Australien macht große Schritte im Bereich der Energiespeicherung. Zwei bedeutende Batteriespeichersysteme in New South Wales haben wichtige Meilensteine erreicht. Ein System mit 150 MWh hat kürzlich die Genehmigung erhalten, während ein viel größeres System mit 1.000 MWh zur bundesweiten Prüfung eingereicht wurde. Diese Entwicklungen unterstreichen Australiens Engagement für erneuerbare Energien und eine stabilere Stromversorgung.
Wichtige Punkte
- Das Hume North Batteriesystem (150 MWh) wurde genehmigt.
- Das Pinecrest Batteriesystem (1.000 MWh) wird bundesweit geprüft.
- Foresight Group investiert 120 Millionen AUD in Hume North.
- Banpu Energy Australia entwickelt das größere Pinecrest-Projekt.
- Beide Projekte stärken die Stromnetzinfrastruktur in New South Wales.
Hume North: Ein Schritt zur Energiesicherheit
Die unabhängige Planungskommission (IPC) von New South Wales hat grünes Licht für das 75 MW/150 MWh Hume North Batteriesystem gegeben. Dieses befindet sich in der Nähe von Albury und stellt eine Investition von rund 120 Millionen AUD (etwa 84 Millionen US-Dollar) dar. Das System wird an die bestehende Übertragungsinfrastruktur angeschlossen, die sich etwa 10 Kilometer östlich der Stadt befindet.
Das Hume North BESS, entwickelt von Foresight Group Australia, wird Lithium-Ionen-Batterien in Containern nutzen. Diese Batterien bieten eine Speicherdauer von zwei Stunden. Die Anbindung erfolgt über Freileitungen zur bestehenden 132-kV-Übertragungsleitung von Transgrid zwischen Albury und Hume. Diese Leitung durchquert den östlichen Teil des 4 Hektar großen Projektgebiets.
Faktencheck: Hume North
- Kapazität: 75 MW / 150 MWh
- Investition: 120 Millionen AUD
- Standort: Nähe Albury, New South Wales
- Technologie: Containerisierte Lithium-Ionen-Batterien
- Bauzeit: Voraussichtlich 12 Monate ab Anfang 2026
Genehmigungsprozess und Anpassungen
Dem Genehmigungsprozess ging eine öffentliche Auslegung der Umweltverträglichkeitserklärung voraus. Dabei gingen 76 individuelle Stellungnahmen ein. Davon stammten 63 von der allgemeinen Öffentlichkeit und neun von speziellen Interessengruppen. Bemerkenswert ist, dass der Stadtrat von Albury ebenfalls Einwände gegen das Projekt erhob.
Nur zwei Stellungnahmen kamen aus einem Umkreis von fünf Kilometern um den Standort, während 67 aus einer Entfernung von über 100 Kilometern eingingen, darunter 18 aus anderen Bundesstaaten. Foresight Group passte das Projekt daraufhin an. Änderungen umfassten die Überarbeitung des Standortlayouts, die Zugangswege, das Umspannwerk und das Batteriesystem betrafen. Auch wurden die Abstände zur nördlichen Grenze vergrößert und zusätzliche Vegetation an der nördlichen Grenze sowie am Eingang des Geländes als Sichtschutz gepflanzt. Ein 20.000-Liter-Wassertank für Löschzwecke wurde zur Sicherheit hinzugefügt.
„Die Anpassungen zeigen das Engagement, auf Bedenken der Gemeinschaft einzugehen und das Projekt optimal in die Umgebung zu integrieren“, erklärte ein Sprecher der Foresight Group.
Hintergrund: Landnutzung und Arbeitsplätze
Das Gelände, das zuletzt zu Wohnzwecken genutzt wurde, enthält eine unbewohnte ländliche Behausung. Es handelt sich nicht um strategisches landwirtschaftliches Land. Die Land- und Bodenfähigkeit wird als Klasse 6 eingestuft, was sehr hohe Einschränkungen für die landwirtschaftliche Nutzung bedeutet. Daher wird erwartet, dass das Projekt die regionale landwirtschaftliche Produktivität nicht wesentlich beeinträchtigt.
