Argentinien hat seine zweite Ausschreibung für Batteriespeichersysteme (BESS) gestartet. Ziel ist es, die Stabilität des nationalen Stromnetzes zu stärken und die Energieversorgung im ganzen Land zu verbessern. Diese neue Runde, bekannt als AlmaSADI, folgt auf eine erfolgreiche erste Ausschreibung, die 2023 über 700 MW an Speicherkapazität für die Region Buenos Aires vergab. Die Regierung hofft, durch klare Regeln und Investitionssicherheit internationale Akteure anzuziehen.
Wichtige Punkte
- Zweite BESS-Ausschreibung (AlmaSADI) für landesweite Netzstabilität.
- Ziel: 700 MW Speicherkapazität mit mindestens vier Stunden Dauer.
- Erfolgreiche erste Ausschreibung (AlmaGBA) vergab 713 MW an 15 Unternehmen.
- Fokus auf Rechts- und Zahlungssicherheit für Investoren.
- Transparente Knotenpunktkarten zeigen genaue Bedarfsorte im Netz.
AlmaSADI: Ein Schritt zur nationalen Netzstärkung
Die aktuelle Ausschreibung, AlmaSADI, ist ehrgeiziger als ihr Vorgänger. Während AlmaGBA sich auf die Behebung von Engpässen in Buenos Aires konzentrierte, zielt AlmaSADI darauf ab, die Zuverlässigkeit und Stabilität des gesamten argentinischen Verbundsystems (SADI) zu verbessern. Die Nationale Energieministerin María Tettamanti betonte, dass die Regierung die Lehren aus der ersten Ausschreibung direkt umgesetzt hat.
Ein Hauptziel ist es, 700 MW neue Speicherkapazität zu schaffen. Diese Systeme müssen eine Speicherdauer von mindestens vier Stunden bieten. Entwickler erhalten erstmals detaillierte Informationen zu spezifischen Netzpunkten, an denen Stabilisierung am dringendsten benötigt wird. Dies reduziert die Entwicklungskosten und verbessert die Kapitalallokation.
Faktencheck: Argentiniens Strommarkt
- Jährliche Stromnachfrage: über 140 TWh.
- Drittgrößter Elektrizitätsmarkt in Lateinamerika (nach Brasilien und Mexiko).
- Installierte Wind- und Solarkapazität: über 7 GW.
Lehren aus AlmaGBA: Vertrauen und Transparenz
Der Erfolg der ersten Ausschreibung, AlmaGBA, hat die Erwartungen übertroffen. Ursprünglich sollten 500 MW vergeben werden, doch die Ausschreibung endete mit der Vergabe von 713 MW an 15 Unternehmen. Dies zeigt, dass der Markt bereit für BESS-Projekte ist und Vertrauen in die neue Ausrichtung der Regierung hat.
„Die wichtigste Lehre aus der AlmaGBA-Ausschreibung war sehr klar: Wenn es klare Regeln, Vorhersehbarkeit und einen Staat gibt, der das System in Ordnung bringt, anstatt willkürlich zu intervenieren, dann kommen Investitionen“, erklärte María Tettamanti.
Die Regierung hat erkannt, dass die Vorhersehbarkeit von Zahlungen für verfügbare Kapazitäten entscheidend ist. Diese Zahlungen sollen nicht davon abhängen, wie viel Kapazität in Zukunft hinzugefügt wird. Solche stabilen Bedingungen sind für langfristige Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen unerlässlich.
Fortschritte bei den AlmaGBA-Projekten
Seit der Vergabe der 713 MW Ende 2023 sind die Projekte effizient vorangeschritten. Zwölf Projekte wurden vergeben, und die meisten haben bereits ihre Abnahmeverträge mit den Versorgungsunternehmen Edenor und Edesur unterzeichnet. Die Preisträger nutzen Anreize, die eine frühere Netzanbindung belohnen.
Hintergrund: CAMMESA
CAMMESA (Compañía Administradora del Mercado Mayorista Eléctrico Sociedad Anónima) ist der Großhandelsmarktbetreiber Argentiniens. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Organisation und Durchführung der Energieausschreibungen und der Sicherstellung der Systemstabilität.
