Australien macht wichtige Schritte beim Ausbau seiner Energiespeicherinfrastruktur. Zwei große Pumpspeicherprojekte wurden kürzlich zur Genehmigung eingereicht: das Cethana-Projekt in Tasmanien und das Djandori-Projekt in Queensland. Diese Vorhaben sollen die wachsende Abhängigkeit des Landes von erneuerbaren Energien unterstützen und die Netzstabilität sichern.
Wichtige Erkenntnisse
- Zwei neue Pumpspeicherprojekte in Australien zur Genehmigung eingereicht.
- Hydro Tasmanias Cethana-Projekt: 750MW/15GWh in Nordwest-Tasmanien.
- Sunshine Hydros Djandori-Projekt: 1.400MW in Queensland, fokus auf Kohleausstieg.
- Projekte sind entscheidend für Australiens Energiewende und Netzstabilität.
Das Cethana-Projekt in Tasmanien: Herzstück der 'Battery of the Nation'
Das Cethana Pumpspeicherprojekt, vorgeschlagen von Hydro Tasmania, ist ein ehrgeiziges Vorhaben mit einer Leistung von 750 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von etwa 15 Gigawattstunden (GWh). Es befindet sich im Nordwesten Tasmaniens, nahe dem Lake Cethana. Die Anlage ist darauf ausgelegt, Energie für rund 20 Stunden zu speichern, was ihre Rolle als flexibler Energiespeicher unterstreicht.
Dieses Projekt ist ein zentraler Baustein der tasmanischen Initiative 'Battery of the Nation'. Diese Initiative zielt darauf ab, Tasmanien zu einem wichtigen Lieferanten für erneuerbare Energien für das australische Festland zu machen. Ein wesentlicher Impuls hierfür war die Zusage der Australia's Clean Energy Finance Corporation von 3,8 Milliarden Australischen Dollar (etwa 2,5 Milliarden US-Dollar) für die Marinus Link-Verbindungsleitung zwischen Victoria und Tasmanien.
Faktencheck Cethana
- Leistung: 750 MW
- Speicherkapazität: 15 GWh (ca. 20 Stunden)
- Standort: Nordwest-Tasmanien, nahe Lake Cethana
- Nutzung: Lake Cethana als Unterbecken, neues Oberbecken (12,4 Mio. Kubikmeter)
Technische Details und Umweltauswirkungen
Das Cethana-Projekt wird den Lake Cethana als unteres Speicherbecken nutzen. Ein neues, vom Fluss unabhängiges Oberbecken mit einer Kapazität von etwa 12,4 Millionen Kubikmetern wird auf einer Fläche von 95 Hektar errichtet. Das Herzstück der Anlage bildet ein unterirdisches Kraftwerk mit vier reversiblen Pump-Turbinen-Einheiten. Diese sind über einen 390 Meter langen vertikalen Hochdruckschacht und ein 1.450 Meter langes Hochdrucktunnelsystem miteinander verbunden.
Hydro Tasmania hat den Standort Cethana nach umfassenden Machbarkeitsstudien ausgewählt, die bereits 2017 begannen. Eine multikriterielle Analyse bewertete technische Kapazität, Umweltverträglichkeit, finanzielle Tragfähigkeit und bauliche Faktoren. Die 750 MW Kapazität bietet optimale Flexibilität, um auf verschiedene Szenarien des Ausbaus erneuerbarer Energien zu reagieren.
Die Bauarbeiten erfordern die Rodung von bis zu 335,5 Hektar heimischer Vegetation, darunter 245,5 Hektar Eukalyptuswald. Das Projektgebiet umfasst etwa 1.740 Hektar. Die Störungsfläche während des Baus beträgt 392 Hektar und reduziert sich im Betrieb auf 192 Hektar. Eine temporäre Unterkunft für 450 Arbeiter wird 6 km südwestlich von Middlesex eingerichtet.
„Das Cethana-Projekt wird die Zuverlässigkeit des Stromnetzes unterstützen, während die Kohleverstromung bis 2038 schrittweise eingestellt wird.“
Djandori-Anlage in Queensland: Unterstützung des Kohleausstiegs
Das Djandori Pumpspeicherprojekt, eingereicht vom australischen Unternehmen Sunshine Hydro, ist mit einer Leistung von 1.400 MW noch größer dimensioniert. Es liegt im Gladstone Local Government Area in Queensland. Diese Anlage ist als erste Phase eines umfassenderen Systems zur Erzeugung und Übertragung erneuerbarer Energien konzipiert. Sie besteht aus sechs reversiblen Pump-Turbinen-Generatorsätzen mit jeweils 233 MW.
