Deutschland verstärkt seine Anstrengungen im Bereich der Batteriespeichersysteme (BESS). Mehrere Projekte wurden kürzlich angekündigt oder in Betrieb genommen. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien und die Stabilität des Stromnetzes.
Wichtigste Punkte
- Green Flexibility hat ein 40MW/80MWh BESS-Projekt in Balzhausen in Betrieb genommen.
- SWB und Be.storaged planen ein 85MW/170MWh System in Bremen.
- ArcelorMittal beauftragt EDF Power Solutions mit einem 25MW/50MWh Projekt.
- Suncatcher und Statkraft kooperieren bei drei Solar-Plus-Speicher-Projekten.
- Neue Netzanschlussprotokolle beschleunigen die Integration.
Neues Batteriespeichersystem in Balzhausen
Das Unternehmen Green Flexibility hat ein Batteriespeichersystem mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 80 Megawattstunden (MWh) in Balzhausen, Deutschland, fertiggestellt. Das Projekt begann im September des Vorjahres mit dem Bau. Es ist nun vollständig in Betrieb und stellt einen wichtigen Schritt für die lokale Energieversorgung dar.
Das System ist an die sogenannte 'Einspeisesteckdose' des Verteilnetzes des Betreibers LEW angeschlossen. Dies ist eine neue Methode, die von einigen Verteilnetzbetreibern (DNOs) eingesetzt wird, um Projekte schneller an das Netz anzubinden. Ziel ist es, erneuerbare Energien und Speichersysteme zügiger in das Stromnetz zu integrieren.
Barbara Plura, Asset Managerin im LEW-Verteilnetz und Projektleiterin der Einspeisesteckdose, erklärte: "Wir freuen uns sehr, dass das erste an unsere Einspeisesteckdose angeschlossene System nun in Betrieb ist. Batteriespeichersysteme sind für das Energiesystem der Zukunft unverzichtbar. Besonders im bayerischen Schwaben, mit seiner hohen Dichte an Photovoltaik und starker Produktion erneuerbarer Energien, helfen sie, das Stromnetz effizienter zu nutzen."
Faktencheck
- Leistung: 40 MW
- Kapazität: 80 MWh
- Standort: Balzhausen, Deutschland
- Netzanschluss: 'Einspeisesteckdose' des LEW-Verteilnetzes
Großprojekte in Bremen
Auch in Bremen gibt es bedeutende Fortschritte. Der Energieversorger SWB (Swb Erzeugung AG & Co) arbeitet mit dem BESS-Entwickler Be.storaged zusammen, um ein gemeinsames Projekt im Industriehafen von Bremen zu realisieren. Dieses System soll eine Leistung von 85 MW und eine Kapazität von 170 MWh haben und für zwei Stunden Energie liefern können.
Das Projekt wird auf dem Gelände eines SWB-Kraftwerks errichtet, das dieses Jahr abgerissen wird. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 geplant. Wie viele Projekte in Deutschland verfügt dieses System über eine flexible Anschlussvereinbarung (FCA) mit dem Netzbetreiber. SWB war bereits früh im Bereich großer Speichersysteme aktiv und baute 2018 ein 20-MW-System.
Hintergrundinformation
Be.storaged ist Teil des Energieversorgers EWE. Im vergangenen Jahr hat Be.storaged bereits ein 20 MW/40 MWh Projekt für sein Mutterunternehmen realisiert. Diese Partnerschaft unterstreicht die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern für die Energieversorgung in Deutschland.
ArcelorMittal setzt auf EDF Power Solutions
Der Stahlhersteller ArcelorMittal hat die deutsche Sparte für EPC- und Projektdienstleistungen des multinationalen Energiekonzerns EDF beauftragt. Es geht um ein 25 MW/50 MWh Projekt in Bremen. EDF Power Solutions Deutschland wird das BESS installieren und über einen Zeitraum von zehn Jahren warten.
EDF Power Solutions hat kürzlich einen Großauftrag über 250 MW für den Bau von 'Grid Booster' BESS-Projekten für den deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion erhalten. Das Unternehmen ist weltweit im Bau und Betrieb von BESS-Projekten tätig. Es bietet auch Abnahme und Optimierung für BESS-Projekte anderer Unternehmen an, besonders in Großbritannien.
Solar-Plus-Speicher-Projekte mit Statkraft
Der Entwickler und Betreiber Suncatcher hat eine Partnerschaft mit dem Energieunternehmen Statkraft geschlossen. Diese Zusammenarbeit betrifft drei Solar-Plus-Speicher-Projekte in Deutschland und läuft bis 2031. Statkraft wird die drei Projekte namens Klötze II, Salzwedel und Seehausen optimieren und vermarkten.
Die Projekte umfassen insgesamt 34,5 MWp Solar-PV und 12 MW/24 MWh BESS-Kapazität. Die Batteriespeichersysteme werden ausschließlich durch die Solaranlagen geladen. Dies deutet darauf hin, dass die Projekte wahrscheinlich langfristige Subventionen im Rahmen der deutschen Innovationsausschreibungen für Hybridprojekte erhalten.
Projektdetails Suncatcher/Statkraft
- Anzahl Projekte: 3
- Gesamt-Solar-PV: 34,5 MWp
- Gesamt-BESS-Kapazität: 12 MW/24 MWh
- Ladequelle: Exklusiv Solaranlagen
- Standorte: Klötze II, Salzwedel, Seehausen
Die Rolle von Batteriespeichern im deutschen Netz
Die aktuellen Ankündigungen zeigen eine erhebliche Dynamik im deutschen Batteriespeichermarkt. Batteriespeichersysteme sind entscheidend für die Energiewende. Sie helfen, die Schwankungen bei der Erzeugung von Solar- und Windenergie auszugleichen. Dadurch wird das Stromnetz stabiler und effizienter.
Die Einführung neuer Anschlussmethoden, wie die 'Einspeisesteckdose' der LEW, spielt eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht eine schnellere Integration von Speichern und erneuerbaren Energien. Dies ist notwendig, um die ehrgeizigen Klimaziele Deutschlands zu erreichen.
Die Zusammenarbeit von Energieversorgern, Entwicklern und Industrieunternehmen zeigt, dass die Notwendigkeit von Speichersystemen breit anerkannt ist. Investitionen in diese Technologie sind ein zentraler Pfeiler für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung der Zukunft.
Ausblick auf die Energiespeicherung
Die Bedeutung von Batteriespeichern wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Experten erwarten weitere Innovationen bei der Batterietechnologie und eine stärkere Integration in das Smart Grid. Deutschland positioniert sich hier als wichtiger Akteur.