Finanzierungsstruktur und Systemweite Vision
Bei der AlmaGBA-Ausschreibung unterzeichneten die beiden größten Verteilungsunternehmen des Landes, Edenor und Edesur, die Verträge in US-Dollar. Die Speicherdienste waren speziell für die Bevölkerung in deren Konzessionsgebieten gedacht.
Im Gegensatz dazu agiert bei der AlmaSADI-Ausschreibung CAMMESA im Namen des gesamten argentinischen Systems. Dies liegt daran, dass das Ziel nun darin besteht, die Widerstandsfähigkeit des gesamten SADI zu stärken. Die Verpflichtungen bleiben weiterhin in US-Dollar.
Diese Entwicklung spiegelt eine tiefere Veränderung in der Energiepolitik wider. Die Regierung entwirft Instrumente, die zunehmend konsistent mit einer systemweiten Vision sind, transparenter und enger an den tatsächlichen Bedürfnissen des Netzes ausgerichtet. Die zentrale Prämisse ist dabei, vertragliche und rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.
Transparenz durch Knotenpunktkarten
Eine wichtige Neuerung in dieser Ausschreibung ist die Bereitstellung einer transparenten Knotenpunktkarte. Diese Karte zeigt die genaue Anschlusskapazität an jedem Punkt des Landes. Dies war bereits bei der Expansion der erneuerbaren Energien erfolgreich, wo Wind- und Solaranlagen über 7 GW installierte Kapazität erreicht haben.
- Vorteile für Entwickler: Reduziert Entwicklungskosten, vermeidet blinde Entscheidungen, verbessert Kapitalallokation.
- Marktorganisation: Der Staat schafft Bedingungen, unter denen der Privatsektor besser investieren kann, indem er klare und nützliche Informationen veröffentlicht.
Diese Transparenz ist ein wesentlicher Bestandteil des angestrebten Kulturwandels: weniger Ermessen, weniger Undurchsichtigkeit und mehr Informationen für einen funktionierenden Markt.
Internationale Investoren im Fokus
Argentinien möchte weiterhin internationale Akteure anziehen. Mit einer jährlichen Nachfrage von über 140 TWh ist das Land der drittgrößte Elektrizitätsmarkt Lateinamerikas. Es bietet Skalierbarkeit, Ressourcen und ein enormes Wachstumspotenzial.
Internationale Investoren sollten beachten, dass Argentinien einen tiefgreifenden regulatorischen Normalisierungsprozess durchläuft. Die Regierung betont, dass sie keinen neuen Rahmen erfindet, sondern zu einem rationalen, vorhersehbaren und marktorientierten System zurückkehrt. Dies soll Jahre der Intervention beenden, die Preise verzerrten und Investitionen abschreckten.
Die politische Botschaft ist klar: stabile Regeln, Preise, die Kosten widerspiegeln, und ein funktionierender Markt. Dies ist eine große Chance für internationale Akteure, um direkt zu partizipieren oder Partnerschaften einzugehen.
Schneller Ausschreibungsprozess
Der gesamte Ausschreibungsprozess soll weniger als vier Monate dauern. Dies wird durch die Nutzung der Erfahrungen aus AlmaGBA und standardisierter Dokumentation erreicht. Unnötige Bürokratie wurde eliminiert und der Prozess auf digitale Einreichungen über CAMMESA konzentriert.
Diese administrative Agilität ist eine politische Entscheidung. Die Regierung versteht, dass sie, um qualitativ hochwertiges Kapital anzuziehen, nicht mit veralteten Zeitplänen und Verfahren arbeiten kann. Effizienz in der Ausschreibung ist ein konkretes Signal dafür, wohin der argentinische Energiesektor sich entwickeln soll.
Argentinien hat alles, um eine Energiegroßmacht zu werden. Die Regierung schafft mit Entschlossenheit und langfristigem Engagement die Bedingungen, damit diese Chance Realität wird.





