BW ESS hat das 250 MW/1.000 MWh Batteriespeicherprojekt Yanco in Riverina, New South Wales, Australien, vom Entwickler ACEnergy übernommen. Das Unternehmen ist nun für den Bau und den langfristigen Betrieb der Anlage verantwortlich. Das Projekt soll die Stabilität des australischen Stromnetzes verbessern und die Integration erneuerbarer Energien fördern.
Wichtige Punkte
- BW ESS übernimmt das 250 MW/1.000 MWh Yanco Batteriespeicherprojekt.
- Das Projekt befindet sich in Riverina, New South Wales, Australien.
- Baubeginn ist für Ende dieses Jahres geplant, die kommerzielle Inbetriebnahme für 2028.
- CATL wird als Systemintegrator fungieren, ACLE Services als Generalunternehmer.
- Das Projekt trägt zur Stabilisierung des australischen Stromnetzes bei.
Ein wichtiger Schritt für Australiens Energiewende
Das Yanco Batteriespeicherprojekt stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Energiewende in Australien dar. Es wird an das 132-kV-Umspannwerk Yanco angeschlossen, das etwa 5 km südlich von Leeton liegt und rund 500 km westlich von Sydney. Die Anlage soll dem National Electricity Market (NEM) Kapazitätsbereitstellung, Energiearbitrage und Systemsicherheitsdienste bieten.
ACEnergy hat das Projekt von der ersten Idee bis zur Baureife entwickelt. Dies umfasste die Sicherung von Landflächen, die Einholung von Baugenehmigungen, den Netzanschluss sowie alle erforderlichen Projekt- und Vertragsrechte vor dem Verkauf. Nun liegt die Verantwortung für die Bauausführung und den langfristigen Betrieb bei BW ESS.
Faktencheck: Yanco BESS
- Kapazität: 250 Megawatt (MW) / 1.000 Megawattstunden (MWh)
- Standort: Riverina, New South Wales, Australien
- Netzanschluss: Yanco 132kV Umspannwerk
- Geplante Inbetriebnahme: 2028
- Funktion: Netzsicherheit, Kapazitätsbereitstellung, Energiearbitrage
Internationale Partnerschaften und Technologie
Für die Realisierung des Yanco BESS-Projekts wurden zwei globale Partner gewonnen. Das globale Energiespeichertechnologieunternehmen CATL wurde als Systemintegrator beauftragt. ACLE Services übernimmt die Rolle des Generalunternehmers für die Nebenanlagen. Beide Unternehmen werden nach der Inbetriebnahme des Projekts auch langfristige Betriebs- und Wartungsdienstleistungen erbringen.
Die Einnahmen des Projekts werden durch eine Kapazitätsswap-Vereinbarung gesichert. Diese Vereinbarung sorgt für einen langfristig vertraglich zugesicherten Cashflow. Eine solche Struktur wird bei australischen BESS-Entwicklern immer beliebter, um die Anfälligkeit für die Volatilität der Großhandelspreise zu verringern.
„Die Übernahme des Yanco-Projekts unterstreicht unser Engagement für die Stärkung der erneuerbaren Energien in Australien und weltweit. Wir sind bereit, die nächste Phase dieses wichtigen Infrastrukturprojekts voranzutreiben.“
Herausforderungen im Genehmigungsprozess
Das Yanco BESS-Projekt durchlief einen längeren Genehmigungsprozess als viele vergleichbare Vorhaben. Es wurde an die unabhängige Planungskommission von New South Wales verwiesen, nachdem es während der öffentlichen Konsultation Einsprüche erhalten hatte. Viele dieser Einsprüche kamen von Bewohnern außerhalb des Bundesstaates.
Die Kommission genehmigte das System im Oktober 2025 als „State Significant Development“. Die ursprüngliche Kapazität von 250 MW/1.100 MWh wurde im Rahmen der Akquisition später auf 1.000 MWh Speicherkapazität bestätigt. Das Batteriespeichersystem nimmt etwa acht Hektar Land in der Nähe von Yanco ein, außerhalb der South West Renewable Energy Zone (REZ). Es wird Energie speichern, die von einem nahegelegenen großen Solarkraftwerk erzeugt wird.
