Argentinien hat eine neue Ausschreibung für Batteriespeicher-Energiesysteme (BESS) bekannt gegeben. Das Land sucht 700 Megawatt (MW) Speicherkapazität mit einer Dauer von vier Stunden. Dies entspricht einer Gesamtkapazität von bis zu 2,8 Gigawattstunden (GWh). Ziel ist es, die Zuverlässigkeit des nationalen Stromnetzes zu verbessern und Ausfälle bei Spitzenlast zu reduzieren.
Wichtige Punkte
- Neue Ausschreibung für 700 MW BESS-Kapazität landesweit.
- Batterien müssen Energie für 4 Stunden liefern können (insgesamt 2,8 GWh).
- Ziel ist die Stärkung des argentinischen Verbundsystems (SADI).
- Projekte erhalten 15-jährige Abnahmeverträge.
- Angebotsfrist endet am 8. Mai 2026.
Nationale Abdeckung zur Netzstabilisierung
Im Gegensatz zur ersten Ausschreibung, die sich auf Buenos Aires konzentrierte, ist diese neue Initiative landesweit geöffnet. Sie zielt darauf ab, neue BESS-Anlagen an kritischen Knotenpunkten in verschiedenen Regionen des Landes zu etablieren. Dazu gehören die Regionen NOA, NEA, Centro, Litoral, Cuyo und Buenos Aires (ohne AMBA).
Die Verteilung der gesuchten Kapazität ist strategisch geplant, um die am stärksten gefährdeten Bereiche des argentinischen Stromnetzes zu stärken. Dies soll die Dienstunterbrechungen minimieren, insbesondere in Zeiten hoher Stromnachfrage.
Faktencheck
- Kapazität: 700 MW
- Speicherdauer: 4 Stunden
- Gesamtenergie: bis zu 2,8 GWh
- Vertragslaufzeit: 15 Jahre für erfolgreiche Projekte
Prozess und Zeitplan der Ausschreibung
Die Ausschreibung wird vom Großhandelsmarktbetreiber CAMMESA (Compañía Administradora del Mercado Mayorista Eléctrico Sociedad Anónima) durchgeführt. CAMMESA hat bereits die Konsultationsphase eröffnet, in der interessierte Parteien Fragen zur Auktion einreichen können. Diese Phase läuft bis zum 17. April.
Die Frist für die Einreichung der Angebote ist auf den 8. Mai 2026 festgelegt. Die Ergebnisse der Auktion werden voraussichtlich am 19. Juni 2026 bekannt gegeben. Dieser Zeitplan bietet den Bietern ausreichend Zeit für die Planung und Vorbereitung ihrer Vorschläge.
Erfahrungen aus der ersten Ausschreibung
Diese zweite Ausschreibung baut auf den Erfahrungen der ersten Runde auf, die im vergangenen Jahr stattfand. Die erste Ausschreibung suchte ursprünglich 500 MW, erhielt aber Angebote für über 1,3 GW, was eine hohe Beteiligung zeigte. Letztendlich wurden 713 MW an BESS-Projekten vergeben.
Die Kommissionierung der in der ersten Ausschreibung vergebenen Projekte läuft derzeit. Juan Luchilo, Analyse- und Kontrollmanager bei CAMMESA, äußerte sich letztes Jahr während des Energy Storage Summit Latin America positiv über die erste Ausschreibung und deren Beitrag zur Verbesserung zukünftiger Verfahren.
"Die Erfahrungen aus der ersten Ausschreibung sind entscheidend, um unsere zukünftigen Prozesse zu optimieren und die Integration von Energiespeichern effizienter zu gestalten", so Juan Luchilo.
Erfolgreiche Projekte der ersten Runde
Ein bemerkenswertes Projekt aus der ersten Ausschreibung ist das 90 MW/481 MWh Alma Sur Projekt des Energieversorgers YPF Luz. Dieses Projekt hat kürzlich eine Liefervereinbarung mit dem chinesischen Hersteller Trina Storage abgeschlossen. Solche Partnerschaften sind entscheidend für die schnelle Umsetzung der Speicherlösungen.
Hintergrundinformationen
Das argentinische Verbundsystem (SADI) ist das nationale Stromnetz, das große Teile des Landes mit Elektrizität versorgt. Die Integration von Batteriespeichersystemen ist ein wichtiger Schritt, um die Volatilität erneuerbarer Energien auszugleichen und die Netzstabilität zu gewährleisten, insbesondere in einem Land mit wachsendem Energiebedarf und geografisch weit verteilten Verbrauchszentren.
Bedeutung für die Energiewende in Argentinien
Die Einführung von Batteriespeichersystemen ist ein strategischer Schritt für Argentinien. Sie trägt nicht nur zur Netzstabilität bei, sondern unterstützt auch die Integration erneuerbarer Energien. Energiespeicher können Schwankungen in der Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen ausgleichen und so eine zuverlässigere und nachhaltigere Energieversorgung gewährleisten.
Die landesweite Ausrichtung dieser Ausschreibung zeigt das Bestreben der argentinischen Regierung, die Energieinfrastruktur umfassend zu modernisieren und die Resilienz des gesamten Systems zu erhöhen. Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer robusteren und umweltfreundlicheren Energiezukunft.
Die Investitionen in BESS werden langfristig die Betriebskosten des Netzes senken, indem sie teure Spitzenlastkraftwerke reduzieren und die Notwendigkeit von Netzausbauten mindern. Dies kommt letztlich den Verbrauchern zugute, indem es zu stabileren Preisen und einer zuverlässigeren Stromversorgung führt.





