfahren.
Standardisierung als Strategie
Die identische technische Konfiguration beider Projekte – 300 MW Leistung und 1.200 MWh Speicherkapazität – spiegelt eine bewusste Strategie von Eku Energy wider. Der Entwickler setzt auf die Standardisierung von Projektdesigns. Dies soll Engineering, Beschaffung und Genehmigungsverfahren über mehrere Standorte hinweg rationalisieren. Eine solche Strategie kann die Grenzkosten und den Zeitaufwand für die Genehmigung jedes einzelnen Projekts erheblich senken.
Eku Energy verfügt bereits über weitere Projekte in seinem australischen Portfolio. Der Griffith BESS in Yoogali, NSW, wurde beispielsweise auf eine erweiterte Konfiguration von 100 MW/1.000 MWh erweitert. Dieses System mit einer Speicherdauer von 10 Stunden entwickelte sich aus einem ursprünglichen 800-MWh-Design, nachdem es im Februar 2025 eine langfristige Energieversorgungsvereinbarung (LTESA) von AEMO Services erhalten hatte.
Eku Energy und institutionelle Investoren
Eku Energy ist ein Joint Venture von Macquarie Asset Management und der British Columbia Investment Management Corporation. Diese Eigentümerstruktur ermöglicht dem Entwickler den Zugang zu langfristigem Infrastrukturkapital. Das Unternehmen ist somit weniger abhängig von projektbezogenen Schulden und Eigenkapital, das einzeln für jedes Projekt beschafft werden muss.
Daniel Burrows, CEO von Eku Energy, betonte in früheren Gesprächen die Bedeutung dieser Strategie. Er sprach über den Ansatz des Unternehmens, Infrastrukturkapital für groß angelegte Batteriespeicher zu gewinnen. Dabei konzentriert sich Eku Energy auf den Aufbau eines Portfolios von standardisierten, replizierbaren Projekten. Solche Projekte können von institutionellen Investoren mit größerem Vertrauen finanziert werden als einmalige Entwicklungen. Die technischen Spezifikationen, die über verschiedene Bundesstaaten hinweg identisch sind, reduzieren das Design- und Engineering-Risiko für die Finanzierer, die die Projekte bewerten.
- Aktuelle Projekte im Bau: Eku Energy hat derzeit den 250 MW/500 MWh Williamsdale BESS im Bau.
- Weitere Projekte: Sechs weitere Projekte befinden sich im Bau oder in der Entwicklung, davon drei in NSW und zwei in Queensland.
- Meist 300 MW/1.200 MWh: Die meisten dieser Projekte folgen der gleichen Spezifikation von 300 MW Leistung und 1.200 MWh Speicherkapazität.





