Das Vereinigte Königreich erlebt einen deutlichen Ausbau seiner Batterie-Energiespeichersysteme (BESS). Mehrere Großprojekte erhielten kürzlich wichtige Genehmigungen oder wurden akquiriert. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die Stabilität des Stromnetzes und die Integration erneuerbarer Energien. Sie zeigen ein klares Engagement für eine nachhaltigere Energiezukunft.
Wichtige Punkte
- Field sichert Genehmigung für 400MW High Marnham BESS in Nottinghamshire.
- Eelpower erwirbt 50MW/200MWh Silkstead BESS und plant weitere Investitionen.
- EDF optimiert zwei BESS-Anlagen von Trinasolar mit seiner Powershift-Plattform.
- Der Ausbau der BESS-Kapazitäten ist zentral für die Netzstabilität und die Energiewende.
Field treibt Großprojekte voran
Das britische Unternehmen Field, ein Entwickler von Batteriespeichersystemen, hat eine wichtige Genehmigung für sein 400MW High Marnham BESS-Projekt in Nottinghamshire erhalten. Der Bassetlaw District Council erteilte die unwiderrufliche Baugenehmigung. Dies ist ein entscheidender Schritt für das Projekt.
Der Baubeginn für High Marnham ist für das Jahr 2028 geplant. Die Fertigstellung wird voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern. Field wird die Anlage nach der Inbetriebnahme mit seiner eigenen KI-Optimierungsplattform namens Gaia verwalten. Diese Plattform soll die Marktflexibilität und Effizienz des Speichersystems maximieren.
Fakten zum High Marnham Projekt
- Kapazität: 400 Megawatt (MW)
- Standort: Nottinghamshire, Vereinigtes Königreich
- Baubeginn: Geplant für 2028
- Verwaltung: Mit Fields proprietärer KI-Plattform Gaia
Diese Genehmigung folgt einem kollaborativen Prozess. Field arbeitete eng mit externen Beratern zusammen. Dies umfasste Bereiche wie Planung, Ingenieurwesen, Kommunikation, Landschaftsgestaltung und Ökologie. Das Unternehmen betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit für den Erfolg des Projekts.
Erst im letzten Monat erhielt Field auch die Baugenehmigung für sein 200MW/3.600MWh Rigifa BESS in Schottland. Dieses Projekt gehört zu den größten, die für das kommende britische Langzeit-Energiespeicherprogramm (LDES) ausgewählt wurden. Die LDES-Regelung unterstützt Projekte mit langer Speicherdauer, um das Netz weiter zu stabilisieren.
Eelpower investiert halbe Milliarde Pfund in Speicher
Die britische Batterieplattform Eelpower Energy hat das 50MW/200MWh Silkstead BESS-Projekt in der Nähe von Winchester von Balanced Grid Works erworben. Dieses Projekt befindet sich südöstlich des Umspannwerks Winchester. Es soll 2027 mit dem Bau beginnen und 2028 kommerziell in Betrieb gehen.
Die Akquisition ist Teil von Eelpowers größerem Plan, 500 Millionen Pfund in Batteriespeichersysteme in ganz Großbritannien zu investieren. Silkstead ist bereits die fünfte Akquisition des Unternehmens seit der Gründung der Plattform im September 2025. Dies zeigt das rasche Wachstum und die strategische Ausrichtung von Eelpower.
Hintergrund: Die Rolle von BESS
Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) sind entscheidend für moderne Stromnetze. Sie speichern überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind und geben sie bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, die Netzstabilität zu gewährleisten, Schwankungen auszugleichen und die Integration von Ökostrom zu maximieren. Ohne BESS wäre der Ausbau erneuerbarer Energien deutlich schwieriger.
