Angola hat in der Provinz Moxico Leste sein erstes großes Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Das Projekt, bekannt als Cazombo Photovoltaikpark, verfügt über eine Leistung von 25,4 MWp und ein Batteriespeichersystem von 75,26 MWh. Es ist der Auftakt zu einem landesweiten Programm, das 46 Mini-Solarnetze umfassen wird, um rund eine Million Menschen mit sauberer Energie zu versorgen.
Wichtige Erkenntnisse
- Angola hat das erste von 46 geplanten Solar-Mininetzen in Betrieb genommen.
- Der Cazombo Photovoltaikpark liefert 25,4 MWp Solarstrom und speichert 75,26 MWh Energie.
- Das Projekt ist Teil einer Initiative zur ländlichen Elektrifizierung in sechs Provinzen.
- Die Finanzierung erfolgte über Exportkreditagenturen, angeführt von Euler Hermes.
- Bis 2026 sollen insgesamt 256 MWp Solarenergie bereitgestellt werden.
Ein Meilenstein für Angolas Energieversorgung
Der Cazombo Photovoltaikpark in der neuen Provinz Moxico Leste markiert einen bedeutenden Fortschritt für Angolas Energieinfrastruktur. João Baptista Borges, Angolas Minister für Energie und Wasser, eröffnete die Anlage feierlich. Er betonte, dass es sich um ein grundlegendes Infrastrukturprojekt handelt, das saubere, kostengünstige und umweltfreundliche Energie liefert.
Die Anlage ist die erste große Stromquelle für die rund 400.000 Einwohner der Provinz Moxico Leste, die im September 2024 durch die Teilung der früheren Provinz Moxico entstand. Die Region stand bisher vor großen Herausforderungen bei der Energieversorgung.
Faktencheck
- Leistung: 25,4 MWp Solar-PV.
- Speicherkapazität: 75,26 MWh Batteriespeicher (BESS).
- Standort: Cazombo, Provinz Moxico Leste, Angola.
- Projektname: Cazombo Photovoltaikpark.
Das umfassende Programm zur ländlichen Elektrifizierung
Der Cazombo Photovoltaikpark ist Teil des ehrgeizigen Programms „Solarpark für ländliche Elektrifizierung in Angola“. Diese Initiative wird von der deutschen Firma MCA Deutschland geleitet, die zusammen mit der portugiesischen M. Couto Alves Vias Grupo (Grupo MCA) eine lokale Tochtergesellschaft gegründet hat. Das Ziel ist der Bau von insgesamt 46 Hybrid-Solar-PV-Anlagen mit Lithium-Ionen-Batteriespeichern sowie der zugehörigen Verteilungsinfrastruktur.
Diese 46 Mininetze sollen 60 Gemeinden in sechs angolanischen Provinzen versorgen. Sie sind darauf ausgelegt, als autonome ländliche Mininetze zu funktionieren, ohne auf Dieselgeneratoren oder andere teure und umweltschädliche thermische Erzeugung angewiesen zu sein.
„Dieses Projekt ist ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Entwicklung Angolas und wird das Leben vieler Menschen positiv verändern“, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Energie und Wasser.
Geografische Reichweite und Zeitplan
Das Programm wird die Provinzen Bié, Malanje, Lunda Norte, Lunda Sul, Moxico und Ost-Moxico abdecken. Bis zum Abschluss im Jahr 2026 sollen die 46 Solaranlagen eine Gesamtleistung von 256 MWp erreichen und rund eine Million Menschen mit Strom versorgen.
Hintergrund der Finanzierung
Das Finanzministerium Angolas wählte die Investmentbank Standard Chartered, um die Finanzierung von 1,29 Milliarden Euro (rund 1,5 Milliarden US-Dollar) zu strukturieren. Diese wurde durch Exportkreditagenturen (ECA) unterstützt.
- Hauptfinanzierer: Eine Fazilität von 1,2 Milliarden Euro von der deutschen Exportagentur Euler Hermes.
- Rückversicherung: Portugiesische (Cosec) und koreanische (K Sure) Exportagenturen.
- Kommerzieller Kredit: Rund 90 Millionen Euro.
Angolas Position im afrikanischen Solarmarkt
Angola hat in den letzten Jahren seine Anstrengungen im Bereich der Solarenergie verstärkt. Laut dem afrikanischen Solarverband AFSIA lag Angola im Jahr 2024 mit 53,8 MW an Installationen auf dem fünften Platz der Solarenergie-Entwicklung auf dem Kontinent. Dies zeigt ein wachsendes Engagement, auch wenn führende Länder wie Südafrika (1,2 GW) und Ägypten (707 MW) noch deutlich größere Kapazitäten aufweisen.
Die Implementierung solcher Projekte ist entscheidend, um die Energiearmut in ländlichen Gebieten zu bekämpfen und gleichzeitig einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten. Die Investition in Mini-Solarnetze ermöglicht eine dezentrale und zuverlässige Stromversorgung, die weniger anfällig für Ausfälle großer Netze ist und die lokale Wirtschaft stärkt.
Vorteile der dezentralen Energieversorgung
Dezentrale Solarsysteme bieten zahlreiche Vorteile für ländliche Regionen:
- Unabhängigkeit: Reduziert die Abhängigkeit von zentralen, oft unzuverlässigen Stromnetzen.
- Wirtschaftlichkeit: Senkt langfristig die Energiekosten im Vergleich zu Dieselgeneratoren.
- Umweltschutz: Verringert den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen.
- Lokale Entwicklung: Fördert die Schaffung lokaler Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivitäten.
Die erfolgreiche Umsetzung des Cazombo Photovoltaikparks ist ein vielversprechendes Zeichen für die Zukunft der Energieversorgung in Angola und könnte als Modell für ähnliche Projekte in anderen afrikanischen Ländern dienen.





