Portugal und Spanien machen große Fortschritte bei der Integration von Batteriespeichersystemen (BESS) in ihre Stromnetze. Diese Entwicklung ist entscheidend für die effiziente Einbindung erneuerbarer Energien und die Stabilität der nationalen Stromversorgung. Jüngste Projekte in beiden Ländern zeigen, wie wichtig Energiespeicher für die Energiewende sind.
Wichtige Erkenntnisse
- Prosalia hat in Portugal ein 15MW/60MWh BESS in eine Solaranlage integriert.
- EDP hat in Spanien ein BESS in ein Hybridprojekt aus Wind- und Solarenergie eingebunden.
- Beide Projekte erhalten Förderungen aus dem EU-weiten Wiederaufbau- und Resilienzplan.
- Energiespeicher sind entscheidend für die Flexibilität und Sicherheit der Stromnetze.
- Die Iberische Halbinsel erlebt einen Aufschwung bei netzgebundenen Speichersystemen.
Prosalia integriert Batteriespeicher in portugiesisches Solarkraftwerk
Der unabhängige Stromerzeuger Prosalia hat ein Batteriespeichersystem mit einer Leistung von 15 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 60 Megawattstunden (MWh) in sein 34,4 MWp Albispark Solarkraftwerk in Castelo Branco, Portugal, integriert. Dies ist das erste Solar-Plus-Speicher-Projekt des Unternehmens und ein wichtiger Schritt für die portugiesische Energielandschaft.
Pedro Pereira da Silva, Prosalia-Länderchef für Portugal, betonte die Bedeutung dieser Entwicklung. Er sagte:
„Nach Jahren der Konzentration auf den Ausbau der erneuerbaren Erzeugung besteht die Herausforderung nun darin, die Flexibilität bereitzustellen, die für eine effiziente und sichere Integration dieser Energie in das Netz erforderlich ist. Energiespeicher spielen eine Schlüsselrolle bei dieser Transformation.“
Faktencheck
- Speicherkapazität: 60 MWh
- Leistung: 15 MW
- Dauer: 4 Stunden
- Anbieter der BESS-Einheiten: Trina Storage (Teil von Trinasolar)
- Standort: Albispark Solarkraftwerk, Castelo Branco, Portugal
Prosalia bezeichnet das Projekt als eines der größten BESS-Projekte in Portugal. Die Finanzierung erfolgte über den portugiesischen Anteil des EU-weiten Wiederaufbau- und Resilienzplans (PRR). Dieses Programm unterstützt insgesamt 43 Projekte mit einer Speicherkapazität von 500 MW, deren Auswahl im Januar 2025 abgeschlossen sein soll.
EDP testet Hybridprojekt in Spanien
Gleichzeitig hat der Energiekonzern EDP ein Batteriespeichersystem in sein Las Lomillas Solar- und Windprojekt in Cuenca, Spanien, integriert. Das System befindet sich derzeit in der Testphase. EDP mit Hauptsitz in Portugal gibt an, dass dies das erste Projekt seiner Art auf der Iberischen Halbinsel ist, das Wind-, Solar- und Batteriespeichertechnologien kombiniert.
Das Las Lomillas Projekt verfügt über eine Netzeinspeisekapazität von 50 MW. Die Gesamtkapazität der Wind-, Solar- und BESS-Komponenten beträgt 122 MW. Ein fortschrittliches Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert die verschiedenen Technologien. Es trifft Betriebsentscheidungen basierend auf komplexen Algorithmen und unter der Aufsicht der Energiemanagement-Teams und des Kontrollzentrums von EDP.
Hintergrund: EU-Förderung für Energiespeicher
Sowohl das Prosalia- als auch das EDP-Projekt profitieren von Fördermitteln aus dem EU-Wiederaufbau- und Resilienzplan. Für das spanische EDP-Projekt beläuft sich die Förderung auf 6,2 Millionen Euro. Diese EU-Initiativen zielen darauf ab, die Energiewende in den Mitgliedsstaaten zu beschleunigen und die Resilienz der Energiesysteme zu stärken, insbesondere nach Vorfällen wie dem iberischen Blackout im April 2025.
Zukunft der Energiespeicher auf der Iberischen Halbinsel
EDP verfügt nach eigenen Angaben bereits über fast 1 Gigawatt (GW) hybridisierter Kapazität in Portugal und Spanien. Diese Kapazität verteilt sich zu etwa 75 Prozent auf Portugal und 25 Prozent auf Spanien. Der Mix umfasst Solar-, BESS-, Wind-, Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke.
Die spanische Regierung hat im vergangenen Jahr zudem ein weiteres Programm zur finanziellen Unterstützung von Speichersystemen aufgelegt. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Energiespeichern für die nationale Energieversorgungssicherheit und die Integration von mehr erneuerbaren Energien.
Die Aktivitäten auf dem spanischen Markt für netzgebundene Energiespeicher haben in jüngster Zeit zugenommen. Projekte von Unternehmen wie Return, Ignitis und Grenergy wurden allein im letzten Monat finanziert oder mit Abnahmeverträgen versehen. Dies zeigt das steigende Interesse und die Investitionen in diesem Sektor.
Strategische Bedeutung für die Energiewende
Die Integration von Batteriespeichersystemen ist ein entscheidender Faktor für die Energiewende. Sie ermöglicht es, die schwankende Erzeugung aus Wind- und Solarenergie auszugleichen. So kann der erzeugte Strom gespeichert und bei Bedarf ins Netz eingespeist werden.
Dies erhöht nicht nur die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, sondern auch die Effizienz des gesamten Energiesystems. Länder wie Portugal und Spanien, die einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien anstreben, sind auf solche flexiblen Lösungen angewiesen.
Die aktuellen Projekte sind ein klares Signal, dass die Iberische Halbinsel eine Vorreiterrolle bei der Implementierung von modernen Energiespeicherlösungen einnimmt. Die Kombination aus Solarenergie, Windkraft und Batteriespeichern bietet eine robuste Grundlage für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung der Zukunft.