Eelpower, das von Equitix, Aware Super und dem National Wealth Fund unterstützt wird, verfolgt das Ziel, ein Portfolio von über 1 Gigawatt (GW) an netzgebundenen Batteriespeichersystemen aufzubauen. Das Unternehmen plant, diese Anlagen selbst zu bauen, zu besitzen und zu betreiben. Aktuell baut Eelpower 500MWh Speicherkapazität in vier Projekten. Bis Ende 2026 sollen Investitionsentscheidungen für weitere 1,5GWh getroffen werden.
Für die Silkstead-Transaktion wurde Eelpower von verschiedenen Beratern unterstützt. Dazu gehörten Burges Salmon für rechtliche Fragen, Everoze für die technische Due Diligence, Roadnight Taylor für Netzberatung und Alvarez & Marsal für Finanzen und Steuern. Balanced Grid Works wurde von Foot Anstey und Albert Goodman beraten.
EDF optimiert Trinasolar-Batteriespeicher
Der französische Energieversorger EDF hat eine Vereinbarung zur Batterieoptimierung mit der Trinasolar International Solution Business Unit (ISBU) unterzeichnet. Die ISBU ist der Solar- und Batteriespeicher-Entwicklungsarm von Trinasolar. Die Vereinbarung betrifft die Optimierung von zwei BESS-Anlagen im Vereinigten Königreich.
Das Portfolio umfasst das 40MW/80MWh Ruby BESS in der Nähe von Aberdeen, Schottland, und das 49.9MW/99.8MWh Chatterley-Projekt in Gloucester, England. Die ISBU entwickelt diese Projekte derzeit. Ruby soll im Oktober 2026 in Betrieb gehen, Chatterley im März 2027. EDF erwartet, dass beide Projekte die lokalen und nationalen Netzanforderungen unterstützen können.
"Mit dem anhaltenden Wachstum der erneuerbaren Energien und der Elektrifizierung werden flexible Anlagen wie Batteriespeicher immer wichtiger für die Aufrechterhaltung der Systemstabilität", sagte Stuart Fenner, Commercial Director of Business and Wholesale Services bei EDF.
EDF wird seine digitale Handels- und Optimierungsplattform Powershift nutzen, um die Anlagen zu verwalten. Dies bedeutet, dass Strom in Zeiten geringer Nachfrage gespeichert und bei steigendem Bedarf wieder ins Netz eingespeist wird. Solche Verträge sind ein wichtiger Bestandteil der Kommerzialisierung von BESS-Anlagen.
EDF und Powershift: Eine Erfolgsgeschichte
EDF hat seine Powershift-Plattform bereits bei mehreren britischen BESS-Projekten eingesetzt. Dazu gehören das Thorpe Marsh Projekt, das größte BESS-Projekt Großbritanniens, das 350MW/1.243MWh Hams Hall Projekt und die 500MW/1.000MWh Eccles Anlage. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Optimierungslösungen für Batteriespeicher.
Der Ausbau und die intelligente Steuerung von Batteriespeichern sind von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglichen eine stabilere und effizientere Nutzung erneuerbarer Energien. Dies trägt maßgeblich zur Erreichung der Klimaziele und zur Versorgungssicherheit bei.
- Speicherung von Überschussstrom: BESS speichern Strom, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, aber die Nachfrage gering.
- Netzstabilisierung: Sie können schnell auf Schwankungen im Netz reagieren, um die Frequenz und Spannung stabil zu halten.
- Spitzenlastabdeckung: Bei hoher Stromnachfrage können BESS schnell Energie liefern und so teure oder umweltschädliche Spitzenlastkraftwerke ersetzen.
- Integration erneuerbarer Energien: Durch die Speicherung wird die Volatilität von Wind- und Solarenergie ausgeglichen, was ihre Integration ins Netz erleichtert.
Diese jüngsten Entwicklungen im britischen Batteriespeichersektor zeigen eine klare Dynamik. Sie belegen das Engagement, die Infrastruktur für eine nachhaltige und zuverlässige Energieversorgung aufzubauen. Die Investitionen und technologischen Fortschritte sind entscheidend für die Energiewende.





