Australien macht große Schritte im Bereich der erneuerbaren Energien. Drei neue Batteriespeicherprojekte mit einer Gesamtleistung von 1.220 MWh wurden zur Genehmigung eingereicht. Diese Anlagen sollen die Stabilität des Stromnetzes verbessern und die Nutzung von Solar- und Windenergie optimieren. Die Projekte verteilen sich über Western Australia und New South Wales.
Wichtige Erkenntnisse
- Drei Batteriespeicherprojekte mit 1.220 MWh Gesamtleistung geplant.
- Projekte sollen Stromnetz stabilisieren und erneuerbare Energien integrieren.
- Standorte in Binningup (WA), Sunshine Estate (NSW) und Muswellbrook (NSW).
- Umfassende Umweltprüfungen und Maßnahmen zum Artenschutz sind Teil der Planung.
Ein Blick auf die Projekte und ihre Standorte
Die drei geplanten Batteriespeicheranlagen sind wichtige Bausteine für die Energiewende in Australien. Jedes Projekt hat spezifische Merkmale und Standorte, die sorgfältig ausgewählt wurden, um die beste Wirkung zu erzielen und gleichzeitig Umweltauswirkungen zu minimieren.
Binningup: Solar- und Speicherprojekt von Tonic Group
Die Tonic Group plant ein kombiniertes Solar- und Speicherprojekt in Binningup, Western Australia. Die Anlage soll eine Kapazität von 440 MWh erreichen. Sie befindet sich etwa 130 Kilometer südlich von Perth im Kemerton Strategic Industrial Area, einem Gebiet, das für strategische und Schwerindustrien vorgesehen ist. Das Projekt erstreckt sich über eine Fläche von 88,38 Hektar, wobei die tatsächliche Baufläche 12,46 Hektar beträgt.
Fakten zum Binningup-Projekt
- Kapazität: 440 MWh Batteriespeicher
- Solar-PV: 75 MW
- Standort: Kemerton Strategic Industrial Area, Binningup, WA
- Fläche: 88,38 Hektar Gesamtfläche, 12,46 Hektar Baufläche
Die Umweltverträglichkeitsprüfung für Binningup ergab mögliche Auswirkungen auf geschützte Arten. Dazu gehören drei gefährdete Arten von Schwarzschopfkakadus und das stark gefährdete westliche Ringbeuteltier. Das Bauvorhaben betrifft bis zu 1,14 Hektar Lebensraum für die Kakadus und 0,56 Hektar für das Ringbeuteltier. Um dies auszugleichen, hat Tonic Group eine Schutzzone von 5,40 Hektar vorgesehen. Dort sollen 2,63 Hektar Futterhabitat für Kakadus und 2,56 Hektar Kernhabitat für Ringbeuteltiere erhalten bleiben.
„Wir setzen auf eine nachhaltige Entwicklung und integrieren den Artenschutz fest in unsere Planung“, erklärt ein Sprecher der Tonic Group. „Durch gezielte Maßnahmen wie Aufforstung schaffen wir neue Lebensräume und Wildtierkorridore.“
Die Infrastruktur des Projekts umfasst 75 MW Solar-PV-Module, Batteriewechselrichter, eine 50 x 30 Meter große Umspannstation, eine 7 Meter breite Zufahrtsstraße, 10 Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Bürogebäude.
Sunshine Estate: Avenis Energy plant 480 MWh Speicher
Ein weiteres Großprojekt ist der Sunshine Estate Batteriespeicher von Avenis Energy. Dieser Speicher in New South Wales ist für 120 MW / 480 MWh ausgelegt und soll das National Electricity Market (NEM) mit vierstündiger Speicherdauer versorgen. Das System wird Strom in Zeiten geringer Nachfrage speichern und bei hohem Bedarf oder geringer Erzeugung abgeben. Zudem bietet es wichtige Zusatzleistungen wie Systemstabilität, Trägheitsunterstützung, Frequenzregelung und Spannungsstabilisierung.
Was ist der NEM?
Der National Electricity Market (NEM) ist der Großhandelsmarkt für Strom in Ost- und Südaustralien. Er verbindet Queensland, New South Wales, Victoria, South Australia und Tasmanien. Der NEM sorgt für die Koordination von Stromerzeugung und -verbrauch in diesen Regionen.
Das Projektgebiet umfasst etwa 50 Hektar, mit einer Baufläche von 12 Hektar im schlimmsten Fall. Die Entwickler betonen, dass diese Fläche nach detaillierter Planung noch reduziert werden kann. Eine 38 Hektar große Schutzzone soll Umweltauswirkungen auf national bedeutsame Gebiete vermeiden. Die Anbindung an das bestehende Rothbury Zone Substation erfolgt über Freileitungen oder Erdkabel, je nach Vorgaben von Ausgrid.
Die Kerninfrastruktur beinhaltet 140 Batteriecontainer. Jeder Container misst 6,1 x 2,5 x 2,9 Meter und beherbergt 40 Batteriemodule sowie 42 Wechselrichter. Hinzu kommen eine 33-kV-Schaltanlage, eine 132-kV-Hochspannungsschaltanlage, ein 132/33-kV-Hochspannungstransformator, ein Kontrollraum, interne Zufahrtswege, ein Betriebs- und Wartungsgebäude, Hilfstransformatoren, Erdkabel, Personalräume, Wassertanks, Sicherheitszäune und Landschaftselemente.
AGL Muswellbrook: 300 MWh neben bestehendem Umspannwerk
AGL plant ein 150 MW / 300 MWh Batteriespeichersystem direkt neben dem bestehenden Ausgrid Muswellbrook Umspannwerk. Dieses Projekt in New South Wales hat bereits eine staatliche Genehmigung erhalten (SSD 29704663) und wird eine Fläche von etwa 4,874 Hektar auf mehreren Grundstücken einnehmen. Die Anlage soll die Versorgungslücken schließen, die entstehen, wenn erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft nicht produzieren.
AGL Muswellbrook auf einen Blick
- Kapazität: 150 MW / 300 MWh
- Standort: Neben Ausgrid Muswellbrook Substation, NSW
- Fläche: ca. 4,874 Hektar
- Betriebsdauer: ca. 20 Jahre, mit Option auf Verlängerung
Die Hauptkomponenten umfassen gekapselte Lithium-Ionen-Batterien, Stromwandlungssysteme mit zugehörigen Schaltanlagen und Transformatoren, unterirdische Strom- und Glasfaserkabel, Netzanbindungsausrüstung sowie 132-kV-Unterübertragungsleitungen, die an das Muswellbrook-Umspannwerk angeschlossen werden. Zusätzliche Infrastruktur beinhaltet Erdungs- und Blitzschutzsysteme, ein Baustellenbüro, Lagerbereiche, interne Zufahrtswege, Sicherheitszäune, Videoüberwachung und Vegetationsschutz.
Bau und Betrieb
Die Bauzeit wird auf etwa 12 Monate geschätzt. Die Batterien werden extern gefertigt und nach der Vorbereitung des Standorts, einschließlich Nivellierung und Bankettbau, installationsfertig geliefert. Das Projekt ist für eine kontinuierliche Betriebszeit von etwa 20 Jahren ausgelegt, bevor es stillgelegt wird. Infrastruktur-Upgrades könnten die Betriebslebensdauer jedoch verlängern.
Diese drei Projekte zeigen Australiens Engagement für eine grünere Energiezukunft. Sie sind entscheidend, um die wachsende Menge an erneuerbaren Energien stabil in das nationale Stromnetz zu integrieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.





