Amazon hat in Australien neun neue Stromabnahmeverträge (PPAs) für erneuerbare Energien abgeschlossen, die insgesamt 430 MW umfassen. Acht dieser Projekte beinhalten integrierte Batteriespeicher. Diese Investition ist die größte des Unternehmens in Australien innerhalb eines Jahres und soll den Ausbau der Rechenzentren für KI-Anwendungen vorantreiben.
Die neuen Vereinbarungen sind die ersten Solar-plus-Speicher-PPAs, die Amazon außerhalb der USA und die ersten dieser Art in Australien unterzeichnet hat. Sie unterstreichen das Engagement des Tech-Riesen für eine nachhaltige Energieversorgung seiner wachsenden Infrastruktur.
Wichtige Erkenntnisse
- Amazon sichert 430 MW erneuerbare Energie durch neun neue PPAs in Australien.
- Acht der Projekte umfassen integrierte Batteriespeicher.
- Dies ist Amazons größte Einzelinvestition in Australien innerhalb eines Jahres.
- Die Investition unterstützt den Ausbau der Rechenzentren für KI und Cloud-Computing.
- Amazon ist der größte Unternehmensabnehmer von kohlenstofffreier Energie in Australien für 2025.
Massiver Ausbau der Infrastruktur und grüne Energie
Die aktuellen Projekte sind Teil von Amazons umfassendem Engagement, seine Rechenzentren in Australien bis 2029 mit einem Budget von 20 Milliarden AUD (rund 14,34 Milliarden US-Dollar) zu erweitern. Diese Expansion wurde im Juni 2025 zusammen mit Premierminister Anthony Albanese bekannt gegeben und zielt darauf ab, Australiens Fähigkeiten in den Bereichen Cloud Computing und Künstliche Intelligenz zu stärken.
Die jetzt gesicherten erneuerbaren Energien sollen den Strombedarf dieser wachsenden Infrastruktur decken. Gleichzeitig tragen sie zu Amazons Ziel bei, bis 2040 im Rahmen des Climate Pledge einen Netto-Null-Kohlenstoffausstoß für alle seine Geschäftsabläufe zu erreichen.
Faktencheck
- 430 MW: Gesamtleistung der neuen erneuerbaren Energieprojekte.
- 9 Projekte: Anzahl der neuen Stromabnahmeverträge.
- 8 Projekte: Enthalten Batteriespeichersysteme.
- 20 Milliarden AUD: Amazons Investition in australische Rechenzentren bis 2029.
- 2040: Amazons Ziel für Netto-Null-Kohlenstoffemissionen.
Details der neuen Projekte
Das Portfolio umfasst eine Windfarm, drei Solar-plus-Speicher-Anlagen im Versorgungsmaßstab, vier dezentrale Solar-plus-Speicher-Projekte sowie eine neue Batteriespeicheranlage, die zum bestehenden Mokoan Solar PV Kraftwerk hinzugefügt wird. Die Projekte verteilen sich auf die Bundesstaaten New South Wales und Victoria.
Zu den Entwicklern gehören namhafte Unternehmen wie OX2, X-ELIO, Anza, TagEnergy und European Energy. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Vielfalt und das Ausmaß der Initiativen.
Hintergrundinformationen
Seit 2020 hat Amazon schätzungsweise 2,8 Milliarden AUD in erneuerbare Energieprojekte in Australien investiert. Insgesamt sind nun 20 Projekte vertraglich gesichert. Laut BloombergNEF-Daten war Amazon 2025 der größte Unternehmensabnehmer von kohlenstofffreier Energie in Australien und gehört weltweit zu den führenden Einkäufern.
Zu den neun neuen Projekten zählt die Windfarm Golden Plains 2, die von TagEnergy in Victoria entwickelt wird. Weitere Solar-plus-Speicher-Anlagen entstehen in Forest Glen (X-ELIO), Stanbridge (Anza) und Muswellbrook (OX2) in New South Wales.
