DTE Energy, ein führender Energieversorger in Michigan, hat bekannt gegeben, dass es für zwei Jahre auf Strompreiserhöhungen verzichten wird. Diese Entscheidung ist direkt an den Erfolg eines 16 Milliarden US-Dollar schweren Rechenzentrums-Campus gebunden, der ein großes Batteriespeichersystem (BESS) umfasst. Das Projekt, das in Saline Township entsteht, wird von Related Digital für den Technologiekonzern Oracle entwickelt und vollständig von DTE Energy mit Strom versorgt.
Die Vereinbarung soll nicht nur die Energieversorgung eines der größten Rechenzentren der Region sicherstellen, sondern auch erhebliche Vorteile für die bestehenden Kunden von DTE mit sich bringen. Der Verzicht auf Preiserhöhungen ist ein wichtiger Schritt, der die finanzielle Belastung für Haushalte und Unternehmen in Michigan reduzieren könnte.
Wichtige Punkte
- DTE Energy verzichtet zwei Jahre auf Strompreiserhöhungen, abhängig vom Erfolg des Oracle-Rechenzentrums.
- Das Rechenzentrum wird zu 100% von DTE Energy versorgt und durch ein Batteriespeichersystem ergänzt.
- Das Projekt soll 9 Milliarden US-Dollar zur Verbesserung des Stromnetzes von DTE beitragen.
- Der Bau des Trenton Channel Energy Center, eines der größten BESS der Großen Seen, hat begonnen.
- Oracle finanziert ein neues BESS für DTE, um das Rechenzentrum zu unterstützen.
- Das Projekt schafft Tausende von Arbeitsplätzen und generiert neue Steuereinnahmen.
Ein Milliardenprojekt mit weitreichenden Folgen
DTE Energy plant, der Michigan Public Service Commission (MPSC) am 28. April einen Antrag vorzulegen. Darin wird die Absicht bekräftigt, für mindestens zwei Jahre keine weiteren Tariferhöhungen zu beantragen, sobald die aktuelle Anforderung abgeschlossen ist. Dies ist eine direkte Folge der Zusammenarbeit mit Related Digital und Oracle.
Joi Harris, Präsidentin und CEO von DTE, betonte die Bedeutung dieses Schrittes:
„Solange das erste Rechenzentrumsprojekt, das wir unterstützen, wie geplant bis Ende 2027 in Betrieb geht und wir andere behördliche Genehmigungen erhalten, werden wir bis mindestens 2028 keinen weiteren Tarifantrag stellen – das bedeutet zwei Jahre ohne Tariferhöhung für unsere Kunden nach Abschluss des aktuellen Antrags.“
Faktencheck
- Investition: Der Rechenzentrums-Campus beläuft sich auf 16 Milliarden US-Dollar.
- Netzverbesserungen: Zwei Rechenzentrumsverträge sollen bis 2045 rund 9 Milliarden US-Dollar zur Verbesserung des DTE-Stromsystems beisteuern.
- Einsparungen für Kunden: Das Projekt soll bestehenden DTE-Kunden Einsparungen von 300 Millionen US-Dollar ermöglichen.
Ausbau der Infrastruktur und Energiewende
Der formelle Antrag von DTE Energy am 28. April wird eine Summe von 474,3 Millionen US-Dollar umfassen. Diese Mittel sind für Investitionen in das Stromnetz und die Stromerzeugung vorgesehen. Der Genehmigungsprozess durch die MPSC wird voraussichtlich etwa zehn Monate dauern.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Investitionen ist die Umstellung des Kohlekraftwerks Belle River von DTE auf Erdgas. Zudem wird das 220 MW/880 MWh Trenton Channel Energy Center entwickelt. Dieses Batteriespeichersystem soll nach seiner Inbetriebnahme die größte eigenständige Anlage dieser Art in der Region der Großen Seen werden.
Hintergrund zum Trenton Channel Energy Center
Der Bau des BESS in Trenton begann bereits im Jahr 2024. Die MPSC hatte im März 2024 die Genehmigung erteilt, zeitgleich mit dem Abriss der kohlebefeuerten Schornsteine in Trenton. Die geschätzten Kosten für dieses Projekt lagen ursprünglich bei rund 460 Millionen US-Dollar.