Der Bau soll Anfang 2026 beginnen und etwa 12 Monate dauern. Das Projekt wird bis zu 50 Arbeitsplätze während der Bauphase schaffen und zwei operative Positionen über seine erwartete 30-jährige Betriebsdauer sichern. Foresight hat sich zu einer freiwilligen Planungsvereinbarung verpflichtet, die der Stadt Albury etwa 450.000 AUD für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellt. Die Kapitalinvestition von 120 Millionen AUD ist eine bedeutende Spritze für die Wirtschaft von New South Wales.
Pinecrest: Ein Gigawattstunden-System in Planung
Ein wesentlich größeres Batteriespeichersystem, das Pinecrest BESS, wurde zur Umweltprüfung gemäß dem australischen Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act eingereicht. Dieses Projekt von Banpu Energy Australia plant eine 500 MW/1.000 MWh Anlage in Lidsdale, in der Stadt Lithgow.
Das Pinecrest-Projekt würde auf einem 35,2 Hektar großen Gebiet entwickelt, wobei der voraussichtliche Entwicklungsfußabdruck 19,1 Hektar umfasst. Dieser erstreckt sich über mehrere Grundstücke. Laut der offiziellen Projektwebsite wird das Batteriespeichersystem an einem der besten Standorte im Netz von New South Wales gebaut.
Technische Details und Umweltaspekte
Das System mit einer Speicherdauer von zwei Stunden wird geschlossene Batterien, Leistungsumwandlungssysteme einschließlich zugehöriger Transformatoren, unterirdische Strom- und Glasfaserkabel sowie Netzanschlussgeräte umfassen. Auch unterstützende Infrastruktur wie Büros, Lagerbereiche, interne Zufahrtswege, Sicherheitszäune und CCTV-Systeme sind geplant.
Der aktuelle Entwicklungsfußabdruck würde die Rodung von etwa 1,7 Hektar einheimischer Vegetation erfordern. Dies löst den bundesweiten Umweltprüfungsprozess gemäß dem EPBC Act aus. Das Pinecrest BESS wird über das bestehende 330-kV-Umspannwerk Wallerawang von Transgrid, etwa 1,3 Kilometer südöstlich des Entwicklungsstandorts, an den National Electricity Market (NEM) angeschlossen.
- Kapazität: 500 MW / 1.000 MWh
- Standort: Lidsdale, Stadt Lithgow
- Entwickler: Banpu Energy Australia
- Besonderheit: Einer der strategisch wichtigsten Netzstandorte
- Umweltprüfung: Erforderlich wegen Rodung von 1,7 Hektar Vegetation
Diese Anbindung erfordert jedoch den Bau einer neuen, etwa 150 Meter langen Übertragungsleitung. Diese kann unterirdisch oder als Freileitung gebaut werden, um eine Verbindung zu den 132-kV- oder 330-kV-Übertragungsleitungen westlich des Standorts herzustellen.
Australien setzt auf Batteriespeicher
In den letzten Wochen wurden mehrere große Batteriespeichersysteme dem australischen EPBC Act zur Prüfung vorgelegt. Dazu gehören der 780 MW Gladstone SDA Energy Hub BESS von Private Energy Partners in Queensland sowie das 1,6 GWh Rutherglen Battery von Gryphon Energy, Red Hill Renewable Energy und Ampyr Energy Australia.
Diese Projekte sind entscheidend für die Energiewende Australiens. Sie tragen dazu bei, die Stromversorgung zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu verbessern. Die steigende Anzahl an Großspeicherprojekten zeigt, dass Australien entschlossen ist, seine Energieinfrastruktur zu modernisieren und eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.
Die Genehmigung des Hume North Systems und die Prüfung des Pinecrest-Projekts sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Sie demonstrieren das Potenzial von Batteriespeichern, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien im Netz zu maximieren. Dies ist ein klares Signal für Investoren und die Bevölkerung, dass die Zukunft der Energie in Australien grüner und stabiler wird.





