Spanien investiert 165 Millionen Euro in sieben Pumpspeicherprojekte. Diese Projekte sollen die Energiespeicherkapazität des Landes erheblich erweitern. Gleichzeitig hat Portugal eine neue Nationale Energiespeicherstrategie vorgestellt. Beide Länder reagieren damit auf den landesweiten Stromausfall im Frühjahr 2025.
Wichtige Erkenntnisse
- Spanien fördert sieben Pumpspeicherprojekte mit 165 Millionen Euro.
- Die Projekte erhöhen die Kapazität um 2,1 GW / 21 GWh.
- Portugal plant eine Erweiterung der Pumpspeicherkapazität auf 5 GW bis 2040.
- Beide Länder beschleunigen den Ausbau der Energiespeicher nach dem Stromausfall 2025.
- EU-Fördermittel unterstützen die spanischen Initiativen.
Spanien investiert massiv in Pumpspeicherkraftwerke
Das spanische Ministerium für den ökologischen Wandel (MITECO) hat eine Fördersumme von 165 Millionen Euro für sieben Pumpspeicherprojekte bekannt gegeben. Diese Mittel stammen aus dem EU-Programm NextGeneration EU, das über den spanischen Wiederaufbau- und Resilienzplan (Plan de Recuperación, Transformación y Resiliencia) verwaltet wird.
Die Förderung ist Teil des BORALMAC 2-Programms. Ursprünglich war das Budget für dieses Programm auf 90 Millionen Euro festgelegt. Aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbungen wurde es jedoch aufgestockt. Die unterstützten Projekte verteilen sich auf die Regionen Andalusien, Asturien, Aragonien, Extremadura, Katalonien und Galicien.
Insgesamt werden diese Projekte die installierte Erzeugungskapazität um 2.071 MW erhöhen. Die Speicherkapazität steigt dabei um beeindruckende 21.091 MWh, also 21,09 GWh. Der Großteil der Gelder fließt in den Bau komplett neuer Pumpspeicherkraftwerke. Ein Teil ist auch für die Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen vorgesehen.
Faktencheck Spanien
- Fördersumme: 165 Millionen Euro
- Anzahl Projekte: 7 Pumpspeicher
- Neue Kapazität: 2.071 MW
- Speicherkapazität: 21.091 MWh
- Finanzierung: EU NextGeneration EU (BORALMAC 2)
Ausbau nach dem Blackout 2025
Diese Initiativen sind eine direkte Reaktion auf den landesweiten Stromausfall im Frühjahr 2025. Seit diesem Ereignis hat die spanische Regierung verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Ausbau von Energiespeichern zu beschleunigen. Dazu gehört auch die Bereitstellung von EU-finanzierten Zuschüssen für Batteriespeicher (BESS-Projekte).
Zudem wurde ein Dekret zur Stärkung der Netzresilienz verabschiedet. Die Regierung fördert auch die heimische Batterieproduktion und hat einen Kapazitätsmarkt eingeführt. Pumpspeicherkraftwerke bieten ein enormes Potenzial für die Langzeitspeicherung von Energie (LDES). Ihre Realisierung ist jedoch oft zeitaufwendiger als bei Batteriespeichersystemen.
Portugals Nationale Energiespeicherstrategie
Auch Portugal hat eine umfassende Nationale Energiespeicherstrategie vorgestellt. Diese Strategie legt die Pläne des Landes für die Dekarbonisierung und Stärkung des Energiesystems in den kommenden Jahrzehnten fest. Ein zentraler Punkt ist die Erweiterung der Pumpspeicherkapazität.
Aktuell verfügt Portugal über eine Pumpspeicherkapazität von 3,6 GW. Bis 2030 soll diese auf 3,9 GW ansteigen. Das langfristige Ziel ist eine Kapazität von 5 GW bis 2040. Dies bedeutet eine zusätzliche Kapazität von 300 MW bis 2030 und weitere 1,1 GW bis 2040, insgesamt also 1,4 GW neue Kapazität bis 2040.
"Diese Initiative ist ein Meilenstein und stellt eines der stärksten nationalen politischen Bekenntnisse zur Langzeitenergiespeicherung in Europa dar."
Die International Hydropower Association (IHA) begrüßte diese Entwicklung. Sie bezeichnete sie als eine wegweisende Initiative und hob Portugals starkes Engagement für die Langzeitenergiespeicherung hervor. Dies unterstreicht die Bedeutung von Pumpspeicherkraftwerken für eine stabile Energieversorgung.
Hintergrund: Pumpspeicher vs. Batteriespeicher
Pumpspeicherkraftwerke speichern Energie, indem sie Wasser in ein höher gelegenes Becken pumpen. Bei Bedarf fließt das Wasser zurück und treibt Turbinen an. Dies ermöglicht eine Langzeitenergiespeicherung in großem Maßstab. Batteriespeichersysteme (BESS) sind flexibler und schneller zu installieren. Sie eignen sich gut für kurz- bis mittelfristige Speicherbedarfe. Weltweit haben BESS-Installationen im letzten Jahr in Bezug auf die Gigawatt-Kapazität die Pumpspeicherkraftwerke überholt. Doch jedes neue Pumpspeicherprojekt leistet einen signifikanten Beitrag zur Netzstabilität.
Weitere Maßnahmen in Portugal
Neben dem Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke plant die portugiesische Regierung auch eine Ausschreibung für finanzielle Unterstützung. Diese soll 750 MW an eigenständigen BESS-Projekten und 300 MW an Projekten für erneuerbare Energien plus Speicher fördern. Dies zeigt einen breiten Ansatz zur Stärkung des Energiesystems.
Wenige Monate nach dem Stromausfall im Frühjahr 2025 kündigte Portugal bereits Investitionen von 400 Millionen Euro an. Diese Gelder sollen die Netzmanagementfähigkeiten verbessern und die Installation von BESS-Systemen erhöhen. Bereits im Januar 2025 hatte Portugal 100 Millionen Euro für 43 Projekte mit einer BESS-Kapazität von 500 MW vergeben.
Die Kombination aus Pumpspeichertechnologie und Batteriespeichersystemen ist entscheidend. Sie ermöglicht es den Ländern der Iberischen Halbinsel, ihre Energieversorgung zu sichern und gleichzeitig die Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Die strategischen Investitionen beider Länder sind ein klares Signal für die Zukunft der europäischen Energieinfrastruktur.
Zukunft der Energiespeicherung
Die aktuellen Entwicklungen auf der Iberischen Halbinsel zeigen einen klaren Trend. Länder investieren verstärkt in unterschiedliche Energiespeichertechnologien. Ziel ist es, die Stabilität der Netze zu gewährleisten und den Anteil erneuerbarer Energien zu maximieren. Die Förderung von Pumpspeicherkraftwerken unterstreicht deren unersetzliche Rolle für die Langzeitstabilität.
Gleichzeitig bleibt die Flexibilität von Batteriespeichern für die schnelle Reaktion auf Schwankungen im Netz unverzichtbar. Die Europäische Union unterstützt diese Bemühungen durch Programme wie NextGeneration EU. Dies hilft den Mitgliedstaaten, ihre nationalen Energie- und Klimapläne umzusetzen und eine nachhaltigere Energiezukunft aufzubauen.
Die Erfahrungen aus dem Stromausfall 2025 haben gezeigt, wie wichtig eine robuste und vielfältige Speicherinfrastruktur ist. Spanien und Portugal gehen hier mit gutem Beispiel voran. Ihre strategischen Investitionen werden langfristig zur Energiesicherheit der gesamten Region beitragen.