In Victoria entwickelt Anza vier dezentrale Solar-plus-Speicher-Projekte in Laceby, Indigo, Barnawartha und Mooroopna. European Energy erweitert den 58 MW Mokoan Solar Park, der bereits in Betrieb ist, um Batteriespeicher. Dieses Projekt war Teil einer früheren Ankündigung von Amazon im Juni 2025, die drei Solarprojekte im Versorgungsmaßstab mit insgesamt 333 MW umfasste.
Die Rolle von Batteriespeichern für Rechenzentren
Die starke Betonung von Batteriespeichersystemen in Amazons jüngstem Portfolio spiegelt die wachsende Erkenntnis in der Branche wider, dass Energiespeicher eine entscheidende Rolle beim Ausbau von Rechenzentren spielen werden. Batteriespeicher bieten mehrere Vorteile für Hyperscale-Betreiber.
„Sobald die Baupläne für Batteriespeicher mit Hyperscale-Kunden in den USA finalisiert sind, wird der Einsatz in Australien eine explosionsartige Beschleunigung erleben“, prognostizierte Jeff Monday, Chief Growth Officer bei Fluence, auf dem Energy Storage Summit Australia 2026.
Batteriespeicher können die Netzanschlusszeiten verkürzen, indem sie die Anforderungen an die feste Stromversorgung reduzieren. Sie bieten zudem eine effizientere Notstromversorgung, die Dieselgeneratoren ersetzen kann, und glätten die Stromlasten zwischen Rechenzentren und dem Netz oder der eigenen Stromerzeugung.
Chancen für das Stromnetz
Die Integration von Batteriesystemen in die Rechenzentrumsinfrastruktur schafft auch neue Möglichkeiten für diese Anlagen, am Großhandelsstrommarkt teilzunehmen. In Zeiten, in denen die Kapazität nicht für den Betrieb der Anlagen benötigt wird, können sie Strom ins Netz einspeisen. Dies verbessert die Wirtschaftlichkeit der Investitionen und bietet gleichzeitig Flexibilitätsdienste für das Stromnetz.
Dieser Ansatz kann dazu beitragen, den Boom der Rechenzentren zu einer Wachstumschance für das Stromnetz zu machen. Er sorgt für mehr Stabilität in einem Netz, das zunehmend auf variable erneuerbare Energien angewiesen ist.
Herausforderungen und regulatorische Anpassungen
Trotz der Vorteile gibt es Bedenken hinsichtlich der Kosten für die Netzinfrastruktur. Einige Mitglieder der Energiebranche warnen davor, dass Rechenzentrumsbetreiber nicht ausreichend zu diesen Kosten beitragen. Es besteht die Sorge, dass eine soziale Gegenreaktion unvermeidlich ist, wenn die Anlagen als Trittbrettfahrer der australischen Energiewende wahrgenommen werden.
Die Herausforderung, eine erhebliche neue Grundlastnachfrage in ein Netz zu integrieren, das zunehmend auf variable erneuerbare Energien angewiesen ist, hat zu Forderungen geführt, dass Rechenzentren über den bloßen Kauf von erneuerbarer Energie hinausgehen und sich aktiv an Netto-Stabilitätslösungen beteiligen müssen.
Die Australian Energy Market Commission (AEMC) hat daher begonnen, regulatorische Rahmenbedingungen zu entwickeln. Diese sollen sogenannte „invertierte Grundlasten“ berücksichtigen, die als große, konstante Stromverbraucher wie Rechenzentren definiert sind. Im März 2026 wurden Entwürfe für Zugangsstandards veröffentlicht, die unterschiedliche Anforderungen basierend auf Schwellenwerten von 30 MW und 100 MW vorschlagen.
Zukünftiger Energiebedarf
Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass der globale Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 auf über 945 TWh jährlich ansteigen wird, was mehr als einer Verdoppelung entspricht. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind KI-optimierte Einrichtungen, deren Bedarf im selben Zeitraum voraussichtlich um mehr als das Vierfache steigen wird.
Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, nachhaltige Energielösungen und eine robuste Netzinfrastruktur zu entwickeln, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.