Hintergrund: Freiwillige Planungsvereinbarungen
Im Jahr 2024 lehnte der Stadtrat von Leeton eine von ACEnergy vorgeschlagene freiwillige Planungsvereinbarung im Wert von 730.000 AUD (ca. 514.639 USD) über fünf Jahre ab. Stattdessen forderte der Rat die übliche Entwicklungsabgabe von einem Prozent. Diese entsprach etwa 2,5 Millionen AUD, basierend auf den geschätzten Baukosten des Projekts von 250 Millionen AUD.
ACEnergy argumentierte für einen reduzierten Beitrag. Das Unternehmen wies darauf hin, dass Batteriespeicheranlagen im Gegensatz zu Solar- oder Windprojekten keine Stromeinnahmen generieren. Der Rat bestand jedoch auf der vollständigen Abgabe. Unter der Eigentümerschaft von BW ESS wurde schließlich eine freiwillige Planungsvereinbarung über 3 Millionen AUD mit dem Rat erzielt. Dies beinhaltet auch Verpflichtungen zur lokalen Beschäftigung und Beschaffung während der Bauphase.
BW ESS erweitert sein globales Portfolio
Für BW ESS ergänzt die Akquisition das australische Portfolio. Dieses umfasst nun Projekte mit 1,3 GWh in der Inbetriebnahme, 1 GWh im Bau und eine Greenfield-Pipeline von rund 2 GW im gesamten NEM. Weltweit verfügt das Unternehmen über mehr als 540 MWh an betriebener BESS-Kapazität. Rund 11 GWh befinden sich in Bau, verteilt auf Märkte wie Großbritannien, Italien, Deutschland, Spanien und Schweden.
Yanco ist zudem Teil einer breiteren Lieferbeziehung, die ACEnergy mit CATL aufgebaut hat. Im August 2025 unterzeichnete ACEnergy einen Liefer- und Integrationsvertrag für Batteriespeicher über 3 GWh mit dem chinesischen Hersteller. Dieser Vertrag umfasst Yanco sowie die Projekte Joel Joel und Little River in Victoria. CATL liefert dabei Batterien, Wechselrichter, Kraftwerkssteuerungen und übergeordnete Steuerungssysteme für alle drei Entwicklungen.
Die Bedeutung von Energiespeichern für das Stromnetz
Die Rolle von Energiespeichersystemen wie dem Yanco BESS wird immer wichtiger. Sie helfen, die Schwankungen bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien auszugleichen. Wind- und Solarkraftwerke produzieren nicht immer Strom, wenn er benötigt wird. Batteriespeicher können überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Dies erhöht die Netzstabilität und ermöglicht eine zuverlässigere Stromversorgung.
Der Ausbau solcher Projekte ist entscheidend für das Erreichen von Klimazielen. Sie unterstützen den Übergang weg von fossilen Brennstoffen hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Australien, mit seinem hohen Potenzial für Solar- und Windenergie, profitiert besonders von diesen Technologien.
- Netzstabilisierung: Batteriespeicher gleichen Lastspitzen und -täler aus.
- Integration erneuerbarer Energien: Sie ermöglichen eine höhere Nutzung von Wind- und Solarenergie.
- Kapazitätsbereitstellung: Bei Bedarf können sie schnell Leistung ins Netz einspeisen.
- Reduzierung von Emissionen: Durch die Speicherung grüner Energie wird der Bedarf an fossilen Kraftwerken reduziert.
Die Investition von BW ESS in das Yanco-Projekt zeigt das Vertrauen in den australischen Markt für Energiespeicher. Es ist ein klares Signal für die wachsende Bedeutung dieser Technologie auf dem Weg zu einer grüneren Energiezukunft.