Im November 2025 reichte DTE einen Antrag bei der MPSC für eine Ausrüstungsvereinbarung mit LG Energy Solution Vertech (LG ESV) ein. Dieser Schritt führte zu einer Kostenreduzierung von über 30 Millionen US-Dollar. Zuvor hatte DTE einen Vertrag mit Powin gekündigt, nachdem es zu Lieferverzögerungen gekommen war und Powin später Insolvenz anmeldete.
Das "Red Barn" Rechenzentrum: Ein Leuchtturmprojekt
Am 24. April gab DTE bekannt, das Rechenzentrum von Related Digital mit Strom zu versorgen. Dieses Projekt trägt den Namen "The Barn", in Anlehnung an eine historische rote Scheune auf dem Gelände in Saline Township.
Die Tech-Giganten Oracle und OpenAI hatten im November 2025 zusammen mit Related Digital ihre Pläne für das Rechenzentrum in Saline Township vorgestellt. Das Projekt wird eine Rechenkapazität von über 1 GW haben und bei voller Auslastung schätzungsweise 1,4 GW Strom verbrauchen. Dies entspricht etwa 25% der gesamten aktuellen Stromerzeugungskapazität von DTE Energy, vergleichbar mit der Leistung eines mittelgroßen Kernreaktors.
Oracle wird die Kosten für die Entwicklung eines neuen BESS für DTE vollständig finanzieren, um das Rechenzentrum zu unterstützen. Dies geschieht über einen Zeitraum von 15 Jahren, wobei Oracle unter dem Namen Green Chile Ventures agiert. DTE Electric wird für die Entwicklung, den Besitz und den Betrieb der Anlagen verantwortlich sein, während Oracle die Markterlöse aus dem Betrieb der Anlagen auf dem Großhandelsmarkt erhält.
Wirtschaftliche Impulse und Umweltaspekte
Related Digital prognostiziert, dass das "Red Barn"-Projekt über 2.500 gewerkschaftliche Bauarbeitsplätze, 450 Arbeitsplätze vor Ort und mehr als 1.500 weitere Arbeitsplätze im gesamten Landkreis schaffen wird. Zudem werden Millionen an neuen Steuereinnahmen für die Gemeinde Saline Township, Washtenaw County und die Schulen in Michigan erwartet. Weitere 14 Millionen US-Dollar sollen direkt der Feuerwehr und kommunalen Investitionen zugutekommen.
Das Rechenzentrum wird ein geschlossenes System nutzen, um die Wasserressourcen des Staates zu schützen. Mehr als 750 Hektar Ackerland und Feuchtgebiete sollen erhalten bleiben. Solche Steuervergünstigungen für Rechenzentren sind üblich, doch eine Studie von Good Jobs First aus April 2025 zeigte, dass mindestens zehn US-Bundesstaaten jährlich über 100 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen durch Rechenzentren verlieren.
DTEs weitere Engagements in Erneuerbaren Energien
Neben dem Oracle-Projekt arbeitet DTE Energy auch mit Google zusammen. Im März kündigte DTE Pläne zur Entwicklung eines Rechenzentrums in Michigan mit Google an. Dieses Projekt umfasst 1.600 MW Solarenergie, kombiniert mit 450 MW Energiespeicherung. SEC-Einreichungen zeigten, dass der Standort, möglicherweise in Van Buren Township, "Project Cannoli" genannt wird. Es wird ein 400 MW/1.600 MWh BESS sowie 50 MW Langzeit-Energiespeicher (LDES) nutzen. Auch hier hat sich Google bereit erklärt, die Solar- und Speicherressourcen zu finanzieren.
Im März genehmigte die MPSC sechs BESS-Projekte für DTE mit einer Gesamtkapazität von 1.332 MW in Michigan. Drei dieser Projekte – das 132 MW Fish Creek Energy Centre, das 100 MW Cold Creek Energy Centre und das 100 MW Pine River Energy Centre – werden das "Red Barn"-Rechenzentrum von Oracle unterstützen.
Diese umfassenden Investitionen unterstreichen DTEs Engagement für die Energiewende und den Ausbau einer robusten, modernen Energieinfrastruktur in Michigan. Die Partnerschaften mit großen Technologieunternehmen wie Oracle und Google sind dabei entscheidend, um diese Ziele zu erreichen und gleichzeitig die Kosten für die Endverbraucher stabil zu halten.