Das Projekt umfasst ein Oberbecken mit einer Speicherkapazität von 24 Gigalitern auf 64,7 Hektar und ein Unterbecken mit 27 Gigalitern auf 172,1 Hektar. Beide Becken sollen auf zuvor abgeholztem oder als Weideland genutztem Gebiet im Einzugsgebiet des Little Colosseum Creek entstehen. Der unterirdische Kraftwerkskomplex ist über einen 1.700 Meter langen Hauptzugangstunnel mit zugehörigen Wasserschlössern und Fallschächten verbunden.
Hintergrund Queensland
Queenslands Pumpspeicherlandschaft war 2025 turbulent. Während die Regierung 48 Millionen Australische Dollar für das 5,7 GWh Borumba Pumpspeicherkraftwerk bereitstellte, wurde das weltweit größte Projekt in Pioneer-Burdekin aufgrund von Kosten- und Umweltbedenken abgesagt. Die Energiestrategie des Bundesstaates wurde seitdem überarbeitet, um kurzfristigere Speichertechnologien zu betonen, mit Plänen für 4,3 GW Kurzzeitspeicher bis 2030, neben ausgewählten Pumpspeicherentwicklungen.
Strategische Positionierung und Bauweise
Djandori ist strategisch günstig positioniert, um die bestehende Übertragungsinfrastruktur zu nutzen und den Übergang Queenslands von der Kohleverstromung zu unterstützen. Der Bau erfordert die Rodung von 245,9 Hektar innerhalb eines 961,3 Hektar großen Projektgebiets. Alle ausgehobenen Materialien sollen innerhalb des Projektgeländes wiederverwendet werden. Der gestaffelte Entwicklungsansatz soll Finanzierungsabhängigkeiten, längere Zeitrahmen und Designunsicherheiten für zukünftige Übertragungs- und Nebeninfrastrukturkomponenten berücksichtigen.
Die erste Phase konzentriert sich auf den Bau der Stauseen und unterirdische Arbeiten. Dies ermöglicht die spätere Installation des Kraftwerks und die Entwicklung der Übertragungsleitungen durch separate EPBC-Genehmigungen. Weitere große Pumpspeicherprojekte in Queensland, wie das 9,6 GWh Big G-Projekt, warten ebenfalls auf die behördliche Genehmigung.
Australiens wachsender Pumpspeicher-Sektor
Diese neuen Anträge tragen zum wachsenden Pumpspeicher-Portfolio Australiens bei. Der Sektor hat nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des 2 GWh Kidston-Projekts, das eine 40-jährige Pumpspeicher-Dürre in Australien beendete, an Dynamik gewonnen. Pumpspeicherwerke sind entscheidend für die Integration von variablen erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft in das Stromnetz.
Die Fähigkeit, große Mengen an Energie über längere Zeiträume zu speichern und bei Bedarf schnell wieder abzugeben, macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer modernen, emissionsfreien Energieversorgung. Mit dem Ausbau dieser Infrastruktur festigt Australien seine Position als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energiespeicherung.
Die Projekte in Tasmanien und Queensland sind Beispiele für das Engagement Australiens, seine Energieversorgung zu dekarbonisieren und gleichzeitig die Netzstabilität zu gewährleisten. Sie zeigen, wie groß angelegte Infrastrukturprojekte dazu beitragen können, die Energiewende voranzutreiben und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
- Regulierungsrahmen: Die Projekte werden unter dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act geprüft.
- Zukunftsperspektiven: Der Ausbau von Pumpspeicherwerken ist entscheidend für Australiens langfristige Energieunabhängigkeit.
- Wirtschaftliche Vorteile: Die Projekte schaffen Arbeitsplätze und fördern die lokale Wirtschaft in den jeweiligen Regionen.
Die fortlaufende Entwicklung und Genehmigung solcher Projekte ist ein klares Zeichen für Australiens Engagement, seine Energieinfrastruktur zu modernisieren und den Übergang zu einer grüneren Wirtschaft zu beschleunigen.





