Das britische Energieunternehmen Centrica hat kürzlich zwei Batteriespeicher in Schweden in Betrieb genommen. Diese Anlagen mit einer Gesamtleistung von 40 Megawatt (MW) stellen den Einstieg des Konzerns in den schwedischen Markt für Energiespeicher dar. Centrica Energy, eine Tochtergesellschaft, wird die Anlagen optimieren, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Integration erneuerbarer Energien zu fördern.
Wichtige Erkenntnisse
- Centrica nimmt zwei 40-MW-Batteriespeicher in Schweden in Betrieb.
- Die Anlagen sollen jährlich etwa 21.900 MWh Strom liefern.
- Omexom war der EPC-Auftragnehmer und wird den Betrieb für zehn Jahre managen.
- Centrica investiert im Rahmen eines 4-Milliarden-Pfund-Programms in flexible Energielösungen.
- Der schwedische Markt für Batteriespeicher wächst stark durch erneuerbare Energien.
Einstieg in den schwedischen Markt
Die beiden Batteriespeichersysteme wurden Anfang dieses Monats in Zusammenarbeit mit Omexom, einem globalen Energielösungsanbieter, in Betrieb genommen. Sie befinden sich in Borlänge, Südschweden, und sind ein wichtiger Schritt für Centrica, das auch den britischen Energieversorger British Gas besitzt. Die jährliche Leistung der Anlagen wird auf rund 21.900 Megawattstunden (MWh) geschätzt.
Diese Systeme bieten dem Stromnetz flexible Dienstleistungen. Sie gleichen Schwankungen bei der Stromerzeugung und dem Verbrauch aus. Dies ist besonders wichtig in Schweden, wo der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz stetig wächst.
Faktencheck
- Gesamtleistung: 40 MW
- Standort: Borlänge, Südschweden
- Erwartete Jahresleistung: ca. 21.900 MWh
- Partner: Omexom (EPC-Auftragnehmer und Betriebsmanagement)
Optimierung und Netzstabilität
Centrica Energy, die Energiehandels-Tochtergesellschaft von Centrica, übernimmt die Marktoptimierung beider Anlagen. Damit erweitert das Unternehmen sein europäisches Portfolio für Marktzugangslösungen auf über 770 MW. Batteriespeicher können ihre Leistung in Echtzeit anpassen. Dies ermöglicht eine kostengünstige Energiespeicherung. Gleichzeitig wird die Nutzung von grünem Strom im Netz maximiert und stabile Renditen gesichert.
„Da wir unsere erheblichen Investitionen in kohlenstoffarme Flexibilität weiter ausbauen, werden Batteriespeicher eine entscheidende Rolle dabei spielen, uns beim Übergang zu einem nachhaltigeren Energiesystem zu helfen“, sagte Dave Kirwan, Geschäftsführer von Centrica Power. „Erneuerbare Energie zu speichern, wenn sie verfügbar ist, und sie zu nutzen, wenn das Netz Unterstützung benötigt, kommt allen zugute.“
Die Zusammenarbeit mit Omexom war hierbei entscheidend. Omexom fungierte als Generalunternehmer (EPC) für das Projekt. Die Teams von Omexom werden den Betrieb der Anlage in den nächsten zehn Jahren verwalten. Sie bieten technische Überwachung nach Monaten der Planung, Systemintegration und Inbetriebnahme, einschließlich Netzkonformität und Leistungstests.
Ein wachsender Markt in Schweden
Centricas Einstieg in Schweden fällt in eine Zeit, in der das nordische Land ein wachsendes Interesse an Batteriespeichern zeigt. Diese sollen die Netzstabilität angesichts der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen. Der schwedische Markt zieht viele internationale Akteure an. Sie wollen die Chancen nutzen, die durch die variable Erzeugung von Wind- und Solarenergie entstehen.
Der Markt für Regelleistung, der zwischen Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark gebündelt wird, um die Netzfrequenz bei 50 Hz zu halten, hat sich in den letzten Jahren als lukrativ erwiesen. Allerdings wird er voraussichtlich irgendwann gesättigt sein.
Hintergrund: Schwedens Energiemix
Schweden setzt stark auf erneuerbare Energien, insbesondere Wasserkraft und Windenergie. Diese Abhängigkeit erfordert flexible Lösungen zur Netzstabilisierung, da die Stromerzeugung wetterabhängig ist. Batteriespeicher spielen hier eine Schlüsselrolle, um Angebot und Nachfrage auszugleichen und Engpässe zu vermeiden.
Weitere Akteure im schwedischen Speichermarkt
Jüngste Entwicklungen zeigen das hohe Interesse: Der Spezialist für Vehicle-to-Grid-Technologie, Nuvve, hat im vergangenen Jahr ein 75-MWh-Batteriespeichersystem in Schweden in Betrieb genommen. Nuvve bezeichnete Schweden damals als einen der „attraktivsten Märkte Europas“.
Kürzlich weihten auch der BESS-Entwickler und -Betreiber Ingrid Capacity sowie der Investor SEB Nordic Energy Fund über seine Tochtergesellschaft Locus Energy ein 12 MW/12 MWh BESS in der Gemeinde Rättvik, Schweden, ein. Diese Beispiele unterstreichen die Dynamik und das Potenzial des schwedischen Marktes für Energiespeicher.
Centricas globale Investitionsstrategie
Centrica, die Muttergesellschaft des britischen Versorgers British Gas, erklärte, die Investition in Schweden sei der jüngste Schritt eines umfassenderen Investitionsprogramms. Dieses Programm hat ein Volumen von 4 Milliarden Pfund (etwa 5,43 Milliarden US-Dollar). Es wurde 2023 angekündigt, um die Energiewende im Vereinigten Königreich zu unterstützen.
Das Programm umfasst Technologien wie Kernenergie, Wasserstoff, Solarenergie und Batteriespeicher. Obwohl das Investitionsprogramm hauptsächlich auf das Vereinigte Königreich ausgerichtet ist, erstrecken sich die europäischen Batterieoptimierungsaktivitäten des Unternehmens über mehrere Märkte. Hierbei werden die technischen Fähigkeiten von Centrica Energy im Echtzeit-Asset-Management und der Marktteilnahme genutzt.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Projekte in Skandinavien direkt auf die Dekarbonisierungsziele des Vereinigten Königreichs auswirken. Centrica hat sich diesbezüglich noch nicht öffentlich geäußert.





